Die Präsidenten der nationalen Fussballverbände in aller Welt haben die AHV-Grenze meist schon überschritten oder sind zumindest nahe dran, und sie umgeben sich gerne mit Trainern ihrer Generation. Der Blick auf das Alter der Trainer der 32 Nationalteams der aktuellen Fussball-WM spricht Bände.

Über ein Drittel (12) sind 60-jährig und älter, ein weiteres gutes Drittel (13) sind zwischen 50 und 60, und nur gerade knapp 20% (7) haben den 50. Geburtstag noch vor sich. Ältere erfahrenere Trainer anzustellen, scheint also gerade ein Erfolgsrezept zu sein. Ein Trugschluss!

Natürlich gibt es nicht einfach junge und alte Trainer, sondern nur gute und schlechte Coaches, und Ausnahmen existieren überall. Als 69-Jähriger erlaube ich mir aber doch festzustellen, dass die Biologie sich auch hier nicht überlisten lässt.

Drei der vier Halbfinalcoaches der WM 2018 gehören in die Gruppe der Jüngsten! Belgiens Martinez (44) ist der drittjüngste, Englands Southgate (47) der viertjüngste und Frankreichs Didier Deschamps (49) der siebtjüngste! Selbst der Vierte im Bunde, Kroatiens Dalic (51), gehört noch zum jüngsten Drittel. Mit diesem Hinweis will ich die Meriten der älteren Nationaltrainer keinesfalls schmälern, aber doch darauf hinweisen, dass ein jugendliches Alter (wenn man dem mit 45 überhaupt noch so sagen kann) eher ein Erfolgsfaktor als ein Hinderungsgrund ist.