Fussball
Die FCB U21 und die Black Stars liefern unterschiedliche Resultate, der Saisonverlauf zeigt aber Parallelen auf

Bei der U21 des FC Basel und bei den Black Stars blickt man positiv auf die Saison in der Promotion League zurück. Beide entwickeln sich zum Ende der Saison weiter, bei den Black Stars hadert man aber mit einer verpennten Sommervorbereitung.

Alan Heckel
Merken
Drucken
Teilen
Black Stars Suleyman Turkes.

Black Stars Suleyman Turkes.

Edgar Hänggi / bz Zeitung für die Region

Mit einem 6:1-Kantersieg über die U21 des FC Sion beendete der FC Black Stars die Promotion-League-Meisterschaft. Ganz vorbei ist die Saison für den Quartierclub noch nicht, denn es steht noch eine Vorqualifikationsrunde für den Schweizer Cup auf dem Programm. Datum und Gegner stehen zwar noch nicht fest, dennoch ist man bei den Sternen zuversichtlich, schliesslich ist man deutlich stärker und stabiler als noch zu Beginn der Spielzeit 2020/21.

Der Auftakt war der Equipe vom Buschweilerhof gründlich missraten, von den ersten sieben Liga-Partien gingen sechs verloren, dazu schied man im Cup beim unterklassigen Monthey aus. «Wir waren physisch nicht auf dem Level, auf dem wir hätten sein müssen», meint Samir Tabakovic rückblickend.

Der Trainer findet, «dass wir eventuell zu grossen Respekt vor Corona hatten und in der Vorbereitung zu viel ohne Körperkontakt trainiert haben». Spielerisch war man im ersten Saisondrittel mit den Konkurrenten mehr als ebenbürtig, «aber in den letzten 20 Minuten haben wir mehrere Spiele, die wir hätten gewinnen müssen, aus der Hand gegeben».

Aus der «falschen» Vorbereitung im Sommer wurden während des zweiten Lockdowns die Lehren gezogen, die Black Stars trainierten nun früher, häufiger und mit grösserer Intensität. «Wir haben alles korrigiert», stellt der Trainer fest. Allerdings liess sich der grosse Punkterückstand zur oberen Tabellenhälfte in den wenigen Partien vor der Teilung in Auf- und Abstiegsrunde nicht mehr aufholen und die Basler verbrachten den Frühling damit, um den Klassenerhalt zu spielen.

Leonardo Gubinelli konnte sich durch gute Leistungen seinen ersten Profivertrag erspielen.

Leonardo Gubinelli konnte sich durch gute Leistungen seinen ersten Profivertrag erspielen.

Urs Lindt / freshfocus

Dort liessen die Schwarzen Sterne aber nichts anbrennen und kamen dank guter Leistungen und Resultate nie ins Zittern. Erst nachdem der Ligaverbleib de facto feststand, machte sich der Schlendrian breit und es wurden ein paar Zähler leichtfertig verschenkt – sehr zum Ärger Tabakovics. Dieser ist sich sicher:

«Wenn wir im Sommer die gleiche Vorbereitung wie im Winter gehabt und ein paar Matches konzentrierter zu Ende gespielt hätten, wären wir Zweiter geworden!»

FC Black Stars – FC Sion U21 6:1 (4:0)

Buschweilerhof. – 100 Zuschauende. – Tore: 12. Ouedraogo 1:0. 17. Türkes 2:0. 25. Türkes 3:0. 40. Türkes 4:0. 47. Berdayes 4:1. 55. Ouedraogo 5:1. 59. Mumenthaler 6:1.

Black Stars: Oberle; Mumenthaler, Kaufmann, Farinha e Silva, Sevinç; Ouedraogo (60. Salvatore), Fischer, Uruejoma, Ferreira (76, Muzangu); Türkes (76. Covella), Mushkolaj.

