FC Basel
Coole Tage in Lörrach: Die Champions League für Fussballkinder

Der Erlebnisbericht eines U14-Juniors des FC Basel über das hochkarätig besetzte Turnier des FV Lörrach-Brombach.

Nico Pantaleoni
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Auf Anhieb sympathisch: Nico Pantaleoni (links) vom FC Basel auf der väterlichen Couch mit den Leverkusener Gastkindern Kilian und Mick.

Auf Anhieb sympathisch: Nico Pantaleoni (links) vom FC Basel auf der väterlichen Couch mit den Leverkusener Gastkindern Kilian und Mick.

Bild: Beat Lustenberger

Der PS-Immo-Cup in Lörrach ist seit einem halben Jahrhundert eine Institution unter den Junioren-Fussballturnieren. Auch 2023 versammelte sich wieder hochbegabter Nachwuchs aus namhaften Top-Klubs wie dem FC Bayern, Juventus Turin oder Ajax Amsterdam auf den Sportanlagen im Lörracher Grütt.

Mit dabei war das U14-Team des FC Basel, das von Ex-Profi Markus Neumayr betreut wird. Und mittendrin war Nico Pantaleoni. Der 13-jährige Sekundarschüler aus dem Schulhaus Gründen in Muttenz hat im Rahmen seiner Schnupperlehre in der Redaktion der bz Basel einen Erlebnisbericht über die zwei Turniertage aufgeschrieben:

Letztes Jahr war der Immo-Cup in Lörrach wegen eines Sturms ausgefallen. Am vergangenen Wochenende jedoch fand das Turnier, das sich die Champions League für Fussballkids nennt, wieder statt. Und ich durfte dabei sein!

Ich bin erst seit neun Monaten beim FC Basel. Ich war davor fast zehn Jahre Innenverteidiger beim SV Muttenz, als ich zu einer Probewoche beim FC Basel eingeladen wurde, wo ich nun Linksverteidiger spiele.

Da stand mein Vater mit zwei Gastkindern in der Tür

Für das Turnier in Lörrach durften wir Gastfamilie für Kinder aus Leverkusen sein. Als ich am Freitagabend nach dem Training, der letzten von vier Einheiten pro Woche, nach Hause kam, stand mein Vater mit zwei Spielern von Bayer 04 in der Tür. Der eine Junge hiess Kilian und der andere Mick.

Beim Abendessen haben wir uns ein bisschen kennen gelernt. Wir haben uns gegenseitig gefragt: Welche Position spielst du? Ist eure Mannschaft gut? Und so weiter. Ich habe zwar schon gegen Junioren von Top-Klubs gespielt, aber noch nie gegen Leverkusen. Ich konnte mir also nicht vorstellen, wie gut die beiden Jungs sind. Aber ich fand sie sehr sympathisch.

Früh raus und das erste Spiel verloren

Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden, denn wir mussten schon um 8.45 Uhr in Lörrach bei den Sportanlagen im Grütt sein. Nach dem Aufwärmen ging es los. Auf Kunstrasen. Das erste Spiel hatten wir um 10.00 Uhr gegen Strasbourg, welches wir leider 0:1 verloren. Die Jungs aus Leverkusen spielten 1:1 gegen Ajax Amsterdam.

Nico Pantaleoni im Trikot der U14 des FC Basel im Spiel gegen Ajax Amsterdam auf den Sportanlagen im Lörracher Grütt.

Nico Pantaleoni im Trikot der U14 des FC Basel im Spiel gegen Ajax Amsterdam auf den Sportanlagen im Lörracher Grütt.

Bild: Esther Pantaleoni

Wir wussten, dass wir bei den nächsten beiden Partien mindestens vier Punkte holen müssen, um noch weiter zu kommen. Daraus wurde leider nichts. Gegen TSG 1899 Hoffenheim waren wir eigentlich die bessere Mannschaft und kreierten mehr Chancen, aber wir konnten uns nicht belohnen und es blieb beim 0:0.

