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Explosiv zur ersten Teilnahme seit exakt 50 Jahren: Die Kansas City Chiefs qualifizieren sich für die Superbowl

Er trägt die Kansas City Chiefs immer wieder zum Sieg: Quarterback Patrick Mahomes (r.) feiert seine Leistung und die damit verbundene Qualifikation zur Superbowl.

Er trägt die Kansas City Chiefs immer wieder zum Sieg: Quarterback Patrick Mahomes (r.) feiert seine Leistung und die damit verbundene Qualifikation zur Superbowl.

Die Kansas City Chiefs und San Francisco 49ers qualifizieren sich für die Superbowl vom zweiten Februar in Miami. Für die Chiefs ist es die erste Qualifikation seit exakt 50 Jahren – die Rückkehr gelang ihnen dank der Kraft der Offensive.

51:31 bezwangen die Kansas City Chiefs vor Wochenfrist die Houston Texans. Das nackte Resultat alleine verrät nicht, dass die Partie eine der spektakulärsten NFL-Partien in diesem Millennium war. Die Chiefs drehten einen 0:24-Rückstand und skorten danach mit fast aufreizender Leichtigkeit so viele Punkte, dass das Team auf den Grossbildschirmen im heimischen Arrowhead Stadium irgendwann entschuldigend mitteilen musste, dass leider das Feuerwerk für die Touchdown-Feierlichkeiten ausgegangen sei – die Chiefs hatten einfach zu oft gepunktet.

Das Malheur wiederholte sich am Sonntag nicht, die Chiefs forderten ihr Glück diesbezüglich aber auch nicht heraus: 35:24 besiegten sie das Überraschungsteam Tennessee Titans, die Chiefs mussten dabei lediglich einen 7:17-Rückstand korrigieren und den Vorsprung irgendwann nur noch verwalten.

Der Trainer Andy Reid und der Quarterback Patrick Mahomes bewiesen in den letzten zwei Wochen einmal mehr, dass sie das innovativste Duo der Liga sind. Unter der Führung von Reid hat der erst 24 Jahre alte Mahomes bereits etliche Rekorde aufgestellt. Am Sonntag übertraf er mit seinem 86. Touchdown-Pass im erst 35. Spiel eine Bestmarke der Ikone Dan Marino. Mahomes sagte: «Kansas City, das war für euch alle. Aber wir sind noch nicht am Ziel.»

Von anderem Kaliber als die bisherigen Playoff-Gegner

Der Anhang der Chief muss hoffen, dass sich Mahomes und Reid noch ein paar Geistesblitze für den grossen Showdown vom 2. Februar in Miami aufgehoben haben. Der Gegner bei der ersten Superbowl-Teilnahme der Chiefs seit 1970 sind die San Francisco 49ers – ein Kollektiv von anderem Kaliber als die bisherigen Playoff-Gegner. Die 49ers demontierten die Green Bay Packers 37:20, der Klassenunterschied war eindrücklich.

San Francisco begann die Saison als Aussenseiter, die Superbowl-Quote lag bei 25:1, aber der Coach Kyle Shanahan hat aus den 49ers das konstanteste Team der Liga geformt. Shanahan ist jener Mann, der als Offensivkoordinator der Atlanta Falcons 2017 einen der schlimmsten Kollapse der NFL-Geschichte zu verantworten hatte: gegen die New England Patriots verspielte Atlanta eine 28:3-Führung. Drei Jahre später kehrt er nun auf die grösste Bühne des US-Sports zurück. Dieses Mal scheint sein Team komfortable Führungen besser verteidigen zu können: gegen die Packers stand es am Sonntag schon zur Halbzeit 27:0.

Nach einigen sehr grossen Überraschungen in diesem NFL-Playoff gehörte der Sonntag den Favoriten. Bei den geschlagenen Titans und Packers mag die Enttäuschung gross sein, beide Teams haben die Erwartungen aber auch so übertroffen. Für den Titans-Coach Mike Vrabel ist das Ausscheiden sogar eine Art Segen: vor der Saison hatte er öffentlich gesagt, für einen Superbowl-Titel würde er sich sein Geschlechtsteil wegschneiden lassen.

Die Elimination des mittelmässigen Titans

Das Thema hat die nordamerikanische Journaille zuletzt während Wochen unterhalten; zwischenzeitlich schaltete sich sogar Vrabels Ehefrau ein: auf Twitter fragte sie jemand, ob sie sauer sei. Die Replik: Überhaupt nicht, sie erkläre sich sonst freiwillig bereit, bei der Prozedur mitzuhelfen.

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Es wird nicht mehr nötig sein, jetzt, nach der Elimination der mittelmässigen Titans. Für den Unterhaltungswert der Superbowl ist das vermutlich eine gute Nachricht: zu erwarten ist ein Duell auf Augenhöhe, was eine wohltuende Abwechslung zu den sehr einseitigen Vergleichen vom Sonntag darstellt. An Spektakel und Feuerwerk sollte es in Miami nicht mangeln.

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