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Basler Muskelspiele: Wolfsburg blitzt bei Embolo ab

Der VfL Wolfsburg bietet viel, sehr viel Geld für Breel Embolo. Aber der FC Basel hat gute Gründe, abzulehnen.

Sebastian Wendel
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Breel Embolo bleibt wohl noch ein halbes Jahr beim FCB, weil der Verein ein millionenschweres Angebot abgelehnt hat.

Breel Embolo bleibt wohl noch ein halbes Jahr beim FCB, weil der Verein ein millionenschweres Angebot abgelehnt hat.

Keystone

Kann ein Schweizer Fussballverein ablehnen, wenn er rund 25 Millionen Franken für einen Spieler geboten bekommt? Eigentlich unvorstellbar. Doch genau dieser Fall ist beim Tauziehen um Sturmjuwel Breel Embolo eingetreten: Der VfL Wolfsburg, dessen Angriff auf Embolo die «Nordwestschweiz» vergangene Woche ankündigte, hat dem FC Basel die horrende Summe von 25 Millionen Franken geboten.

Um Embolo per sofort in die VW-Stadt zu holen. Aber der FCB hat abgelehnt, ohne überhaupt in den Verhandlungspoker einzusteigen. Weil der FCB es sich als einziger Schweizer Klub leisten kann, auf 25 Millionen Franken zu verzichten. Weil es mit Embolo und seinem Umfeld die Abmachung gibt , dass er die Saison in Basel beendet. Und weil man beim FCB weiss: Die 25 Millionen aus Wolfsburg sind nur der Anfang. Bald werden die nächsten Angebote eintreffen. Aber die interessierten Vereine wissen nun, nachdem der FCB die Muskeln spielen liess: Unter 25 Millionen braucht man gar nicht anzufragen.

Was für Wolfsburg spricht

Wie hat Embolo auf die Offensive aus Wolfsburg reagiert? Er akzeptiert das «Nein» seines Arbeitgebers zum Wechsel, wäre gemäss «Nordwestschweiz»-Informationen einem Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht abgeneigt. Verständlich, denn die Perspektiven in Wolfsburg sind verlockend: Die beiden bisherigen Stossstürmer der «Wölfe», Bas Dost und Nicklas Bendtner, sind schwer verletzt (Dost) bzw. wollen den Klub verlassen (Bendtner) – ein Stammplatz wäre Embolo zumindest zu Beginn wohl garantiert.

In Wolfsburg herrscht nicht der riesige Leistungsdruck wie in England oder bei Bayern München – Embolo könnte sich die eine oder andere schwache Partie erlauben und müsste nicht sofort einen medialen Gegenwind befürchten. Andererseits könnte er gleich im ersten Halbjahr zum grossen Helden avancieren, wenn er den momentanen Tabellensiebten der Bundesliga auf die Champions-League-Plätze schiesst.

Dazu kommt, dass Schweizer Fussballer seit Diego Benaglio und Ricardo Rodriguez in Wolfsburg einen exzellenten Ruf haben – und Embolo nicht wie anderswo erst das Image des «Schwizerlis» ablegen müsste. Und dass er sich in Deutschland in einer ihm vertrauten Sprache unterhalten könnte, ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil – gerade für einen so jungen Spieler wie den 18-jährigen Embolo.

Embolo nach Wolfsburg? Nicht jetzt. Aber vielleicht im Sommer, wenn bis dahin kein anderer Verein dazwischenfunkt und ein für den FCB und Embolo noch attraktiveres Angebot macht. Fakt ist: Spätestens in einem halben Jahr ist Embolo beim FCB Geschichte.