Fussball
Taucher beim abgeschlagenen Schlusslicht

Die Frauen des FC Basel verlieren nach schwacher Leistung in Lugano mit 1:2 (0:0).

Alan Heckel
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Sina Hirschi und die FCB Frauen verlieren in Lugano.

Sina Hirschi und die FCB Frauen verlieren in Lugano.

Freshfocus/Archiv

Trotz der langen Absenzenliste holten die Frauen des FC Basel mit einer sehr jungen Mannschaft unter der Woche beim FC Zürich einen verdienten Punkt (1:1). An Entspannung der rotblauen Personalsituation ist Moment aber nicht gross zu denken, so verkündete der Verein das Saison-Aus für Camille Surdez. Die schnelle Angreiferin wird sich wegen anhaltender Knieprobleme einer Operation unterziehen.

Für mehr Aufsehen sorgte allerdings die Meldung, dass Sébastien Bader per Saisonende sein Amt als Cheftrainer niederlegen wird. „Er hat sich dazu entschieden, wird dem FC Basel aber in anderer Funktion erhalten bleiben“, erklärte Till Keller. Der Medienverantwortliche der FCB-Frauen hielt fest, dass der Verein „so schnell wie möglich“ eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger präsentieren möchte, „um die neue Saison bestmöglich vorzubereiten. Planung und Gespräche sind derzeit am laufen.“

Am Samstagnachmittag beim Gastspiel in Lugano stand Bader aber wie gewohnt an der Linie. Trotz vieler fehlender Stammkräfte war der Gast vom Rheinknie in der Favoritenrolle, denn die Tessinerinnen sind mit Abstand die schwächste Mannschaft der Women's Super League – ein Punkt und eine Tordifferenz von 5:96 nach 19 Runden sprechen Bände. Vielleicht waren es ja diese Zahlen, welche die Baslerinnen dazu verleiteten, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn dass die Teams 30 Punkte in der Tabelle trennten, war nicht zu erkennen. Dem Spiel fehlten lange Zeit Tempo, Intensität und Torszenen.

Erstmals Torgefahr kam nach 26 Minuten auf: FCB-Captain Riola Xhemaili missriet ein Rückpass auf Sina Hirschi komplett, Natalia Pinkney ging dazwischen, ihr Abschluss von der Sechzehnergrenze geriet aber deutlich zu hoch. Zwingender vor dem gegnerischen Gehäuse waren aber auch die in weiss angetretenen Rotblauen nicht. Abgesehen von zaghaften Penalty-Protesten, nachdem Clara Spiniello Sara Tonelli aus kurzer Distanz an den am Körper angelegten Arm geschossen hatte (35.), kam vom Favoriten nicht viel.

Mit einem Doppelwechsel zur Pause versuchte Trainer Bader seiner Equipe neuen Schwung zu verleihen. Kristina Sundov, eine der Eingewechselten, hatte kurz darauf die beste FCB-Chance, ihr Schuss aus der Drehung aus zwölf Metern flog aber zwei Meter über das Gehäuse (50.). Deutlich besser geriet dagegen kurz darauf Cristina Carps Abschluss auf der anderen Seite, die Rumänin scheiterte aber an der gut reagierenden Selina Wölfle im Basler Tor (52.).

Diese Szene war aber die Initialzündung für den Aussenseiter, der fortan das Zepter übernahm. Zwei Eckbälle – die derzeitige Achillesferse der Baslerinnen – brachten schliesslich die Entscheidung in dieser Begegnung auf mässigem Niveau. In der 56. Minute blieb eine Tessinerin im Anschluss an einen Corner im Strafraum liegen und hielt sich das Gesicht. Vanessa Hoti soll sie gefoult haben, wobei auf den TV-Bildern kein penaltyreifes Vergehen sichtbar war. Den verhängten Strafstoss setzte Carp aber souverän in die Maschen. Die Stürmerin war in der 76. Minute auch für das 2:0 besorgt, als sie sich nach einem Eckball, der „ewig“ in der Luft zu sein schien, am zweiten Pfosten gegen Yasmin Bunter entschlossen durchsetzte.

Der FCB versuchte zwar noch, die Niederlage abzuwenden, doch wirklich erbaulich war es nicht, was die Deutschschweizerinnen in der Schlussphase zeigten. Immerhin gelang Xhemaili tief in der Nachspielzeit noch etwas Resultatkosmetik vom Penaltypunkt, nachdem sie von Ingrid Andersson gefoult worden war.

Das Telegramm

FC Lugano Femminile – FC Basel Frauen 2:1 (0:0)

Cornaredo. – Keine Zuschauer zugelassen. – Tore: 57. Carp (Foulpenalty) 1:0. 76. Carp 2:0. 95. Xhemaili (Foulpenalty) 2:1.

Lugano: Palmiero; Tonelli, Andersson, Martinoli (73. Cecotti); Marolt; Suter, Verissimo, Petrova, Vigano; Carp, Pinkney (89. Bytyqi).

Basel: Wölfle; Rey, Hirschi, Bunter, Gütermann (61. Pilgrim); Schmid, Hoti, Xhemaili; Merazguia (46. von Rotz), Spiniello (46. Sundov), Saoud.

Bemerkungen: Lugano ohne Gianotti (gesperrt), Andreoli, Meluta und Polledri (alle krank). Basel ohne Brunner, Burla, Csigi, Ferrara, Fockers, Huber, Jermann, Sturgess, Surdez (alle verletzt) und Tschudin (abwesend). – Verwarnungen: 29. Tonelli, 56. Hoti, 66. Hirschi, 87. Vigano (alle Foul).