Fussball
Grosses Kino im Leichtathletikstadion – solide Unterhaltung auf dem Buschweilerhof und im Cornaredo

Während die U21 des FC Basel die Altersgenossen des FC Sion mit 6:2 bezwingt, spielen die Black Stars gegen Rapperswil-Jona 1:1-Unentschieden. Die FCB Frauen gewinnen Auswärts in Lugano ebenfalls.

Alan Heckel und Riccardo Ferraro
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Tresor Samba traf gegen Rapperswil vier Mal ins Netz.

Tresor Samba traf gegen Rapperswil vier Mal ins Netz.

Edgar Hänggi / bz Zeitung für die Region

Die U21 des FC Basel ist so etwas wie die Spektakel-Truppe der Promotion League. Wenn der rotblaue Nachwuchs spielt, sind Tore garantiert. Das war auch im Heimspiel gegen die Altersgenossen des FC Sion nicht anders. 6:2 stand es am Ende für den Platzklub. «Das war grosses Kino», konstatierte Trainer Marco Schällibaum zufrieden.

Während der unterhaltsamen 90 Minuten wurde einmal mehr deutlich, weshalb Rotblau die mit Abstand meisten Tore der Liga geschossen und auch am zweitmeisten kassiert hat. Denn einerseits haben die Basler die Qualität, um aus dem Nichts zu Chancen zu kommen und können in guten Momenten mit ihrem Tempo und ihrem Spielwitz jedem Gegner grosse Probleme bereiten. Andererseits hat der Tabellendritte immer wieder Phasen, in welchen er an Konzentration und Entschlossenheit einbüsst und damit seine Kontrahenten zurück ins Spiel bringt.

Gegen Sion gehörte die Anfangsviertelstunde dem Gegner. Die Walliser verlagerten das Geschehen in die Basler Hälfte und hatten Pech, dass Jared Khasa nach elf Minuten allein vor Goalie Tim Spycher nur den Pfosten traf. «Das hätte eigentlich das 0:1 sein müssen», fand auch Schällibaum, der nach dieser Szene ein gut hörbares «Aufwachen!» auf den Platz brüllte. Die Message kam offenbar bei den Spielern an, denn nach 25 Minuten stand es 3:0.

FC Basel U21 – FC Sion U21 6:3 (3:0)

Leichtathletikstadion St.Jakob. – 200 Zuschauer. – Tore: 15. Samba 1:0. 17. Samba 2:0. 25. Samba 3:0. 59. Samba 4:0. 62. Halabaku 4:1. 72. Yohan Aymon 4:2. 85. Pululu 5:2. 89. Hunziker 6:2.

Basel U21: Spycher; Spataro, Vukelic, Lurvink, Schweizer; Durrer; Gubinelli (55. Chipperfield), Tushi (80. Winkler); Manis (36. Pululu), Samba (80. Hunziker), Chiappetta.

Sion U21: Nathan Aymon; Nsakala (46. Muminovic), Matondo (70. Obradovic), Ruiz, Delley (70. Gloor); Asani (72. Toma), Bitz, Aguilar, Halabaku; Rodrigues, Khasa (25. Yohan Ayman).

Bemerkungen: Basel ohne Gradaille, Jaiteh, Krasniqi, Moulin, Okafor, Pergjoka, Rustemi, Stajic, Stevanovic, Vogt und Xhemaili (alle verletzt, krank, abwesend oder nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 2. Spataro, 80. Rodrigues (beide Foul). – 11. Pfostenschuss Khasa. – Khasa, Manis und Gubinelli verletzt ausgeschieden.

Dreifacher Torschütze war Tresor Samba, der in der 59. Minute auch den vierten FCB-Treffer besorgte. Der Mittelstürmer befindet sich in einer unglaublichen Form, macht im gegnerischen Sechzehner instinktiv das Richtige und fackelt nicht lange mit dem Abschluss. «Er hat die Qualität und die Strafraumpräsenz, die es braucht», so der Trainer über seinen Finisher.

Nach Sambas Saisontoren 10 bis 13 liess das Heimteam etwas nach und ermöglichte es den Wallisern, auf zwei Längen heranzukommen. In der Schlussphase schalteten die Basler dann wieder einen Gang höher und erzielten nach schön vorgetragenen Angriffen durch Afimico Pululu (85.) und Andrin Hunziker (89.) zwei weitere Treffer. «Ich habe viel Positives gesehen», resümierte Marco Schällibaum, will aber bei der Aufarbeitung auch das Negative thematisieren. «Es kann nicht sein, dass wir nach einer klaren Führung den Gegnern immer etwas anbieten. Das müssen wir dringend abstellen.»