Jetzt mussten wir unbedingt gewinnen – und das gegen den FC Bayern München. Das Spiel war ein sehr ausgeglichenes, und beide Teams hatten viele Chancen, die aber nicht genutzt wurden. Als Gruppenletzter ging es gegen Juventus Turin um Platz 9. Immerhin konnten wir dieses Spiel durch Tore von Leon Ntonga Zengue und Emre Bostan 2:0 gewinnen, und so war das Kunstrasenturnier in Lörrach für uns vorbei. Der Sieg gegen Juve war aber ein kleiner Muntermacher für uns.

Abteilung 2: Nico Pantaleoni mit Spielern, die bei seinen Eltern zu Gast waren.

Abteilung 2: Nico Pantaleoni mit Spielern, die bei seinen Eltern zu Gast waren.

Bild: René Ruflin

Für Bayer Leverkusen ging es weiter. Mick und Kilian kamen mit ihrem Team bis ins Halbfinale, wo sie Gastgeber FV Lörrach-Brombach, der mit einem älteren Jahrgang antrat, 1:4 unterlagen. «Ich bin enttäuscht, dass es nur der dritte Platz geworden ist», sagte Rayan, ein weiterer Spieler aus Leverkusen, der bei meiner Mutter untergebracht war. Turniersieger wurde RB Salzburg vor Lörrach-Brombach.

Unsere zweite Chance in der Halle

Am nächsten Tag hatten wir nochmals die Chance, uns zu beweisen, diesmal beim Turnier in der Halle. Ich konnte aber nicht dabei sein, weil beim Hallenturnier nur zu fünft (plus drei Einwechselspieler) gespielt wurde. Ich und der andere Teil der Mannschaft durften parallel dazu ein Testspiel gegen Ajax Amsterdam machen.

Wir spielten vier mal 15 Minuten, was relativ wenig ist für ein Testspiel. Im ersten Viertel gingen wir rasch 3:0 in Führung, wir waren klar die stärkere Mannschaft. Nach dem zweiten Viertel stand es 4:1. Da wir Neuner-Fussball spielen, musste jeder Spieler durchspielen. Der Rest war ja in der Halle.

Gegen Ajax ging es ziemlich hitzig zu und her

Es war ein ziemlich hitziges Spiel. Es gab immer wieder Fouls und die Spieler stritten sich laufend. Im dritten Viertel fielen keine Tore, und am Ende gewannen wir 6:3. Für die Zuschauer war es sicher kein schlechtes Match, aber mir hat er nicht so gefallen. Ich denke, wir können noch besser spielen.

Währenddessen lief es für den FCB beim Hallenturnier in einer 6er-Gruppe besser als am Tag zuvor auf Kunstrasen in einer 4er-Gruppe. Zum Auftakt gewannen wir gegen den Kunstrasen-Turniersieger Salzburg 4:3. Auch die nächsten Spiele liefen gut: erst mit einem 3:2 gegen Bayern München, dann mit einem 3:0 gegen Racing Strasbourg. Aber wir verloren auch zwei Spiele: gegen Hoffenheim 0:1 und gegen Ajax 1:4.

Daheim bei Nico Pantaleoni: Was Fussballkids halt so machen, wenn sie nicht Fussball sondern Playstation spielen.

Daheim bei Nico Pantaleoni: Was Fussballkids halt so machen, wenn sie nicht Fussball sondern Playstation spielen.

Esther Pantaleoni

Für Bayer Leverkusen kam es noch besser, denn vier von fünf Spielen konnten sie gewinnen und wurden so Gruppenerster. Wir wurden Zweiter und trafen im Viertelfinale erneut auf Juventus Turin. Dieses Mal verloren wir leider 0:3 – und aus war der Traum vom Turniersieg. Genauso wie für die Bayer-Jungs: Sie unterlagen im Viertelfinale Strasbourg 3:4. Unser Spiel um Platz 5 endete mit einer 2:3-Niederlage gegen RB Leipzig.

Sieger in der Halle wurde Strasbourg vor Ajax Amsterdam. Wir wurden Sechster und die Leverkusener Achter. Mein Fazit des Wochenendes: Es waren zwei sehr coole Tage in Lörrach und daheim als Gastfamilie. Aber wir hätten echt besser spielen und mehr Spiele gewinnen können.