Conference League
Ein 0:1 mit dem nichts verloren ist: Der FC Basel verpasst in Kopenhagen eine gute Ausgangslage

Der FC Basel unterliegt in der Europacup-Qualifikation bei Bröndby IF durch einen Gegentreffer in der 75. Minute. Das Spiel auf Augenhöhe gibt aber Grund zur Hoffnung für das kapitale Rückspiel in einer Woche.

Christoph Kieslich aus Kopenhagen 5 Kommentare
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Schon nach 18 Sekunden hat Bröndbys Simon Hedlund eine Riesenchance zum 1:0. Doch nachdem der Stürmer an Marwin Hitz vorbei ist, schiesst er neben das Tor.
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Auch Mathias Kvistgaarden (hier gegen Noah Katterbach) kommt in der Startphase immer wieder vorbei.
Wouter Burger setzt sich hier gegen Anis Slimane durch. Doch der offensive Mittelfeldspieler der Dänen ist ein ständiger Unruheherd.
Hier wird Slimane von drei Baslern gleichzeitig bearbeitet und zu Fall gebracht.
Andy Diouf versucht hier einen Ex-Basler vom Ball zu trennen. Blas Riveros spielte einst vier Jahre für Rotblau, ehe er vor zwei Jahren nach Kopenhagen wechselte und dort bereits seinen eigenen Fansong hat.
Zur Pause müssen sich die rund 200 mitgereisten Basler Fans mit einem 0:0 begnügen. Die grösste Chance des Spiels hatte Dan Ndoye vergeben, der alleine vor dem Bröndby-Keeper an selbigem scheiterte.
Marvin Hitz hatte am Donnerstagabend viel zu tun, war zumeist ein sicherer Rückhalt. Beim Gegentor war auch er machtlos.
Auch Kasim Adams kann den einschiessenden Divkovic nicht mehr stoppen.
Der Jubel bei Bröndby kennt keine Grenzen.
Da hatte er noch gut lachen. Andi Zeqiri mit einem unglücklichen Auftritt bei seinem Début in Rotblau. Erst verliert er den Ball vor dem Gegentor, dann landet seine Hand im Gesicht des Gegners.
Dan Ndoye im Zweikampf im Bröndby-Strafraum. Kurz darauf wird er penaltywürdig gefoult.
Ein Bild, das Bände spricht: Wouter Burger im Sprachgefecht mit der halben Bröndby-Mannschaft. Der Niederländer ist am Donnerstagabend oft da, wo es wehtut.
Auf FCB-Trainer Alex Frei wartet vor dem Match gegen die Young Boys einiges an Arbeit. Denn ein Ausscheiden hätte kapitale finanzielle Folgen für den FCB.

Schon nach 18 Sekunden hat Bröndbys Simon Hedlund eine Riesenchance zum 1:0. Doch nachdem der Stürmer an Marwin Hitz vorbei ist, schiesst er neben das Tor.

Claus Bech/EPA

In Dänemark kann der FC Basel nicht reüssieren: Mit einem späten Nackenschlag, dem Gegentreffer zum 0:1, verpasst er es, sich eine passable Ausgangslage für das Rückspiel kommenden Donnerstag im St. Jakob-Park (19 Uhr) zu verschaffen. Die Kräfteverhältnisse in der Kopenhagener Vorstadt waren aber nicht so, dass man dem Team von Alex Frei nicht eine Wende zutrauen darf.

Für den FCB war es der dritte Auftritt in Dänemark in einem Europacupspiel. 1967 schied er gegen den Kopenhagener Vorstadtklub Hvidovre IF nach einem 3:3 im Idraetsparken (Hinspiel 1:2) im Landesmeister-Wettbewerb aus. 1995 verlor er im UI-Cup in Aarhus 1:2.

Frei hatte sein Team im Vergleich zum Spiel vor Wochenfrist in Belfast auf vier Positionen verändert. Unfreiwillig auf der linken Abwehrseite, weil er Andy Pelmard aus disziplinarischen Gründen in Basel gelassen hatte. Für den Franzosen verteidigte Noah Katterbach, im Abwehrzentrum spielte Kasim Adams anstelle von Nasser Djiga, Wouter Burger besetzte eine Stelle im Zentrum und Dan Ndoye den rechten Flügel. Dafür wanderten Darian Males und Adam Szalai auf die Ersatzbank.

Der FCB startet so fahrig wie in Belfast

Wie der FCB dann das Spiel beginnt, ist ein Abziehbild der ersten Minute in Nordirland: Dort hatten die Crusaders gegen schlafmützige Basler nach 40 Sekunden eine Riesenchance. Sehr zum Ärger von Frei, der seinen Spielern deshalb zwar ins Gewissen, aber dabei offenbar gegen eine Wand geredet hat. In Bröndby dauert es nämlich nur geschlagene 18 Sekunden, bis Torjäger Simon Hedlund entwischt, an Marwin Hitz schon vorbei ist, aus spitzem Winkel jedoch nur das Aussennetz trifft.

