Champions League

Die nächste unfassbare Wende: Tottenhams Moura schiesst Ajax in der 96. Minute ins Elend

3:2-Sieg in allerletzter Sekunde: Tottenham Hotspur beendet das Champions-League-Märchen der jungen Wilden von Ajax Amsterdam auf brutalste Art und Weise und zieht nach einer Aufholjagd erstmals in den Final ein.

Tottenham Hotspur hat das Europacup-Märchen von Ajax Amsterdam brutal beendet und ist erstmals in das Finale der Champions League eingezogen. Die Mannschaft von Teammanager Mauricio Pochettino setzte sich im Halbfinal-Rückspiel beim niederländischen Rekordmeister nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 (0:2) durch.

Im zweiten rein englischen Finale der Königsklasse nach 2008 am 1. Juni in Madrid trifft Tottenham nun auf Ligakonkurrent FC Liverpool. Die Mannschaft von Teammanager Jürgen Klopp hatte sich am Vorabend nach einem 0:3 im Hinspiel sensationell mit 4:0 gegen den FC Barcelona durchgesetzt.  

Der Brasilianer Lucas mit einem Dreierpack (55., 59., 90.+6) machte das kleine Fußball-Wunder für die Engländer perfekt, denen bei ihrer vierten Teilnahme an der Königsklasse der ganz große Wurf winkt. Kapitän Matthijs de Ligt (5.) und Hakim Ziyech (35.) hatten zuvor Ajax scheinbar uneinholbar in Front gebracht, nachdem die jungen Wilden das Hinspiel in London bereits 1:0 gewonnen hatten. Am Ende platzte aber für Amsterdam, das zuvor in Titelverteidiger Real Madrid und Juventus Turin zwei Hochkaräter ausgeschaltet hatte, der Traum vom Triple.

Vor 52.641 Zuschauern in der ausverkauften Johan-Cruyff-Arena legten die Hausherren los wie die Feuerwehr. Nachdem Hakim Ziyech und Dusan Tadic, der an Tottenhams Weltmeister-Keeper Hugo Lloris scheiterte, Warnschüsse abgegeben hatten, führte die erste Ecke durch Lasse Schöne zur Führung. Der angeblich auch von Bayern München umworbene 19 Jahre alte Shootingstar de Ligt erzielte per Kopf seinen zweiten Treffer in der Königsklasse.

Nur 60 Sekunden später vergab der frühere Leverkusener Heung-Min Son, der im Hinspiel gesperrt war, eine große Chance für die Gäste. Der Südkoreaner traf aber nur den Pfosten. In der zehnten Minute vergab Dele Alli in Abseitsposition eine weitere gute Möglichkeit für die Mannschaft des argentinischen Teammanagers Mauricio Pochettino, der nach wie vor auf seinen verletzten Torjäger Harry Kane verzichten musste.

Anschließend lieferten sich beide Teams zunächst einen offenen Schlagabtausch, ehe Tottenham nach und nach das Kommando übernahm. Son (23.) und Christian Eriksen (24.) hatten noch vor der Pause Chancen zum Ausgleich. Tadic (31.) hätte auf der anderen Seite aber auch einen guten Konter zum 2:0 für die Hausherren abschließen können, ehe Ziyech es besser machte und mit seinem dritten Treffer im laufenden Wettbewerb für die Vorentscheidung sorgte.

Nach Wiederanpfiff des guten Bundesliga-Schiedsrichters Felix Brych setzten die Spurs noch einmal alles auf eine Karte. Die aufmerksame Ajax-Abwehr vor dem starken Torwart Andre Onana, der in der 54. Minute gegen Dele Alli eine Glanzparade zeigte, ließ aber zunächst nichts anbrennen. Nach dem Doppelpack von Lucas Moura war Tottenham am Drücker. Ajax konnte sich zunächst von dem Druck wieder befreien, ehe Lucas die Gastgeber ins Tal der Tränen stürzte. Zuvor hatte noch Ziyech in der 79. Minute für Ajax noch den Pfosten getroffen.

Telegramm: 

Ajax Amsterdam - Tottenham 2:3 (2:0)

52'000 Zuschauer. - SR Brych (GER). - Tore: 5. De Ligt 1:0. 35. Ziyech 2:0. 55. Lucas Moura 2:1. 59. Lucas Moura 2:2. 96. Lucas Moura 2:3.

Ajax Amsterdam: Onana; Mazraoui, De Ligt, Blind, Tagliafico; Schöne (60. Veltman), Van de Beek (90. Magallan), De Jong; Ziyech, Tadic, Dolberg (67. Sinkgraven).

Tottenham: Lloris; Trippier (81. Lamela), Alderweireld, Vertonghen, Rose (82. Davies); Sissoko, Wanyama (46. Llorente), Alli; Eriksen; Lucas Moura, Son.

Bemerkungen: Ajax Amsterdam ohne Neres und Bandé (beide verletzt). Tottenham ohne Kane, Winks und Sanchez (alle verletzt). 6. Pfostenschuss von Son. Verwarnungen: 16. Sissoko (Foul). 50. Dolberg (Foul). 76. Rose (Unsportlichkeit). 77. Ziyech (Foul). 95. Onana (Spielverzögerung).

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