Krisenmanagement

Die Schweizer Fussballwelt hoffte auf Heusler – doch der sagt nach einigem Überlegen ab

Es wird erwartet, dass der Präsident des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) am Freitag seinen Rücktritt erklärt. Als Nachfolger und Krisenmanager blickte alles auf Ex-FCB-Chef Bernhard Heusler. Doch der will derzeit nicht.

Bernhard Heusler will nicht FSV-Präsident und Nachfolger des umstrittenen Peter Gilliéron werden: «Ich bin zum Schluss gekommen, dass so etwas derzeit für mich keine Option ist», sagt er gegenüber Blick.ch.

Immer wieder ist in den letzten Wochen der Name Bernhard Heusler gefallen, wenn über eine Neuausrichtung des SFV diskutiert wurde. Noch am Freitag erklärte Heusler, sich ernsthaft zu überlegen, Verbandspräsident zu werden.

Der Schweizer Fussballverband steht seit der Doppeladler- und Doppelbürgeraffäre massiv in der Kritik. Bereits ist Generalsekretär Alex Miescher zurücktetreten. 

Doch auch Präsident Gilliéron steht unter Druck und Beschuss. Er ist es, der als Präsident die Verantwortung trägt für das Versagen der Nationalmannschaft und des Verbandes in den letzten Wochen. Zusammen mit Miescher hat er die Doppelbürger-Affäre mit einem Interview in NZZ und TagesAnzeiger verursacht. Und mit Gilliéron stehen der Nati-Delegierte Claudio Sulser und der Kommunikationschef Marco von Ah in der Kritik.

Immerhin eines scheint nun klar: Es soll zu Erklärungen kommen. Am nächsten Freitag anlässlich der Tagung des Zentralvorstands, dem auch Bernhard Heusler angehört.

Gilliéron, Sulser und Nati-Trainer Vladimir Petkovic werden vor die Medien treten. Und versuchen, zu retten, was wohl nicht mehr zu retten ist.

Bernhard Heusler war in dieser Situation der Hoffnungsträger. Ihm wird zugetraut, die Debatte um den Fussballverband zu beruhigen und diesen neu zu strukturieren. Er sagt zur Sitzung am Freitag: «Es braucht Veränderungen. Die Aussendarstellung unseres Verbandes ist nicht befriedigend. Das muss selbstkritisch aufgearbeitet werden.» 

So begründet Heusler die Absage

Nun also die Absage: Heusler will zuwarten, aber auch an der Delegiertenversammlung im Frühling nicht zur Verfügung stehen.

Im Blick sagt Heusler: «Rein sachlich muss sich der Verband in erster Linie klar werden, wie er sich in Zukunft aufstellen will. Dazu gehört natürlich auch ein gemeinsames Verständnis über die Rolle des Präsidenten und der Verbandsspitze.»

Er wisse ja gar nicht, ob seine Fähigkeiten und seine Persönlichkeit zum Anforderungsprofil des Präsidiums passen würden. 

Zudem, auch privat passt das Präsidium beim Fussballverband nicht: Anfang Jahr hat Heusler eine Beratungsagentur gegründet. Auch ist er vor Kurzem zum Co-Präsidenten der Stiftung Schweizer Sporthilfe gewählt worden. Beides erfordere sein Engagement. (jk)

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