Fussball
Der SV Muttenz gewinnt mit 2:0, der heisse Showdown im Abstiegskampf geht aber weiter

Der SV Muttenz hat nach dem Restart nur drei Spiele, um den Klassenerhalt zu schaffen. Das erste Spiel gegen Bassecourt gewinnen die Muttenzer zu Hause souverän mit 2:0. Aber die zwei grossen Brocken kommen erst noch.

Esteban Waid
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Die Spieler bejubeln das erlösende 2:0 von Robin Hänggi.

Die Spieler bejubeln das erlösende 2:0 von Robin Hänggi.

Esteban Waid

Dem SV Muttenz stehen entscheidende Wochen bevor. Wochen, die über den Verbleib oder Nichtverbleib in der ersten Liga entscheiden werden. Nur acht Punkte hatten die Baselbieter zum Zeitpunkt des Saisonunterbruchs im Oktober auf dem Konto. Das bedeutete Platz 13. Nur der SC Goldau ist mit drei Punkten noch hinter dem SVM. Die Mannschaft muss sich also noch um mindestens einen Platz verbessern, um den Klassenerhalt zu schaffen. Unter normalen Umständen wären noch 16 Spiele Zeit, um sich aus dem Tabellenkeller zu retten.

Doch seit dem 26. Mai ist klar, dass nur noch die Rückrunde gespielt wird und den Muttenzern nur noch drei Spiele bleiben. «Wir hatten acht Monate die Tabelle vor Augen. Wir wussten, wir müssen von Anfang an bereit sein. Wir haben keine zehn Chancen, sondern genau drei Spiele», sagt Captain Marc Tanner nach der bestandenen ersten Hürde am Samstag.

Im Umfeld des Vereins löste der Restart aber gemischte Gefühle aus. Offiziell dauerte die Vorbereitung auf den ersten Ernstkampf des Jahres nur elf Tage, auch wenn das Team unter Einhaltung bestimmter Massnahmen schon vorher trainieren konnte. «Wir hatten drei Monate Vorbereitung im Stand-by-Modus. Wir waren viel auf der Laufbahn und haben uns fit gehalten», erklärt Tanner, der am Samstag zum 300. Mal für den SVM auf dem Platz stand.

In der Liga herrschen aber ungleiche Voraussetzungen. Denn mit der U21 der Grasshoppers und der des FC Luzern spielen zwei Teams, die unter normalen Bedingungen weitertrainieren und -spielen durften. Für sie galt eine Ausnahme, weil sie die Nachwuchsteams zweier Profimannschaften sind. Für Tanner selbst macht das aber keinen Unterschied: «Für mich ist es nicht entscheidend, ob die GC U21 durchtrainiert hat oder nicht. Wir schauen auf uns.»

Es herrschte bestes Wetter auf dem Muttenzer Margelacker.

Es herrschte bestes Wetter auf dem Muttenzer Margelacker.

Esteban Waid

Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Team erst noch finden musste und immer noch muss. Viele Spieler haben den Klub im Sommer verlassen. Die Mannschaft hätte noch Zeit und vor allem Spiele gebraucht, um sich zu finden. «Wir sind sehr jung und entwickeln uns. Da wird es umso schwieriger, dass es nur drei Spiele sind», erklärt Trainer Peter Schädler.

Die Mannschaft macht einen wichtigen Schritt

An diesem Samstag stellt die Mannschaft aber eindrucksvoll unter Beweis, dass sie sich in der langen Paus weiterentwickeln konnte. Nach 232 Tagen ohne Ernstkampf geht es wieder los, denn der FC Bassecourt ist zu Gast. Der SV Muttenz weiss aber von Beginn an mit dem Druck umzugehen und erarbeitet sich viele Chancen, die aber auch reihenweise liegengelassen werden.

Immer wieder im Zentrum des Geschehens steht Robin Hänggi. In der 12 Minute bringt er freistehend nur einen laschen Schuss aufs Tor. 14 Minuten später bringt er die Zuschauer auf dem Margelacker aber das erste Mal zum Jubeln. Srdan Sudar ist frei durch und legt kurz vor dem Tor auf Hänggi, der den Ball nur einschieben muss.

Im ganzen Spiel kommt der SV Muttenz nur einmal in Bedrängnis. Vor dem Führungstreffer kann Emre Sahin im Muttenzer Tor zwei Grosschancen der Gäste klären. Es bleibt das Gefährlichste, was Bassecourt über 90 Minuten produziert. Dass das Spiel am Ende nicht höher ausgeht, liegt allein an den Baselbietern, die weiter ihre Chancen nicht nutzen.

Erst in der 62. Minute ist es wieder Hänggi, der hinter die Abwehrreihen geschickt wird. Mit einem sensationellen Solo umkurvt er erst den Verteidiger, lässt dann den Torwart stehen und schiebt lässig zum 2:0-Endstand ein. Die Mannschaft war bereit für diesen ersten Schritt, der am Ende aber noch nicht ausreicht.

«Ich habe der Mannschaft gesagt, dass man merken muss, dass wir das Messer am Hals haben. Es hat sich aber nichts geändert, ausser dass wir jetzt nur noch zwei Spiele haben», sagt Schädler nach dem Spiel. Zuerst spielt seine Truppe am kommenden Samstag auswärts beim zweiten FC Baden, eine Woche später geht zu Hause gegen den Fünften aus Wohlen. Der SVM ist zum Siegen verdammt und muss gleichzeitig hoffen, dass die Konkurrenz patzt.