Nachgefragt
Eray Cömert nach dem Rückschlag in Bern: «Wenn wir gegen YB spielen, sind wir meistens auf Augenhöhe»

Eray Cömert war bei der 0:2-Niederlage gegen die Berner Young Boys der beste FCB-Akteur auf dem Feld. Freuen kann er sich darüber nicht so recht. Er findet aber tröstende Worte für Matias Palacios.

Aufgezeichnet von: Simon Leser
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Eray Cömert hatte den YB-Angriff mehrheitlich im Griff.

Eray Cömert hatte den YB-Angriff mehrheitlich im Griff.

Peter Klaunzer / KEYSTONE

Eray Cömert, das Spiel gegen YB war lange relativ ausgeglichen, dann kamen zwei verhängnisvolle Minuten. Wie sahen Sie das Spiel?

Eray Cömert: Es war bis zur 65. oder 70. Minute wirklich relativ ausgeglichen. YB hatte in der ersten Halbzeit kaum eine Torchance, abgesehen vom Pfostenschuss. Wir hatten die besseren Gelegenheiten.

Was ging in der zweiten Hälfte schief?

Wir hatten eine Phase von etwa 20 Minuten, in der wir YB zu viele Räume liessen und die Organisation ein bisschen verloren. Das 0:1 war unglücklich. Wenn er (Anmerkung: Christian Fassnacht) den Volley mehrmals so probiert, geht er nicht of rein. Das zweite Tor entsteht dann aus einem individuellen Fehler. Wir sind extrem enttäuscht, weil wir ziemlich viel Aufwand betrieben haben und trotzdem mit einer Niederlage heimkehren.

Der Fehler unterlief Matias Palacios, der nach Spielende untröstlich war. Wie konnte die Mannschaft ihm helfen?

So ein Fehler kann passieren, daraus lernt er. Wir versuchten ihn aufzumuntern. Ich finde, dass er zuvor im Zentrum ein super Spiel gezeigt hatte. Er ist einer, der sich gut bewegt und stark am Ball ist. Diese Qualitäten zeigte er. Dass dann mal so ein Fehler in so jungen Jahren passiert, ist absolut normal. Es ist schade für ihn, aber er muss so weitermachen, wie er heute gespielt hat.

Sie verteidigten gegen YB neben Albian Hajdari, weil Timm Klose fehlte. Was veränderte sich für Sie?

Nicht viel. Ich habe mit Albian auch schon in den Trainings zusammen verteidigt. Ich versuchte ihm viel zu helfen und mit ihm zu kommunizieren. Er hat das gut gemacht, war mutig, hatte keine Angst und ging in die Zweikämpfe. So muss das sein.

Die Innenverteidigung hattet ihr im Griff. Waren die Aussenpositionen das Problem?

Ich habe mich mit Albian wirklich gut verstanden und wir haben viele Zweikämpfe gewonnen. Wir wussten vor dem Spiel, dass YB über die Aussenpositionen kommt und mit Flanken agiert. Vor der Pause lösten wir das relativ gut, danach weniger.

War das trotz der Niederlage ein guter Auftritt, mit dem man zufrieden sein kann?

Nach einer Niederlage ist es schwierig zu sagen, dass es trotzdem gut war. Die Leistung der ersten Halbzeit können wir sicherlich mitnehmen, auch die ersten 20 Minuten nach der Pause. Dann haben wir das Tempo verloren und zu viel zugelassen. Das müssen wir anschauen, es ändern und am Dienstag umsetzen.

Auch wenn YB heute gewann: Zeigt dieses Spiel, dass es zwischen dem FCB und YB nicht diese grosse Kluft gibt, wie es in der Tabelle den Anschein macht?

Das würde ich so sagen. Wenn wir gegen YB spielen, sind wir meistens auf Augenhöhe. Das zeigt die Qualität von beiden Teams. In der Super League ist nicht jedes Spiel gleich. Andere Mannschaften stehen einfach hinten rein und kontern. YB und wir wollen hingegen beide mutig nach vorne spielen.

Wie gross sind die Gedanken daran, dass sich Servette am Sonntag den zweiten Platz schnappen kann?

Auf das müssen wir gar nicht schauen. Wir müssen uns jetzt auf das Spiel am Dienstag gegen Lugano konzentrieren. Dort wollen wir daheim die nächsten drei Punkte holen. Denn wir wollen uns diesen zweiten Platz sichern.