Sion U21: Da Silva; Matondo, Mujdzic, Obradovic, Gloor; Clescenco, Bitz, Aguilar; Asani, Berdayes, Halabaku.

Bemerkungen: Black Stars ohne Adamczyk, Babovic, Gaudiano, Zunic (alle verletzt) und Edwige (kein Aufgebot). Sion ohne Senerine (verletzt). – Keine Verwarnungen.

Auch die U21 des FC Basel konnte sich im Saisonverlauf in allen Bereichen steigern. Nach dem Restart verlor der rotblaue Nachwuchs nur noch einen Match und qualifizierte sich für die Finalrunde, in der er ungeschlagen blieb. Zum Abschluss siegte man bei Rapperswil-Jona mit 2:1 und verpasste Rang drei um gerade mal einen Punkt.

«Die guten Resultate sind beispielhaft für die tolle Entwicklung der Spieler – sie sind individuell und als Mannschaft weitergekommen», freut sich Matthias Kohler. Der Deutsche war zu Saisonbeginn eigentlich als Trainer für die U18 geholt worden, übernahm aber nach dem überraschenden Rücktritt von Alex Frei nach nur drei Runden die U21.

«Die Grundlagen, auf die man sonst in der Vorbereitung den Fokus legt, musste ich nun anders einbauen.»

In der ersten Phase der Spielzeit mussten sich viele der Basler Talente noch an den Aktivfussball gewöhnen, was resultatmässig das eine oder andere Mal ziemlich schmerzhaft war – doch das spielerische Potenzial schimmerte früh durch. Im Laufe der Zeit wurden die Leistungen immer stabiler, «die Mannschaft spielt erwachsener», formuliert es der Trainer und erwähnt auch die Art und Weise: Beim FCB sucht man auch unter Druck und unabhängig von der Stärke des Gegners stets den vertikalen Pass und hat ausserdem die Fähigkeit (weiter)entwickelt, sich in Ballbesitzphasen jene Energie zu holen, die es für ein konsequentes und erfolgreiches Gegenpressing braucht. Es ist also nicht übertrieben, wenn Kohler findet, dass seine Equipe die Möglichkeiten hatte, jedes Finalrundenspiel zu gewinnen.

Der Trainer der nach Aufsteiger Yverdon zweitbesten Offensivmannschaft (2,2 Tore pro Spiel) muss den Verein nach nur einer Saison überraschend verlassen. Seine zwölf Monate bei Rotblau werden ihm in bester Erinnerung bleiben: «Die Jungs sind mir ans Herz gewachsen. Ich bin stolz, wie sie alles umgesetzt haben.» Matthias Kohler lässt nicht unerwähnt, dass auch «ich viel lernen und mich selbst weiterentwickeln konnte. Es war eine schöne Zeit!»

FC Rapperswil-Jona – FC Basel U21 1:2 (1:1)

Grünefeld, Jona. – 100 Zuschauende. – Tore: 25. Vishi 0:1. 33. Radice 1:1. 48. Pululu 1:2.

Rapperswil-Jona: Yanz; Hebib, Kllokoqi, Beka; Pousa (61. Stettler), Rohrbach, Herter (82. Kubli), Schällibaum (82. Gomes); Radice (46. Casciato), Ciarrocchi (61. Markaj), Saliji.

Basel U21: Glaus; Spataro (72. Musai), Lurvink, Schweizer, Jakob; Stajic (46. Karatas); Suter; Rhein; Manis (15. Pululu), Vesco, Vishi.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Bahtiyari, Fejzulahi, Gele, Hamidi, Marcon und Truniger (alle verlertzt/abwesend). Basel ohne Ejupi, Gradaille, Jankowski, Levante, Moulin, Samba (alle verletzt), Durrer, Gubinelli (beide Ferien) und Fazlic (kein Aufgebot). – Verwarnungen: 56. Spataro (Foul), 98. Kubli, 98. Yanz (beide Reklamieren). – Manis verletzt ausgeschieden.