FCB-Machtkampf
Ehemalige Geschäftspartner erstatten Strafanzeige gegen David Degen – um so viel Geld geht es

Mitten im Machtstreit um den FC Basel kommen neue Details zu Minderheitsaktionär David Degen ans Licht. Ex-Partner seiner eSquad AG haben gar eine Zivilklage gegen ihn eingereicht.

Céline Feller
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David Degen hat Probleme mit ehemaligen Geschäftspartnern.

David Degen hat Probleme mit ehemaligen Geschäftspartnern.

Freshfocus

Der Streit zwischen Bernhard Burgener und David Degen um die Zukunft des FC Basel dauert an. Auch, wenn es in den letzten Tagen etwas ruhiger geworden war.

Doch nun meldet die « Weltwoche», dass gegen FCB-Minderheitsaktionär Degen Strafanzeige erstattet wurde. Und zwar von zwei ehemaligen Geschäftspartnern Degens: dem Unternehmer Jens Ott und dem Anwalt Peter Gellner.

Die beiden Deutschen hätten Degen in Kitzbühel kennengelernt, wo dieser, wie die «Weltwoche» schreibt, behauptet habe, «die grösste E-Sports-Organisation in der Schweiz zu kontrollieren»: Die eSquad AG. Diese agiert im E-Sports-Bereich. Am 9. Juni 2020 gegründet, ist sie mittlerweile schon wieder am Ende. Degen, seines Zeichens Verwaltungsrats-Präsident, schied bereits im Februar wieder aus.

Degen hat Versprechen nicht eingelöst, sagen seine Ex-Partner

In dieser Funktion aber habe er Ott und Gellner «mit falschen Versprechen dazu gebracht, 35'000 Franken in eine gemeinsame Firma zu investieren. Wo dieses Geld heute liege, wüssten sie nicht. Stattdessen betreibe Degen eine neue Firma mit dem fast identischen Geschäftszweck. Die beiden Investoren fühlen sich hintergangen.» So schreibt es die «Weltwoche».

Aus diesem Grund haben die beiden ehemaligen Geschäftspartner Degens Zivilklage erhoben. Ott, der als Geschäftsführer eingesetzt wurde, sagt über Degen:

«Leider bin ich voll auf ihn und seine Geschichten reingefallen.»

Degen habe Versprechen nicht eingelöst, wie dass sich der FCB mit seiner E-Sports-Abteilung an der eSquad AG beteiligte. Nachdem sich die Probleme summierten, habe Ott im November den Posten als Geschäftsführer abgegeben, weil «die Zusammenarbeit unmöglich war», wie er sich zitieren lässt. Es folgte eine durch Degen orchestrierte Abwahl Otts und Gellners aus dem Aufsichtsgremium.

Ott und Gellner vermissen ihr Geld noch immer

Die Tonalität wurde danach schroffer. Der «Weltwoche» liegt ein Mail vor, welches Degen an Gellner gesendet hatte. Im Wortlaut steht dort:

«Wir haben nach Deinem Mail entschieden, Euch auflaufen zu lassen. Es wird kein Cent mehr aus der eSquad abfliessen, ausser für Abschlüsse oder so. Ihr habt somit die nächsten Jahre 35 Prozent einer Gesellschaft, welche im eigentlichen Sinne stillgelegt ist. Wir werden sie aber nicht liquidieren, sondern einfach laufen lassen. Wir haben 65 Prozent und entscheiden über das Geld, welches drin liegt, und nicht ihr!»

Nachdem die eSquad AG de facto aufhörte, operativ zu agieren, zog sich wenig später auch Degen zurück. Seine weiteren Partner schlossen sich ihm an. Und Ott und Gellner? Die fragen sich noch heute, wo ihr Geld abgeblieben sei, welches sie mit ihren 35 Prozent zu gute hätten. Sie sagen: «Wir haben keine Einsicht mehr in die Bücher unserer Firma.»

Degen lässt den Berater sprechen

Den Vorschlag, den sie Degen unterbreitet hätten, 25'000 der 35'000 im Sinne eines Vergleiches zurück zu bekommen, hätte der Ex-Fussballer abgelehnt. Er hat derweil bereits eine neue E-Sports-Firma gegründet: Die Brame E-Sports AG. Die Gründung erfolgte wenige Tage vor Degens Ausscheiden aus dem Verwaltungsrat der eSquad AG.

Die Weltwoche habe Degen eine Chance zur Stellungnahme geboten, dieser habe abgelehnt, liess aber via seinen Berater ausrichten:

«David Degen ist aufgrund verschiedener Vorkommnisse und unterschiedlicher Vorstellungen über die Strategie und die Führung der eSquad AG vor längerer Zeit aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten und hat auch seine Anteile in der Höhe von 35 Prozent verkauft. Die Gesellschaft wird von einigen der bisherigen Verwaltungsräte weitergeführt.»

Das Kapitel ist für ihn aber noch nicht zu Ende. Er ist mit einer Zivilklage konfrontiert. Die Vorwürfe: Verletzung von Geschäftsgeheimnissen, ungetreue Geschäftsbesorgung und Betrug.

Die Geschichte ist keine Hilfe für Degen

Pikant ist aber auch, via welche Mailadresse die Korrespondenz zwischen Ott, Gellner und Degen lief: jener der SBE. Die SBE ist die Beraterfirma, welche David gemeinsam mit seinem Zwilling Philipp Degen 2016 gegründet hatte, aus der David Degen jedoch im Zuge seines Einstiegs beim FCB 2019 ausgeschieden war - vertraglich festgehalten - um Interessenskonflikte zu vermeiden. Aus der Szene war aber unlängst zu hören, dass Degen noch immer Strippenzieher der SBE sei.

Zwar gilt sowohl in diesem Fall als auch bei der Zivilklage die Unschuldsvermutung. Klar ist aber: All diese Geschichten helfen Degen nicht, im Zusammenhang des Machtstreits um den FCB in einem guten Licht zu stehen.