Für die Szenen mit Raffinesse und Emotionen war in den entscheidenden Phasen ausnahmslos der FC Zürich besorgt – mehrfach mittendrin der frühere YB-Junior Michael Frey. Mit seinem 1:0 (11.) gab der bullige Angreifer früh den Tarif bekannt und die Richtung vor.

Im Sog Freys legte der Aufsteiger von Minute zu Minute an Selbstvertrauen zu. Und selbst in Unterzahl liess er sich nicht mehr abdrängen – im Gegenteil: Antonio Marchesano schloss ein wunderbares Solo mit dem wegweisenden 2:0 (74.).

Frey Treffer nach 11 Minuten

Nach Sulejmanis Kopfballtor hatten die personell dezimierten Zürcher im Finish zwar noch ein paar heikle Situationen zu überstehen, mehr liessen sie nicht zu. Deshalb war der letzte Sprint eines unterhaltsamen Nachmittags Ludovic Magnin vorbehalten: In seiner ersten (halben) Saison als Chef stürmte er im Anzug euphorisiert vor die Kurve der FCZ-Anhänger und mit seinem Verein zum Triumph.

Der FC Zürich feiert den Cupsieg in Bern

Der FC Zürich feiert den Cupsieg in Bern

Der FC Zürich hat seine Cupfinal-Qualitäten ein weiteres Mal unter Beweis gestellt. Im elften Endspiel setzte sich der FCZ zum zehnten Mal durch. In Bern besiegte der Aufsteiger den Meister Young Boys 2:1.

Während Wochen hatten die Young Boys ihren ersten Meistertitel seit 1986 zelebriert. Der Festmarathon hinterliess Spuren, anders ist der überaus laue Auftakt zum Endspiel im eigenen Stadion nicht zu interpretieren. Derweil der Aussenseiter sich sofort energisch Zutritt verschaffte, fehlte beim Champion die Spannung. In verschiedenen Rencontres hinterliess der FCZ einen kompromissloseren Eindruck.

Sulejmanis Treffer in der 80. Minute

Der Meister hielt nicht Wort. «In unserer letzten gemeinsamen Woche werden wir noch intensiver arbeiten und alles abrufen», hatte Adi Hütter im Vorfeld betont. Seine Botschaft verflüchtigte sich. Nach 101 teilweise hochklassigen Liga-Spielen mit 223 Treffern endete die Ära Hütters enttäuschend. YB blieb nicht nur torlos, sondern auf dem Weg zur vierten Cup-Final-Niederlage in Folge auch weitgehend emotionslos.

Winner Frey

Zum Winner avancierte gleichwohl ein gebürtiger Berner: Michael Frey. Der Stürmer ist während seiner Karriere selten einer Konfrontation ausgewichen – Mit- und Gegenspieler inklusive. Der 23-Jährige mit langer YB-Vergangenheit versteht sein Engagement als neuen Anlauf. In einem Klub, «der einen Namen hat, der etwas auslöst», wie er im letzten Sommer immer wieder betonte.

Beim FCZ löste er selber einiges aus. Er markierte in der Liga überdurchschnittlich viele Tore und sorgte auch neben dem Platz für Schlagzeilen. Mitte April wurde er wegen Meinungsverschiedenheiten vorübergehend suspendiert.

Marchesanos 2:0 nach 74 Minuten

Frey, an manchen Tagen der introvertierte Kunstmaler, dann aber wieder impulsiv und egozentrisch, reagierte im Stil des Champions auf die vorübergehende Verbannung: mit sechs Treffern in den letzten fünf Meisterschaftsrunden.

Und wie er das bisherige Highlight seiner Karriere prägte, war eindrücklich. Frey versorgte das Spiel der Zürcher mit Energie. Seine Kraft, sein Enthusiasmus, seine unangenehme Art setzte YB zu.

Magnins grosse Siege und Ansagen

Ludovic Magnin fand einen Weg und Konsens mit Frey. Und der junge Coach löste auch andere Probleme ziemlich souverän. Trotz einer teilweise schwierigen, mehrheitlich unkonstanten Rückrunde erreichte er in der Liga Position 4 und führte Zürich im Knock-out-Wettbewerb zu zwei Siegen mit Strahlkraft: zuerst im Derby gegen GC, dann auf dem Terrain des Super-League-Dominators YB.

Der Romand mit engem Kontakt zum früheren Zürcher Meistercoach Lucien Favre ist keiner, der sich öffentlich zurückhält. Er träumt und denkt gross. «Ich habe höchstens Zweifel, wie lange es dauert, bis ich das Ergebnis der Arbeit sehe, bis die Spieler umsetzen, was ich verlange», sagte er vor wenigen Tagen in einem Interview.

Das war die Fan-Choreografie zum FCZ-Cupsieg

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Der FC Zürich gewinnt den Cupfinal gegen YB 2:1. Vor dem Spiel gab es eine energiegeladene Fan-Choreografie.

Polizei empfängt Zürcher Fans beim Stadion

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Die Fans des FC Zürich sind nach ihrem Marsch durch Bern im Stade de Suisse eingetroffen. Auch die Anhänger der Berner Young Boys zogen zu Fuss zum Austragungsort des Fussball-Cupfinals. Ein Grossaufgebot der Polizei stellte sicher, dass sich die beiden Fanlager nicht in die Quere kamen.