National League

Viele Fragezeichen in Lugano

Lugano-Präsidentin Vicky Mantegazza mit dem neuen Coach Sami Kapanen in der Resega

Lugano-Präsidentin Vicky Mantegazza mit dem neuen Coach Sami Kapanen in der Resega

Der neue Trainer Sami Kapanen will mit dem HC Lugano wieder Flughöhe erreichen. Am Montag hat sich der Finne im Tessin vorgestellt.

"Ich habe nur Gutes gehört über den Klub", sagte der 45-jährige Kapanen am Montag bei seiner offiziellen Vorstellung als Trainer des HC Lugano. "Ich denke, das ist ein grosser Schritt in meiner Karriere als Coach. Ich fühlte das Bedürfnis, aus meiner Komfortzone herauszukommen. Ich wollte mich selbst testen, und das ist der beste Ort, um es zu tun."

Trotz seines Engagements im Tessin, bleibt Kapanen Klubbesitzer von KalPa Kuopio. Mit seinem Stammverein hatte er im letzten Dezember den Spengler Cup gewonnen. Kapanens Bilanz als Headcoach in der finnischen Liga liest sich jedoch bescheiden: 2018 scheiterte er im Playoff-Viertelfinal, heuer verpasste er als Zwölfter unter 15 Teams die Endausmarchung um den Meistertitel.

Den HC Lugano bezeichnet Kapanen als "europäischen Topklub". Er sprach von einer neuen Challenge, die ihn als Trainer einen Schritt weiterbringen soll. Sein langfristiges Ziel ist es, einst ein Team in der NHL oder die finnische Nationalmannschaft zu coachen. In der NHL bestritt er 918 Partien. Mit Finnland wurde er Weltmeister und gewann zweimal Olympia-Bronze.

Vorerst liegt sein Fokus aber auf der Schweiz und dem HC Lugano, bei dem er sich für zwei Jahre verpflichtet hat. Es sei ihm aufgefallen, dass die finnischen Coaches in der National League derzeit sehr erfolgreiche Arbeit abliefern. Kari Jalonen mit Bern, Antti Törmänen mit Biel und Ville Peltonen mit Lausanne erreichten in diesem Frühjahr mit ihren Teams allesamt die Playoff-Halbfinals.

Damit auch Lugano in der nächsten Saison wieder im Konzert der Grossen mitspielen kann, will Kapanen in den nächsten Tagen und Wochen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen. Vorerst gilt es die Position des Assistenztrainers zu besetzen, die wie der Posten des Sportchefs nach wie vor vakant ist. Ein Besuch in Nordamerika, wo sein Sohn Kasperi mit den Toronto Maple Leafs die NHL-Playoffs bestreitet, kommt für ihn deshalb nicht in Frage. "Zuerst kommt Lugano, dann alles andere."

Kapanen gilt als guter Ausbildner, der junge Spieler weiter bringen kann. Spannend wird deshalb auch sein, wie es mit dem Farmteam Biasca Ticino Rockets weiter geht. Noch ist unklar, ob sich Lugano in Zusammenarbeit mit Ambri-Piotta weiterhin am gemeinsamen Projekt in der Swiss League beteiligt.

Taylor Chorney bleibt

Wenig Handlungsspielraum hat Kapanen auf den Ausländerpositionen. Im Zuge seiner Vorstellung wurde auch bekannt, dass Lugano den Vertrag mit dem amerikanischen Verteidiger Taylor Chorney um ein Jahr verlängert. Mit Chorney und den Stürmern Jani Lajunen, Linus Klasen und Maxim Lapierre ist das Ausländer-Quartett für die nächste Saison komplett. Kapanen will in den nächsten Tagen mit den einzelnen Spielern das Gespräch suchen. Allenfalls kommt noch ein weiterer ausländischer Spieler hinzu.

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