Schweizer Cup

Das Coronavirus meint es mit dem David nicht gut

Der FC Bazenheid erlebte vor vier Jahren sein Highlight mit dem Cup-Heimspiel gegen YB. Ländliche Feststimmung ist in diesem Herbst so gut wie ausgeschlossen

Der FC Bazenheid erlebte vor vier Jahren sein Highlight mit dem Cup-Heimspiel gegen YB. Ländliche Feststimmung ist in diesem Herbst so gut wie ausgeschlossen

Am Samstag greifen zwei Mannschaften der Super League in die Sechzehntelfinals des Schweizer Cups ein. Sion spielt beim Erstligisten Schötz, Lausanne-Sport bei Stade Nyonnais aus der Promotion League.

Die vier im Europacup engagierten Mannschaften sind dispensiert. Vaduz als Liechtensteiner Klub ist zum Schweizer Cup nicht zugelassen.

Das Coronavirus hat so manchen Verband gezwungen, flexibel zu sein und nicht am Alten festzuhalten. Meisterschaften wurden mit englischen Wochen durchgepeitscht, die Europacup-Trophäen wurden in Finalturnieren vergeben, die Qualifikation im neuen Europacup wird grösstenteils ohne Rückspiele ausgetragen. Auch der SFV, Schirmherr über den Schweizer Cupwettbewerb, musste sich seine Gedanken machen. Die Lösung scheint gut und pragmatisch zu sein. Die 19 Klubs der SFL, die im Herbst ein dicht gedrängtes Meisterschaftspensum absolvieren müssen, greifen erst in der zweiten Runde, den Sechzehntelfinals, oder im Fall der vier in die Europacup-Qualifikation involvierten Klubs gar erst in den Achtelfinals ein. Dies wiederum bedeutet eine eigentümliche Novität: Die Young Boys, St. Gallen, Basel und Servette werden im ganzen Herbst kein einziges Cupspiel bestreiten, denn die Achtelfinals sind erst für den Februar 2021 programmiert.

Corona-Abstand am Bratwurststand

Seit Jahr und Tag träumt jeder Klub aus dem Regionalfussball, der es in die 1. Hauptrunde bringt, vom grossen Los, von einem Heimspiel gegen die YB, Basel, die Grasshoppers, Servette und andere. Aber diesmal waren in der 1. Hauptrunde keine Traumlose möglich. Die Restriktionen während der Pandemie hätten die beliebten Dorf- und Volksfeste ohnehin verhindert. Keine dichten Zuschauerreihen rund um den Sportplatz, kein Gedränge am Bratwurststand. Aber ein einziges Mal überhaupt gegen einen ganz Grossen spielen zu können macht sich in der Chronik jedes kleinen Vereins gut, auch wenn nicht viele Fans Augenzeugen werden können.

Doch die Auslosung der Sechzehntelfinals meinte es mit den wenigen verbliebenen Davids nicht gut. Balerna, der letzte Vertreter aus der regionalen 2. Liga, bekam Monthey aus der interregionalen 2. Liga zugeteilt. Eine Direktbegegnung zweier Kleiner also. Wegen Coronavirus-Fällen in Monthey wird dieser Match um zwei Wochen verschoben. Schöftland, der zweite noch mitspielende Klub aus der 2. Liga inter, tritt gegen den Erstligisten Solothurn an. Der SFV machte, quasi als Ausgleich, den Unterklassigen ein Zugeständnis. Bis und mit Halbfinals wird die Mannschaft aus der schwächeren Liga immer daheim spielen können.

Was kann "Tschii Sii"?

Nebst den Auftritten von Sion und Lausanne-Sport interessiert am Samstag auch ein Cupduell unter Challenge-League-Vereinen: Stade Lausanne-Ouchy gegen die Grasshoppers um 16.30 Uhr. Man wird zum ersten Mal sehen, was das unter der chinesischen Führung und der Mitwirkung des portugiesischen Spieleragenten Jorge Mendes runderneuerte GC leisten kann. In der letzten Challenge-League-Saison siegten die Zürcher gegen die Waadtländer in drei von vier Duellen. Im Februar jedoch gewann Stade Lausanne-Ouchy daheim 4:1.

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