Stonehenge, das Bermuda-Dreieck oder die Nazca-Linien in Peru – sie gehören zu den grossen Rätseln unserer Zeit und Welt. Welchen Zweck hat der steinerne Kreis im Süden von Salisbury, England? Wieso verschwanden Schiffe und Flugzeuge im Atlantik? Und: Wie ist es möglich, dass Ureinwohner Lateinamerikas gigantische Figuren in die Wüste kratzten? Es gibt Dutzende Theorien dazu – manche plausibler, andere weniger. Abschliessende Antworten aber gibt es kaum. Profitiert haben davon vor allem Verschwörungstheoretiker wie Erich von Däniken (82).

Gut möglich, dass Von Däniken bald in Basel referiert. Denn eine ganze Stadt rätselt: Was macht eigentlich Jean-Paul Brigger? Eines lässt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen: Er ist kein Ausserirdischer. Seit August ist der Walliser der neue starke Mann beim FCB. Das erwartete man wenigstens. Denn schon kurz nachdem publik wurde, dass Bernhard Burgener neuer Präsident des Serienmeisters wird, war klar, dass sich der Medienunternehmer im Hintergrund zu halten gedenkt. So wie ihm das am besten behagt.

Burgener und seine Entourage erhalten für ihr Konzept bei der ausserordentlichen Generalversammlung (GV) des Vereins im April eine deutliche Mehrheit. Ihre Wahl bei der ordentlichen GV im Juni? Formsache. Der zuvor während mehr als 15 Jahren für die Fifa tätige Brigger aber erleidet Schiffbruch. Ein Schock für den neuen Präsidenten. Trotzdem kann er ihn als Mehrheitseigner zum neuen Verwaltungsratsdelegierten ernennen, verantwortlich für «den sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg des FCB», Repräsentant gegen innen und aussen, wie es damals in der Pressemitteilung heisst.

Seither blieb Brigger praktisch unsichtbar. Anstatt gleich nach Amtsantritt hinzustehen, die Nicht-Wahl und das Misstrauen der Fans kommunikativ abzufedern, taucht er ab. Interviewanfragen wurden bisher abgelehnt. Der Grund: Brigger müsse sich erst einarbeiten. Nächste Woche will er sein Schweigen brechen.

«Er ist der ruhende Pol»

Vielleicht auch, weil man beim SRF-Stadtgespräch merkte, dass sich nicht nur Medien, sondern auch Fans fragen, was Brigger so treibt. Auf jeden Fall wird FCB-Präsident Burgener am Montagabend von einem Fan gefragt, was der neue Mann beim FCB eigentlich mache, er habe von Brigger weder etwas gesehen noch gehört. Der Präsident schwadroniert dann über die Internationalisierung des Klubs, wie dies im Konzept vorgestellt worden sei. Ein Vorhaben, das bis heute ähnlich rätselhaft bleibt wie Briggers Wirken.

Selbst nach mehrmaligem Nachfragen wird nicht klar, was der Walliser macht. Und so will sich Burgener also die im Publikum sitzende Klublegende Karli Odermatt zu Hilfe holen. Ein sichtlich verdutzter Odermatt sagt dann, Brigger sei CEO, man sei dauernd im Austausch, pausenlos dran. Er redet von Tagesarbeit, die der Präsident aufgrund seiner weiteren Geschäfte nicht machen könne. Und und und. Bloss nichts Konkretes.

Ähnlich aufschlussreich sind die Ausführungen von Sportchef Marco Streller gegenüber dem Newsportal «nau.ch»: «Was mein Ressort anbelangt, ist er unterstützend tätig. Er ist ein Mann mit sehr viel Erfahrung, der ruhende Pol. Er ist immer offen für ein Gespräch, kümmert sich um die Leute.»

Intern vielleicht. Denn als der FCB im September in die Krise rutscht, bleibt Brigger gegen aussen unsichtbar. Eine Interviewanfrage der bz wurde damals mit der Begründung abgelehnt, dass Brigger «noch nicht wirklich gross Auskunft geben möchte». Seine Funktion bleibt rätselhaft. Oder weiss Von Däniken mehr?