Fussball
Am Ende entscheidet das Torverhältnis: Der SV Muttenz verliert gegen Wohlen und verpasst den Klassenerhalt

Mit 0:4 verliert der SV Muttenz gegen den FC Wohlen im Saisonfinal. Obwohl die Konkurrenz im Abstiegskampf ebenfalls verliert, können die Baselbieter die Schützenhilfe nicht nutzen und treten jetzt den Abstieg in die 2. Liga interregional an. Trotz der Enttäuschung blickt man bei den Baselbietern aber bereits wieder nach vorne.

Esteban Waid
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Robin Hänggi und seine Offensivkollegen vom SV Muttenz können gegen Wohlen nicht für die nötige Gefahr sorgen.

Robin Hänggi und seine Offensivkollegen vom SV Muttenz können gegen Wohlen nicht für die nötige Gefahr sorgen.

Edgar Hänggi (Archiv)

Enttäuschung macht sich in den Gesichtern der Spieler des SV Muttenz breit, als der Schiedsrichter auf dem Margelacker das letzte Mal in seine Pfeife bläst. Es waren die letzten 90 Minuten für die Muttenzer in dieser Saison und vorerst auch die letzten in der 1. Liga. Mit 0:4 verliert die Mannschaft von Trainer Peter Schädler das letzte Spiel gegen den FC Wohlen und muss nun den Abstieg in die 2. Liga interregional antreten.

Mit gesenkten Köpfen versammelt sich die junge Mannschaft nach der Niederlage um ihren Trainer. «Ich habe ihnen gesagt, dass sich bei uns die Liga ändert, aber nichts an der Philosophie, wie wir Fussball spielen und arbeiten wollen. Es ist Eins-zu-eins das Gleiche, einfach eine Liga tiefer», erklärt Schädler die Szene nach dem Spiel. Dass die Spieler in dieser Situation aber erst mal geknickt sind, kann auch er nicht ändern.

Das liegt auch daran, weil es am Ende so knapp war. Zwei Mannschaften stehen in der Abschlusstabelle punktgleich mit den Muttenzern, sodass nur das Torverhältnis schlussendlich entscheidet. Sowohl der FC Schötz als auch der SC Buochs haben in diesem engen Saisonfinal verloren und stehen deshalb bei elf Punkten. Mit minus 19 hat der SV Muttenz von den drei Teams allerdings das schlechteste Torverhältnis, weil sie an diesem Samstag die Schützenhilfe nicht ausnutzen können, auch wenn es kurz danach aussieht.

Ein Banner sollte die Spieler für die schwierige Aufgabe motivieren: «Hopp Muttenz. Zämestoh. Alles Gäh»

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ewa

Für das erste Ausrufezeichen im Spiel sorgten aber die Wohlener. Emre Sahin kann im Muttenzer Kasten gegen den frei durchgestarteten Luiyi Lugo retten. Ein Sinnbild für die Defensivarbeit des SV Muttenz. Wohlen bleibt zwar nie gänzlich ungefährlich, aber am Ende ist immer ein Muttenzer da, der den Fuss dazwischen hält. Und auch vorne kommt der SVM zu Chancen. Einmal verpasst Robin Hänggi eine flache Hereingabe in die Mitte (23.). Wenig später zischt ein direkter Freistoss von Mustafa Muharemovic nur knapp über das Gästetor.

Der Einbruch kommt 15 Minuten vor Schluss

Mit 0:0 geht es dann in die Pause, ein Ergebnis, mit dem der Klassenerhalt geschafft wäre, weil der FC Schötz zu dem Zeitpunkt gegen Bassecourt mit 0:1 hinten liegt. «Wir wussten in der Halbzeit von dem Zwischenresultat», erklärte Captain Marc Tanner nach der Partie. Und auch zwischen den Zuschauern werden die Resultate der anderen Spiele diskutiert – die Hoffnung auf den Klassenerhalt lebt.

Die Stimmung bekommt erst in der 64. Minute einen Bruch, als eine Flanke von Wohlens Routinier Ronny Minkwitz den Kopf von Esat Balaj findet. Der Ball schlägt im langen Eck ein. Für Muttenz ist das Tor der Genickbruch. Wohlen spielt jetzt eine Klasse besser, kann nur 10 Minuten später das zweite Tor nachlegen, als die Hausherren nach einem Standard den Ball nicht wegbekommen, sodass Captain Marko Muslin den Ball ins kurze Eck schiebt. Das nimmt auch dem letzten Optimisten den Wind aus den Segeln.

So sieht die knappe Abschlusstabelle aus:

Der SV Muttenz schliesst die Saison auf dem 13. Platz ab, punktgleich mit Schötz und Buochs.

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SFV

Obwohl die Parallelspiele zu Gunsten des SV Muttenz ausfallen, schaffen es die Baselbieter nicht, vorne für Gefahr zu sorgen. Captain Tanner spricht nach dem Spiel von einem schwierigen Moment, als die Gäste das dritte Tor nachlegen: «Die letzten 15 Minuten, als es 0:3 stand, wussten wir nicht, ob wir noch ein Tor machen müssen oder nicht und welches Resultat uns hilft.» Zum Abpfiff steht es dann schliesslich sogar 0:4, ein Ergebnis, das definitiv nicht für den Klassenerhalt reicht.

«Es wird sich zeigen, ob es für die Entwicklung der Mannschaft besser ist, eine Liga tiefer zu spielen. Aber für mich und auch für die ganze Mannschaft ist es eine grosse Enttäuschung»,

sagt Tanner, der sein letztes Spiel für die erste Mannschaft gemacht hat. Er wird künftig kürzertreten und nur für die zweite Mannschaft spielen. Für Trainer Schädler geht die Arbeit aber weiter. «Es wird schwer genug, in der neuen Liga wieder Fuss zu fassen nach zwei so schwierigen Jahren. Wir brauchen von Anfang an die richtige Einstellung», sagt Schädler und richtet den Blick in die Zukunft. Er wird auch eine Liga tiefer die junge Mannschaft trainieren.