FC Basel

Drei Abschiede in Basel – und eine baldige Rückkehr?

Timm Klose in einem Training der Schweizer Nati. Noch spielt er für Norwich City. Die Frage ist nur: Wie lange noch? (Archivbild)

Timm Klose in einem Training der Schweizer Nati. Noch spielt er für Norwich City. Die Frage ist nur: Wie lange noch? (Archivbild)

Der FC Basel vermeldet die Abgänge von Ademi, Riveros und Alderete. Und lässt Hoffnung offen, dass Klose die Alderete-Lücke schliesst.

Dass der Montag etwas turbulent werden dürfte, das hatte sich abgezeichnet. Nicht erst, als zur später Stunde am Sonntagabend aus der Türkei zu vernehmen war, dass Kemal Ademi zu Fenerbahce Istanbul wechseln würde. Sondern schon vor Anpfiff der Partie FC Basel gegen den FC Luzern. Da kündigte der Präsident Bernhard Burgener nämlich Verstärkungen an. Seine Aussage reichte, und im und uns Joggeli schossen die Erwartungen in die Höhe. Wie viele Spieler und wen würden die Basler verpflichten?

Nun, es ist eine Frage, die am Montagabend noch nicht beantwortet werden konnte. Denn am Montag vermeldete der FCB keinerlei Zuzüge – aber dafür gleich drei Abgänge. Aber der Reihe nach.
Der Abschied Kemal Ademis, welcher in der Türkei schon kurz nach der Luzern-Partie als fix galt, verkündete der FCB im Laufe des gestrigen Nachmittags. Er kam so wenig überraschend, dass er gar etwas mehr zu einer Randnotiz verkam. In keiner Liga-Partie stand der Stürmer unter Ciriaco Sforza im Aufgebot.

Lieber Jugend statt Ademi

Der neue Trainer des FC Basel bemängelte Ademis Trainingsleistungen und bevorzugte jeweils Arthur Cabral und Ricky van Wolfswinkel, aber auch die jungen Tician Tushi und Julian Von Moos. So endet Ademis Zeit in Basel nach etwas mehr als einem Jahr. Dass er kurz nach seiner Ankunft und dem Abgang von Albian Ajeti und dem Ausfall van Wolfswinkels Verstärkung forderte, «weil ich nicht alle Spiele alleine machen kann», verkommt zu einer etwas lustigen Pointe. Denn ab dem Zuzug Cabrals spielte Ademi nur noch die zweite Geige.

Den Status als Ersatzspieler hatte Blas Riveros zuletzt zumindest ab und an. Aber auch nicht regelmässig. Der Paraguayaner, der seit 2016 beim FCB ist und ebenso lange stagniert, ist in der Gunst der Trainer immer weiter nach unten gefallen. Urs Fischer versuchte noch, ihn zu formen, Marcel Koller verschob ihn ob seiner Defensiv-Mängel schlicht auf den Flügel – oder die Tribüne. Und unter Sforza fehlte er sogar kurzzeitig im Training. Dass er nicht auf ihn setzen würde, zeigte spätestens die Verpflichtung Andrea Padulas und zuletzt jene von Jorge. Der Abschied Riveros’ fällt somit kaum ins Gewicht, obschon dies eine bittere Erkenntnis bei einem Spieler ist, der einst als Jahrhunderttalent nach Basel geholt wurde.

Der herbe Verlust Alderetes - und die Frage nach Ersatz

Ein solches Prädikat hatte Omar Alderete nie. Dafür kämpfte er auch nicht mit der Angewöhnung, dem Klima oder den Wünschen der Trainer in Basel. Viel mehr war der 23-Jährige Landsmann von Riveros von der ersten Sekunde an ab seinem Wechsel nach Basel vergangenen Sommer eine echte Verstärkung. Ab und an etwas temperamentvoll zwar, avancierte Alderete schnell zum unverzichtbaren Abwehrchef. Stand er auf dem Platz, versprühte die Defensive Sicherheit. Und an seiner Seite machte auch Nebenmann Eray Cömert einen weiteren Leistungsschritt. Dass Alderete den FC Basel nun nach rund einem Jahr definitiv – und nicht wie zuerst gedacht leihweise – verlässt, ist ein herber Verlust und eine Qualitätseinbusse. Die Aussicht auf einen Stammplatz bei Hertha Berlin in der Bundesliga aber weckt Verständnis. Alderete dürfte nämlich genau einen solchen Platz inne haben, nachdem Karim Rekik von Berlin nach Sevilla gewechselt ist und mit Jordan Torunarigha ein weiterer Konkurrent verletzt fehlt.

Der dritte Abgang des Tages in Basel hinterlässt also die grösste Lücke. Dass der FCB Alderete aber am letztmöglichen Tag noch hat ziehen lassen, deutet darauf hin, dass er einen Ersatz in der Hinterhand hat. Einen Ersatz, auf den man in Basel schon lange wartet: Timm Klose. Der Basler, der in der U21 des FCB spielte und von dort via Thun, Nürnberg und Wolfsburg bei Norwich in der Premier League landete, dürfte wohl endlich nach Hause zurück kehren. Ob er spielerisch und im Bereich Tempo mit Alderete mithalten kann, sei dahin gestellt. Aber Klose ist einer für die Fans, die Region, die Kabine und das Konzept. Kurzum: Eine Persönlichkeit, die der FCB brauchen kann.

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