Borussia Dortmund ist in der Gruppe F der Champions League wieder auf Kurs. Nach der Auftaktniederlage in Neapel siegte der letztjährige Finalist gegen Olympique Marseille zuhause 3:0. Leader der Gruppe ist Arsenal, das beim 2:0 gegen Napoli zum zweiten Sieg kam.
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Sicher waren sie sich ihrer Sache in Dortmund nicht vor dem Spiel. Vor dem wegen der Startniederlage heiklen Heimspiel gegen Marseille fehlten mehrere verletzte Stammspieler (Kehl, Piszczek, Gündogan, Schmelzer) und der gesperrte Goalie Roman Weidenfeller, und der suspendierte Coach Jürgen Klopp war nach seinem Ausrasten in Neapel nur Zuschauer aus der Ferne. Dann aber wurde rasch klar, dass der BVB an diesem Abend gegen den Tabellen-Dritten der Ligue 1 nicht viel zu befürchten hatte. Die Franzosen, die ihrerseits neben anderen Spielern auch auf Topskorer André-Pierre Gignac verzichten mussten, waren nie in der Lage, den Bundesligisten zu fordern.

BVB in allen Belangen überlegen

Zumindest die Absenz von Stammtorhüter Weidenfeller konnte in keiner Phase ins Gewicht fallen. Zu harmlos war Marseille, und der Australier Mitchell Langerak im Tor der Dortmunder wurde bei seiner Premiere in der Champions League nie ernsthaft geprüft. All dies führte dazu, dass Dortmund zu einem ungefährdeten 3:0 kam, ohne wirklich brillant aufspielen zu müssen. Die Deutschen spielten weniger druckvoll als zuletzt in der Bundesliga.

Aber sie waren zumindest in einem Moment gewohnt unwiderstehlich. Die Art, wie sie durch einen schnellen Gegenstoss das wegweisende 1:0 erzielten, war herausragend. Am Ende des Konters bediente der junge Aussenverteidiger Erik Durm, auch er ein Champions-League-Debütant, den wenige Meter vor dem Tor freistehenden Robert Lewandowski (19.). Nach der Pause erhöhten Marco Reus (52.) und Lewandowski (80.) auf 3:0. Die Entstehung des zweiten Tores passte zum verunglückten Abend von Marseille. Torhüter Mandanda konnte eine Freistossflanke von Reus aus rund 35 Metern nicht blockieren.

Schwarzer Abend für Napoli

Im Londoner Emirates-Stadion zog Napolis Trainer Rafael Benitez einen weiteren bitteren Abend ein. Er hatte schon als Coach von Liverpool und Chelsea bei Arsenal nie gewinnen können. Diesmal war er mit Napoli chancenlos. Gerade in der Startviertelstunde wurde Napoli, das mit 16 Punkten aus sechs Spielen in der Serie A und mit dem 2:1 zum Champions-League-Auftakt gegen Dortmund gut in die Saison gestartet war, heillos überfordert. Der überragende Mesut Özil führte Arsenal mit einem Tor (8.) und einem Assist auf Olivier Giroud (15.) früh auf die Siegesstrasse.

Das schlingernde Schiff von Napoli konnten auch die Schweizer Gökhan Inler und Valon Behrami nicht auf Kurs halten. Die beiden spielten beim zweiten Gegentor sogar eine unvorteilhafte Rolle: Inler musste Özil ziehen lassen, ehe in der Mitte Behrami gegen Giroud zu spät kam. Özil bleibt derweil die Symbolfigur von Arsenals Aufschwung. Seit der Deutsche am 2. September von Real Madrid zu Arsenal wechselte, haben die Engländer alle sieben Partien in der Premier League und in der Champions League gewonnen.

Barcleona nur mit viel Mühe

Zu einem glücklichen Sieg kam Barcelona bei Celtic Glasgow. Erst der Treffer von Cesc Fàbregas rund eine Viertelstunde vor Schluss besiegelte den Erfolg der Katalanen auf der Insel. Zu jenem Zeitpunkt spielte Barcelona in Überzahl. Celtics Scott Brown sah nach einer Stunde die rote Karte.

Austria Wien punktet in St. Petersburg

In der Gruppe G trug sich in St. Petersburg Historisches zu. Weil Austria Wien in Überzahl gegen die Russen ein 0:0 erreichte, freuen sie sich in Österreich über den ersten Punktgewinn in der Champions League seit über 12 Jahren. Am 20. Februar 2001 hatte Sturm Graz gegen Panathinaikos Athen 2:1 gewonnen. In der Folge verlor Sturm Graz dreimal und 2006 blieb Rapid Wien in der Gruppenphase ohne einzigen Punkt.

Die Resultate

Gruppe F

Arsenal - Napoli 2:0 (2:0)
Emirates. - 60'000 Zuschauer. - SR Mazic (Ser).
Tore: 8. Özil 1:0. 15. Giroud 2:0.
Bemerkungen: Arsenal ohne Walcott, Podolski, Oxlade-Chamberlain, Cazorla und Diaby (alle verletzt), Napoli ohne Higuain (verletzt) und Dzemaili (Ersatz).

Borussia Dortmund - Olympique Marseille 3:0 (1:0)
Signal-Iduna-Park. - 65'829 Zuschauer. - SR Borbalan (Sp).
Tore: 19. Lewandowski 1:0. 52. Reus 2:0. 80. Lewandowski 3:0.
Bemerkungen: Dortmund ohne Weidenfeller (gesperrt) sowie Kehl, Piszczek, Gündogan und Schmelzer (alle verletzt), Marseille ohne Gignac, Cheyrou und Morel (alle verletzt).

Gruppe H

Ajax Amsterdam - Milan 1:1 (0:0)
ArenA. - 50'000 Zuschauer. - SR Eriksson (Sd).
Tore: 90. Denswil 1:0. 94. Balotelli (Foulpenalty) 1:1.
Bemerkungen: Milan ohne Kaká, El Shaarawy, De Sciglio, Pazzini, Birsa, Silvestre und Bonera (alle verletzt). 63. Lattenschuss von Balotelli.

Celtic Glasgow - FC Barcelona 0:1 (0:0)
Celtic Park. - 60'000 Zuschauer. - SR Lannoy (Fr).
Tor: 75. Fàbregas 0:1.
Bemerkungen: Barcelona ohne Messi, Jordi Alba, Mascherano, Puyol, Affelay und Cuenca (alle verletzt). 59. Rote Karte gegen Brown (Celtic) wegen einer Tätlichkeit.

Gruppe G

Zenit St. Petersburg - Austria Wien 0:0.
Petrowski. - 20'000 Zuschauer. - SR Aytekin (De).
Bemerkungen: 12. Pfostenschuss von Hulk (Zenit). 44. Rote Karte gegen Witsel (Zenit/grobes Foul).

FC Porto - Atlético Madrid 1:2 (1:0).
Dragão. - 33'000 Zuschauer. - SR Webb (Eng).
Tore: 16. Jackson Martinez 1:0. 58. Godin 1:1. 86. Arda Turan 1:2.