Dieser Schreckmoment beflügelt die Blau-Gelben, die mit einem Altersdurchschnitt von 23,8 Jahren eine um anderthalb Jahre jüngere Startelf als der FCB haben. Angetrieben werden sie von einem beeindruckend lauten Publikum, während der FCB sich sammeln muss in seiner Grundordnung, die anfangs nach einem 4-1-4-1 aussieht, in dem Fabian Frei vor der Abwehr dann aber immer häufiger assistiert wird von Andy Diouf oder Burger.

Bröndby – Basel 1:0 (0:0)

Bröndby Stadion. – SR: Glova (Slowakei). – 15015 Zuschauer. – Tore: 75. Divkovic (Hedlund) 1:0.

Bröndby: Hermansen; Sebulonsen, Tshiembe, Heggheim, Riveros; Bell, Radosevic, Slimane, Cappis; Hedlund (81. Schwartau), Kvistgaarden (69. Divkovic).

Basel: Hitz; Lang (82. Lopez), Comas, Adams, Katterbach; Frei; Ndoye, Burger, Diouf (82. Szalai), Millar (69. Ltaief); Amdouni (69. Zeqiri).

Bemerkungen: Basel ohne Padula, Pelmard, Marchand, Onyegbule (kein Aufgebot), Xhaka, Sène (angeschlagen), Augustin (verletzt), Essiam und Vogel (im Aufbau). Bröndby ohne Björk, Maxsö, Mensah (verletzt). – Verwarnungen: Radosevic, Bell, Burger (alle Foul), Ltaief (Meckern). – Rückspiel am Donnerstag, 11. August, 19 Uhr.

Bald einmal hat sich der erste Wind, den die Dänen entfacht haben, gelegt; kommt der FCB zum ersten Abschluss von Dan Ndoye, der weit übers Tor schiesst. Der Ballbesitz gleicht sich aus, Basel ist im Spiel und Burger zieht aus guter Position ab, trifft aber nur den eigenen Mann. Dieser Zeki Amdouni ist es, der in der 31. Minute mit starker Balleroberung Ndoye auf die Reise schickt, doch der scheitert frei vor Mads Hermansen am Bröndby-Goalie. Es wird die beste FCB-Chance des Spiels sein.

Bröndby nutzt eiskalt Umschaltmoment

Die ersten 45 Minuten enden, wie sie angefangen haben: mit einer gefährlichen Aktion der Gastgeber, als sich ein Bogenball aus 40 Metern von Josep Radosevic tückisch senkt.

Nach Seitenwechsel sieht FCB-Boss David Degen in Gesellschaft von Marco Streller, wie sich der FCB eine Viertelstunde lang hinten reindrücken lässt. Bei einem der wenigen durchdachten Entlastungsangriffe zwingt Amdouni Hermansen zu einer Parade (62.).

Der FCB lässt Bröndby gewähren, aber auch gleichzeitig nicht viel zu. In der 69. Minute feiert Andi Zeqiri mit der Einwechslung für Amdouni sein Debüt in Rotblau. Das nur zwei Tage nach seinem Wechsel. Den besseren, weil gewinnbringenden Joker hat allerdings Bröndby-Trainer Niels Frederiksen im Ärmel: Marko Divkovic erzielt, kaum sechs Minuten auf dem Platz das 1:0, dem ein Ballverlust von Zeqiri vorausgeht. Es ist der eine Umschaltmoment, in dem es für den FCB zu schnell geht.

Eine Ahnung davon, wie die der Qualifikations-Parcour weitergehen könnte, hat der FCB auch schon: St. Patrick’s hat in Sofia gegen CSKA Sofia 1:0 gewonnen. Aber bevor der FCB einen Gedanken an eine weitere Reise auf die irische Insel verschwenden kann, muss er erst einmal seine Hausaufgabe erledigen und im Rückspiel mindestens zwei Tore mehr als Bröndby erzielen. Schwer genug wird das werden.

5 Kommentare
Mark von Steiger

Nun kein Wort darüber, dass dem 1:0 ein klares Foul voraus ging und in der Schluss Phase ein noch klareres Strafraumfoul an Ndoye nicht gepfiffen wurde!

Peter Thommen

Gehen Sie beim Rückspiel ins Stadion, dann müssen Sie sich den Kommentator nicht zumuten und können dazu beitragen, dass der FCB das Ding dreht. Grottenschlecht war das sicher nicht.