FC Basel
Stockers Zeichen und weitere drei Erkenntnisse nach dem emotionalen Sieg in Spiel 1 nach dem Machtwechsel

Der FC Basel gewinnt im Nachgang der Degen-Übernahme 2:0 gegen Lugano und jubelt mit den anwesenden Fans über den Sieg, aber wohl auch ein wenig über den eingeleiteten Neustart unter David Degen.

Jakob Weber
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Valentin Stocker macht nach seinem 2:0 demonstrativ auf seine neue Captainbinde mit Muttenzerkurve-Logo aufmerksam.

Valentin Stocker macht nach seinem 2:0 demonstrativ auf seine neue Captainbinde mit Muttenzerkurve-Logo aufmerksam.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

1. Valentin Stocker solidarisiert sich mit den Fans

Es wird kaum ein Zufall gewesen sein, dass Valentin Stocker genau in diesem Spiel mit neuer Captainbinde aufläuft. Neben dem FCB-Logo ist auf schwarzem Grund auch das Logo der Muttenzerkurve zu sehen. Nach seinem Tor zum 2:0 jubelt er demonstrativ, indem er sich mehrfach auf die Binde schlägt. Stocker sah die alte Führungscrew schon vor seiner Suspendierung kritisch und sprach auch intern immer wieder schwierige Themen an. Wohl auch wegen seiner Aufmüpfigkeit wurde er von der alten Führungscrew zuerst suspendiert, seine Zukunft intern in Frage und Stocker dann auch noch von Verwaltungsrat Karli Odermatt öffentlich blossgestellt. Der Machtwechsel dürfte Stocker gefallen haben. Schon in den vergangenen sieben Spielen unter Patrick Rahmen zeigte der in seinem Amt bestätigte Captain, welche wichtige Rolle er sportlich übernehmen kann. Durch seinen Jubel mit der Captainbinde solidarisiert sich Stocker einmal mehr mit den Fans. Denn für sie ist das Ende der Ära Burgener offensichtlich eine Erlösung.

2. Mannschaft und Fans sind wieder eine Einheit

Nicht nur Valentin Stocker setzt ein Zeichen. Die ganze Mannschaft feierte nach Spielschluss minutenlang am verschlossenen Zufahrtstor mit den vor dem Stadion feiernden Fans. Eray Cömert hing wie ein Vorsänger am Zaun, gemeinsam sangen Spieler und Fans. Zum Abschluss schenkten die Spieler den rund 350 anwesenden Fans, die im Dauerregen während des ganzen Spiels von draussen gesungen hatten, ihre Trikots. Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie waren sich Fans und Spieler wieder so richtig nah.

3. Patrick Rahmen hat noch nicht unterschrieben

Mit seinem öffentlichen Statement, dass Patrick Rahmen Trainer bleibt, hat David Degen auch Rahmen selbst überrascht. Doch natürlich freut sich der Interimstrainer, dass er auch in der kommenden Saison den FCB trainieren darf. «Ich finde es schön, dass man mir das Vertrauen ausgesprochen und damit ein Signal gesetzt hat», sagt Rahmen. Informiert wurde der Coach am Nachmittag im Mannschaftshotel von Degen und Burgener persönlich. Einen Cheftrainervertrag hat Rahmen allerdings noch nicht unterschrieben. «Wir werden in den nächsten Tagen Gespräche führen. Aber ich bin sicher, wir werden uns einig», so Rahmen. Auch bei den Spielern kommt diese Nachricht gut an. Fabian Frei sagt stellvertretend für viele: «Ich habe nur positive Gefühle. Die Art, wie wir spielen, und die Resultate sprechen für ihn. Es ist gut, dass eine Entscheidung gefällt wurde. Jetzt wissen alle, woran sie sind.»

4. Für die Conference League fehlen noch vier Punkte

Durch den Sieg gegen Lugano hat der FCB im Rennen um die Conference League vorgelegt und die Tessiner haben sich daraus wohl verabschiedet. Servette, Luzern und auch Lausanne können heute nachziehen, doch solange der FCB bis Saisonende nicht mehr verliert, bleibt er Zweiter. Basel hat alles in der eigenen Hand. Holt der FCB aus den letzten beiden Spielen gegen Zürich und in Sion vier Punkte, ist ihm das internationale Geschäft nicht mehr zu nehmen. Und sollte Luzern in die Top 3 vorstossen und am Pfingstmontag gleichzeitig noch den Cupsieg holen, reicht sogar Rang 4.

Das Restprogramm:

Heute: Servette – Lausanne, Sion – Luzern
Samstag: Basel – Zürich, Vaduz – Servette, YB – Luzern
Freitag: Sion – Basel, Servette – St.Gallen, Luzern – Lugano