Super League

1:1 im Zürcher Derby – GC schöpft neuen Mut

Die Grasshoppers und der FC Zürich trennen sich im vierten Derby der Saison mit einem 1:1.

Die Grasshoppers schöpften im Derby gegen den FC Zürich, ohne zu gewinnen, neuen Mut. Das Spiel mit Chancen auf den Sieg für beide Seiten ging 1:1 aus, der Rückstand des Tabellenletzten verringerte sich um einen Punkt.

Der FCZ war in der ersten Hälfte drückend und verpasste das 2:0 durch einen Pfostenschuss. GC gehörte die zweite Halbzeit, wobei Marco Djuricin den Sieg alleine vor Yanick Brecher auf dem Fuss hatte. Das 1:1 im 274. Zürcher Derby, das aufgrund der angespannten sportlichen Situation zusätzlich an Brisanz gewonnen hatte, war also gerecht. Das Unentschieden verhinderte vorerst, dass die zweitschlechteste Mannschaft der Rückrunde, der FCZ, in den Abstiegskampf geriet. Und es half der schlechtesten Mannschaft, den Grasshoppers, den Rückstand auf Xamax zumindest minim zu verringern. Nun liegt GC noch fünf Punkte hinter dem Tabellenvorletzten.

Begonnen hatte das Spiel für die Grasshoppers wenig verheissungsvoll. Der FCZ mit Lewan Charabadse in einer überraschend offensiven Position war überwiegend am Drücker, und auf relativ simple Weise liessen die Hoppers nach einer halben Stunde das 0:1 zu. Nach einem Abstoss von Heinz Lindner konnte Grégory Sertic den Ball im Mittelfeld unbedrängt zu Charabadse köpfeln, der sah, dass Assan Ceesay vorne viel Platz hatte. Den Steilpass verwertete Ceesay mit einem strammen Schuss. Wenig später hätte Joel Untersee fast auf 2:0 erhöht für den FCZ. Der Abschluss nach einem weiten Einwurf prallte aber vom Innenpfosten weg.

Das Unentschieden war letztlich dennoch gerecht, weil sich GC nach dem Seitenwechsel markant steigerte. Schon in der 48. Minute schlug sich das auf der Ergebnistafel nieder, wobei GC beim Ausgleichstreffer von Yoric Ravet einiges Glück für sich beanspruchte, weil der Torschütze den Ball mit dem Rücken irgendwie über die Linie spedierte. FCZ-Verteidiger Hekuran Kryeziu hatte die Flanke von Petar Pusic nur deshalb entscheidend verlängert, weil er von Djuricin beeinflusst wurde, der sich in einer Abseitsstellung befand.

Hinterher fand Ravet wohl auch wegen der verpassten Grosschance von Djuricin in der 73. Minute, dass «ein Punkt ein bisschen zu wenig» ist. Ravet sah aber auch das Positive: «Die Mentalität war gut, und wir haben nun mehr Qualität auf dem Platz.» Tatsächlich waren die Grasshoppers zuletzt nur noch schwer zu schlagen. Mit dem Gewinnen tun sie sich aber nach wie vor schwer. Noch immer datiert der letzte Sieg vom 25. November letzten Jahres.

Xamax sündigt

Neuchâtel Xamax hat es verpasst, auch den FC St. Gallen in den Abstiegskampf zu verwickeln. Der Tabellenvorletzte verlor zuhause gegen die Ostschweizer nach verschossenem Penalty und Lattentreffer 0:1.

Den einzigen Treffer der durchaus unterhaltsamen Partie schoss Dereck Kutesa in der 73. Minute. Mit seinem platzierten Weitschuss stellte der 21-jährige Romand das Geschehen zu diesem Zeitpunkt auf den Kopf. Raphaël Nuzzolo war zuvor vom Penaltypunkt gescheitert – zum zweiten Mal in Folge nach zuvor 15 verwandelten Versuchen –, Afimico Pululu hatte einen Kopfball an die Latte gesetzt. St. Gallen verdiente sich den Sieg damit, dass Trainer Peter Zeidler trotz der drohenden Niederlage mit seinem Wechseln den Sieg suchte.
In der Schlussphase stemmte sich Xamax noch einmal vehement gegen die Niederlage. Zwischenzeitlich brannte es im Strafraum der St. Galler im Sekundentakt, doch auch diesmal brachten die Neuenburger den Ball nicht im Tor unter. Der Reihe nach scheiterten Samir Ramizi, Marcis Oss und Kemal Ademi.

Mit dem schmeichelhaften Auswärtssieg tat sich der FCSG nach zuletzt fünf sieglosen Spielen und vier Niederlagen einen grossen Gefallen. Er liegt nun wieder neun Punkte vor Xamax.

Telegramm, Resultate und Rangliste:

Grasshoppers - Zürich 1:1 (0:1)

12'700 Zuschauer. - SR Erlachner. - Tore: 30. Ceesay (Charabadse) 0:1. 48. Ravet (Pusic) 1:1.

Grasshoppers: Lindner; Cvetkovic, Nathan, Zesiger, Pusic; Kamber; Ravet (71. Lika), Nedim Bajrami (46. Taipi), Mergim Bajrami (86. Diani), Caiuby; Djuricin.

Zürich: Brecher; Untersee, Mirlind Kryeziu, Bangura, Pa Modou; Sertic (41. Hekuran Kryeziu), Rüegg; Khelifi, Domgjoni (85. Marchesano), Charabadse; Ceesay.

Bemerkungen: Grasshoppers ohne Sigurjonsson, Basic, Arigoni und Kastrati (alle verletzt). Zürich ohne Maxsö (Winter, Guenouche, Odey, Aliu und Kololli (alle verletzt). 37. Pfostenschuss Untersee. Verwarnungen: 33. Kamber (Foul). 33. Khelifi (Unsportlichkeit). 61. Bangura (Foul). 90. Hekuran Kryeziu (Foul).

Ein weiteres Resultat vom Samstag: Neuchâtel Xamax - St. Gallen 0:1 (0:0).

Rangliste: 1. Young Boys 26/69 (70:25). 2. Basel 27/51 (51:38). 3. Thun 27/38 (51:42). 4. St. Gallen 28/35 (40:49). 5. Zürich 28/34 (36:40). 6. Luzern 26/33 (39:45). 7. Sion 26/32 (39:41). 8. Lugano 27/32 (37:40). 9. Neuchâtel Xamax FCS 28/26 (36:56). 10. Grasshoppers 27/21 (26:49).

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