Die Black Stars punkten erneut

Wenn die FCB-U21-Spiele Blockbuster sind, dann sind Partien des FC Black Stars immerhin solide Unterhaltung. Der Basler Quartierklub wird seit Saisonbeginn von zahlreichen verletzungsbedingten Absenzen geplagt, punktet aber dennoch regelmässig. Auch im Heimspiel gegen den FC Rapperswil-Jona holte die Equipe von Samir Tabakovic einen Zähler.

Das 1:1 war das korrekte Resultat, denn beide Teams hatten ihre starken Phasen. Die Gäste hatten jeweils zu Beginn der beiden Halbzeiten ein optisches Übergewicht, während die Sterne sich erst mit der Zeit steigerten. Ein perfekt ausgespielter Konter im Anschluss an eine Black-Stars-Ecke in der 26. Minute bescherte den Rapperswilern durch Kenzo Schällibaum die nicht unverdiente Führung.

Die Reaktion der Basler liess aber nicht lange auf sich warten. Erst klärte Rappi-Verteidiger Nicolas Stettler einen Kopfball von Kaan Sevinç auf der Linie (30.), dann überwanden Tobias Mumenthaler, Adthe Rashiti und Jan Muzangu mit einem simplen Dreieck-Spiel die Pressling-Linie im Gäste-Mittelfeld, sodass Muzangu auf die Abwehr zulaufen und per Schlenzer von der Strafraumgrenze den Ausgleich erzielen konnte (36.).

Im zweiten Durchgang fielen keine weiteren Tore mehr, was auch daran lag dass die Abwehrreihen ihre Sache gut machten und fast nur Abschlüsse aus der Distanz zu liessen. Die besten Gelegenheiten hatten Rapperswils Rijad Saliji (60.) und Black-Verteidiger Sevniç (67.), für deren wuchtige Weitschüsse die Fäuste der Goalies jeweils Endstation bedeuteten.

FC Black Stars – FC Rapperswil-Jona 1:1 (0:0)

Buschweilerhof. – 270 Zuschauer. – Tore: 26. Schällibaum 0:1. 36. Muzangu 1:1.

Black Stars: Thürkauf; Mumenthaler, Edwige, Farinha e Silva, Sevinç; Fischer (77. Jloulat); Uruejoma, Adamczyk (61. Dejan Zunic); Muzangu (61. Kaufmann), Rashiti, Jankowski (61. Ouedraogo).

Rapperswil-Jona: Yanz; Stettler, Zali, Kllokoqi, Markaj; Flühmann, Rohrbach, Herter (72. Fejzulahi); Da Costa (57. Gomes), Saliji, Bahtiyari.

Bemerkungen: Black Stars ohne Mushkolaj (gesperrt), Babovic, Erçin, Ferreira, Türkes, Xheladini und Dalibor Zunic (alle verletzt, krank, abwesend oder nicht im Aufgebot). Rapperswil-Jona ohne Amendola, Casciato, Ciarrocchi, Gele, Harperink, Hebib, Marcon, Radice, Spataro und Truniger (alle verletzt, krank, abwesend oder kein Aufgebot). – Verwarnungen: 7. Sevinç, 21. Fischer (beide Foul), 32. Saliji (Unsportlichkeit). – 30. Stettler klärt Kopfball von Sevinç auf der Torlinie.

Problemloser Sieg für die FCB Frauen

Die FCB Frauen spielten am Sonntag um 12:30 Uhr im Cornaredo gegen den FC Lugano Femminile. Das Heimteam hatte zwar die erste Chance, die Baslerinnen jedoch übernahmen danach schnell das Spieldiktat. Um in Führung zu gehen, war jedoch ein Freistoss nötig. In der 24. Minute verwandelte Melanie Huber einen solchen aus rund 25 Metern. Die gegnerische Torhüterin sah dabei nicht sehr gut aus. Nach 30 Minuten doppelte Selina Fockers mit einem strammen Schuss nach. Die Tessinerinnen fielen vor allem durch viele Fouls und einzelne Konter auf. In Halbzeit zwei bekamen die rotblauen, nach einem dieser Fouls an Mimoza Hamidi, früh einen Elfmeter zugesprochen. Kristina Sundov verwandelte diesen sicher zum 3:0 Endstand.

FC Lugano Femminile – FC Basel 0:3 (0:2)

Stadio Comunale Cornaredo.–Tore: 24. Huber 0:1. 30. Fockers 0:2. 50. Sundov (P) 0:3.

FC Basel Frauen: Tschudin; Rey, Huber, Lüscher, Bunter; Kaiser (71. Schmid), Hoti, Markou (82. Matuschewski); Hamidi, Fockers (58. Pilgrim), Sundov (71. Marezguia).

FC Lugano Femminile: Coppetti; Gianotti (80. Dieude), Tonelli, Muscat, Martinoli; Kakampouki, Licco, Fischer (52. Ferrer); Badiali, Andreoli (91. Pisa), Cama.

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