Europa League

Der rote Faden führt den FC Basel in die Stadt der grünen Linie

Das GSP-Stadion kennt der FCB bereits vom Duell gegen Limassol am 30. August 2018. Dieses Mal soll der Ausgang ein anderer sein.

Das GSP-Stadion kennt der FCB bereits vom Duell gegen Limassol am 30. August 2018. Dieses Mal soll der Ausgang ein anderer sein.

Der FCB trifft in den Sechzehntelfinals auf Apoel Nikosia. Wie in der Gruppenphase wartet damit ein unattraktiver und unangenehmer Gegner.

Nikosia also. In die Stadt in der Mitte Zyperns wird der FC Basel am 19. Februar reisen, um einen Tag später dort sein Hinspiel der Sechzehntelfinals der Europa League auszutragen. Die Hauptstadt der unabhängigen Republik Zypern ist reizvoll wegen ihres Alleinstellungsmerkmals: Sie ist die letzte zweigeteilte Hauptstadt der Welt. Einmal quer durch die Altstadt verläuft ein Grenzstreifen, der Nikosia in zwei Hälften trennt: den südlichen, griechischen Teil sowie den nördlichen, türkischen Teil. Ersterer ist anerkannt, Letzterer nennt sich Hauptstadt der jedoch nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern. Alleine diese Umstände machen die Stadt auf der Insel im östlichen Mittelmeer spannend. Genau so wie ihre reiche Historie und die dazugehörigen Schätze und Sehenswürdigkeiten.

Das europäische Ausrufezeichen

Wenn der FC Basel jedoch an Nikosia denkt, erwachen keine Erinnerungen an historische Bauten, sondern solche an eine historische Niederlage. 0:1 unterlagen die Basler am 30. August 2018 gegen das im Exil in Nikosia spielende Apollon Limassol in der Qualifikation für die Europa League. Weil das Hinspiel in Basel eine Woche zuvor nur mit 3:2 gewonnen worden war, bedeutete dies für den FCB das Aus auf europäischer Ebene und die erste Saison seit 15 Jahren ohne Europacup. Das Ende einer eindrucksvollen Serie, die sowohl imagetechnisch als auch finanziell seine Spuren hinterliess. Für Marcel Koller war es zugleich der erste Rückschlag, nachdem er nur knapp einen Monat zuvor den FCB als Cheftrainer übernommen hatte.

Jetzt geht es für die Basler also erneut in die zypriotische Stadt. Der Gegner heisst dieses mal nicht Limassol sondern Apoel und ist auch effektiv in Nikosia beheimatet. Apoel ist mit seinen 28 Meistertiteln, den 21 Cup- und den 14 Supercup-Titeln der erfolgreichste Verein des Landes – und dennoch im restlichen europäischen Fussball eine eher kleine Nummer. Eine nicht überraschende Tatsache, obwohl Nikosia etwas geschafft hat, was beispielsweise dem FCB bislang noch verwehrt geblieben ist: Ein Einzug in die Viertelfinals der Champions League, wo im Frühling 2012 schliesslich Real Madrid Endstation war.

Eine einmalige Sensation für den zypriotischen Rekordmeister und den ganzen Fussballverband. National läuft es Apoel ebenfalls sehr gut. Seit 2013 wurden die Hellenen aus Nikosia immer Meister. Aktuell liegen sie nur auf Rang sechs, haben aber vier Spiele weniger ausgetragen als der Rest der Liga. Dies, weil Apoel vom zypriotischen Verband bevorteilt wurde und während der laufenden Qualifikation für die Champions League keine Meisterschaftsspiele austragen musste. Dafür spielt der FCB-Gegner komplett durch, eine Winterpause gibt es nicht. Das kann puncto Eingespieltheit ein Vorteil sein, wenn das Duell in der Europa League ansteht. Es kann aber aufgrund von Müdigkeit auch ein Nachteil sein.

Wie einst Theseus

Unabhängig davon ist klar, dass Apoel ein eher unattraktiver Gegner ist, der das Joggeli nicht füllen wird. Und zugleich aber auch ein sehr unangenehmer Kontrahent ist. Diese zwei Komponenten ziehen sich beim FCB in dieser Europacup-Saison bislang wie ein roter Faden durch. Weder Getafe, noch Trabzonspor oder Krasnodar waren klangvolle Namen. Einfach zu bespielen waren sie deshalb dennoch nicht. Jetzt führt dieser rote Faden die Basler in die Stadt der grünen Linie. So wird die Mauer genannt, welche die Stadt in Norden und Süden trennt. In den zwei Spielen gegen das Team ohne grosse Namen erwartet den FCB mit Sicherheit eine schwierige Aufgabe.

Nicht nur, weil die Erinnerungen an hellenische Gegner wie Limassol oder PAOK Thessaloniki alles andere als rosig sind. Sondern auch, weil die heissblütigen Fans das Stadion in einen Hexenkessel verwandeln werden. Aber der rote Faden dieser Europacup-Saison, er ist für den FCB auch ein gutes Omen. Nicht nur, weil er schliesslich in seiner unattraktiven, aber unangenehmen Gruppe Erster wurde. Sondern, weil in der griechischen Mythologie der rote Faden etwas Positives ist. So fand Theseus entlang des roten Fadens den Weg durch das Labyrinth, hin zum Minotauros, erlegte diesen und fand erneut entlang des Fadens wieder hinaus. Folgt der FCB seinem roten Faden, geht er in diesem Duell wie Theseus aus dem Labyrinth ebenfalls als Gewinner heraus.

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