Zusammenfassung

Das Wort zur Super League: Der seidene Geduldsfaden

Marc Schneider ist der einzige Super-League-Trainer, der bereits beim letztjährigen Saisonstart der Super League im Amt war.

Marc Schneider ist der einzige Super-League-Trainer, der bereits beim letztjährigen Saisonstart der Super League im Amt war.

Wow! Was war das doch für ein gutes Wochenende für unsere Super-League-Trainer. Man höre und staune: Keiner von ihnen ist – zumindest bis zum Redaktionsschluss dieser Zeitung – entlassen worden. Dabei hätten die Grasshoppers und der FC Luzern ja allen Grund, die Reissleine zu ziehen und ihre Chefcoaches zu feuern. Denn, welch eine Schande, beide Vereine haben noch keinen einzigen Punkt auf dem Konto. Obschon doch bereits zwei Runden absolviert sind.

Ironie beiseite. Es ist schon erstaunlich, dass sich ausgerechnet das Trainerkarussell der Schweizer Super League im Vergleich mit anderen Ländern am schnellsten dreht. Nach Raphael Wickys Abgang beim FCB ist Marc Schneider vom FC Thun der einzige Trainer, der bereits beim letztjährigen Saisonstart der Super League im Amt war.

In der vergangenen Spielzeit haben sieben der zehn Klubs während der Saison mindestens einmal den Trainer gewechselt. Mit insgesamt zehn Änderungen auf der Trainerbank wurde der Rekord aus der Saison 12/13 indes um zwei Rauswürfe verfehlt.

Stellt sich die Frage, weshalb ausgerechnet hierzulande der Geduldsfaden der Vereinsverantwortlichen derart seiden ist. Der Druck ist doch wohl kaum grösser, als in der Bundesliga oder in der Premier League. Hat es vielleicht etwas mit dem Format «Zehnerliga» zu tun, in der oft die Hälfte der Teams abstiegsgefährdet sind? Wenn ja, dann könnte es in dieser Spielzeit zu einem Rekord kommen, weil nach der Wiedereinführung der Barrage die Abstiegsangst noch stärker um sich greift.

Trainerwechsel gehören dazu

Natürlich, Trainerwechsel gehören in diesem schnelllebigen Geschäft dazu und sind gerade auch für die Medien ein gefundenes Fressen. Dennoch ist es zu viel des Schlechten, was in der Schweiz passiert. Dabei steht nicht einmal das Mitleid mit den Trainern im Vordergrund. Diese wissen, worauf sie sich in diesem Beruf einlassen und sind auch nicht schlecht bezahlt.

Gravierend wirken sich die ständigen Wechsel aber auf die Qualität unseres Fussballs aus. Es schleckt keine Geiss weg, dass unter dem Strich kontinuierliches Schaffen die besseren Aussichten auf Erfolg und ein höheres Niveau verspricht, als ein ständiger Neuanfang. YB und Adi Hütter sind ein gutes Beispiel dafür.

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