Betreffend Unterhaltung und Spektakel wurde in diesem vierten Finalspiel niemand enttäuscht. Die Zuger Spieler wirkten euphorisiert und starteten mit viel Überzeugung. Sie hätten 1:0 in Führung gehen können, fast müssen.

Natürlich hatte Zug übers Ganze gesehen mehr vom Spiel (Torschüsse 37:19), doch waren die Berner gewohnt diszipliniert und kompakt vor ihrem eigenen Tor. Leonardo Genoni war der sichere und ruhige Rückhalt, wie er es seit Jahren ist. Aber grosse Paraden musste er wenige machen, denn die Zuger kamen zu selten richtig gefährlich vors Tor.

Das annullierte Tor der Zuger zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich gibt noch immer viel zu reden. Als besonnener, «frühpensionierter» Eishockeyspieler fällt meine Meinung dazu allerdings ein bisschen nüchterner aus. Der Schiedsrichter entschied sofort auf «kein Tor».

Bei der Betrachtung der TV-Bilder sieht man klar, dass Zugs Dennis Everberg Genoni mit dem Ellbogen im Gesicht berührt. Ob Absicht oder nicht, spielt keine Rolle. Genoni wird dadurch daran gehindert, voll abstossen zu können. Die Strafe gegen Thomas Rüfenacht, die zu diesem Powerplay führte, war meiner Meinung nach der eigentliche Fehlentscheid.

Ausreden und den Titel im eigenen Stadion

Für den EV Zug wird es nun sehr schwierig und nur die risikoaffinsten Leute würden jetzt noch Geld auf dieses Team setzen. Man hat extrem viel Aufwand betrieben im letzten Spiel, man war das bessere Team, man hatte Pech, man wurde um ein Tor «betrogen».

Es gäbe unzählige Ausreden, die man bereithaben könnte, sollte es heute in Bern zur entscheidenden Niederlage kommen. Wenn der EV Zug aber einen Weg findet, diese – wie die Amerikaner sagen – «Adversity» (Widrigkeit) zu überwinden und diese in eine positive Jetzt-erst-recht-Einstellung umwandeln können, dann ist heute Abend noch nicht Ende Feuer.

Auf der anderen Seite hat der SC Bern die Möglichkeit, wieder einmal eine Meisterschaft zu Hause in der Postfinance Arena zu feiern. In Erinnerung an den letzten Heimauftritt des SC Bern vom Dienstag kann ich mir nur schwer vorstellen, dass sich die Berner diese Chance entgehen lassen werden.