FC Basel
«Bänkli-Gate» beim FCB: In Basel rumort es auf der Ersatzbank

Beim FC Basel scheint die Chemie nicht mehr ganz zu stimmen. Es rumort vermehrt auf der Ersatzbank. Nachdem in Valencia David Degen in die Kabine geschickt wurde, regte sich im Wallis Giovanni Sio über Rufe von der Ersatzbank auf.

Sebastian Wendel
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Murat Yakin musste in den letzten Spielen auch auf der Ersatzbank eingreifen.

Murat Yakin musste in den letzten Spielen auch auf der Ersatzbank eingreifen.

Keystone

Giovanni Sio spielte das Ganze herunter. «Die Enttäuschung von Valencia, der Sieg von GC, der Druck, meine schlechte Leistung in der ersten Halbzeit – das reichte, um mich zu enervieren», sagte er nach dem 1:0 des FCB in Sion. Es ging um die Minuten vor dem Halbzeitpfiff, als Sio ein paar unschöne Worte in Richtung der Basler Ersatzbank rief und beim Gang in die Kabine von Assistenztrainer Marco Walker zurückgehalten werden musste. Mehrere Stimmen bestätigen, dass der Ärger über sich selbst nicht der alleinige Grund für Sios Wutausbruch war, sondern auch ein Disput mit einem Spieler auf der Ersatzbank.

Ähnliches ereignete sich bereits in Valencia. Dort schickte Trainer Murat Yakin David Degen noch während der Partie in die Kabine, weil Degen nach seiner Auswechslung für Unruhe auf der Spielerbank sorgte.

Schon nach Valencia sagte Yakin: «Grundsätzlich finde ich es gut, wenn die Spieler auch mal aus sich herauskommen. Aber einige Dinge gingen einfach zu weit.»

Präsident Bernhard Heusler sagt, Wortgefechte zwischen Spielern kämen immer wieder mal vor. «Fussballer üben ihren Beruf in einem Schaufenster aus. Jede Regung, jedes Wort wird registriert. Und dann auf verschiedene Weisen interpretiert.» Zu den einzelnen Vorfällen und allfälligen Konsequenzen für die Betroffenen will sich Heusler nicht äussern. «Das sind interne Themen. Beim FC Basel werden die Personalpolitik und die Führung der Mannschaft nur intern und nicht über die Medien diskutiert.»

Diaz und die Walliser Berge

Derweil wählte Marcelo Diaz im Wallis eine humorvolle Art, mit seiner Verbannung auf die Ersatzbank umzugehen. Der Chilene erhielt von Yakin nach seiner schwachen Vorstellung und dem Platzverweis in Valencia eine Denkpause. Dazu Yakins nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag, Diaz könne an seinem freien Tag doch die Berge in Sion betrachten.

Diaz jedenfalls nahm seinen Trainer beim Wort: Während der Rückfahrt nach Basel twitterte Diaz aus dem Bus eine Bildercollage mit Bergsujets (siehe Bild oben). Daneben gratulierte er seinen Kollegen zum 1:0-Erfolg und zur Verteidigung der Tabellenspitze und schrieb: «Die Berge in Sion sind sehr schön.»

Ob Diaz mit seinem Tweet einfach nur seinen chilenischen Landsleuten die schönen Seiten der Schweiz zeigen wollte oder eine – zugegeben – stilvolle Antwort auf Yakins Aussage gab, ist nicht überliefert.

Fest steht jedoch: Ob «Bänkli-Gate» oder «Mountain-Gate», langweilig wird es rund um den FC Basel nie. Schon gar nicht auf dem Rasen: Morgen wartet das Heimspiel gegen den FC Zürich, am kommenden Ostermontag duellieren sich die Erzrivalen im Cupfinal.

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