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Dzemaili Doppeltorschütze bei Sieg gegen Liechtenstein

Eines der Highlights: Dzemaili trifft zum 1:0 und schickt Grüsse an seinen Sohn Luan.

Eines der Highlights: Dzemaili trifft zum 1:0 und schickt Grüsse an seinen Sohn Luan.

Dem Schweizer Nationalteam gelingt der Test auf Kunstrasen gegen Liechtenstein. Die Equipe von Vladimir Petkovic gewinnt in Thun 3:0.

Drei Tore. Zwei Lattenschüsse. Ein Pfostenschuss. Und viele vergebene Chancen. Die Hauptprobe der Schweiz für das EM-Qualifikationsspiel gegen Litauen (am Sonntag) bietet gemischte Gefühle. Was ist davon zu halten?

Beginnen wir mit den erfreulichen Fakten. Dazu gehört die Art und Weise, wie die Schweiz siegt. Sie dominiert ihren Gegner nach Belieben. Nur einmal, kurz nach der Pause, fehlt es kurz an Konzentration. Womit Nati-Debütant Marwin Hitz immerhin zeigen kann, dass er nicht eingeschlafen – und überdies ein sehr guter Torhüter ist.

Die Gewinner des Abends heissen Blerim Dzemaili und Xherdan Shaqiri. Beide haben schwierige Tage in ihren Vereinen hinter sich. Dzemaili spielt bei Galatasaray Istanbul kaum, war lange verletzt. Shaqiri hat nach seinem Wechsel von Bayern München zu Inter Mailand viel mehr Mühe als erwartet.

Es scheint, als hätten sie ihre Probleme zu Hause gelassen. Dzemaili trifft beim 3:0 zweimal herrlich. Erst per Direktschuss auf Vorlage von Shaqiri. Dann mit einem herrlich verwandelten Freistoss. Zudem ist er, der eben erst Vater geworden ist, immer bemüht, etwas Kreativität ins Schweizer Spiel zu bringen. Das ist vor allem dann wertvoll, wenn der Gegner nur hinten rein steht. Wie Liechtenstein. Wie mutmasslich auch Litauen.

Das Zweifeln bei Mehmedi

Dass Dzemaili mit einem Einsatz rechnen darf, ist trotzdem unwahrscheinlich. Weil Captain Inler und der zuletzt überragende Xhaka gesetzt sind. Und weil Behrami, einer der Chefs dieses Teams, rechtzeitig genesen ist. Von seiner Knieverletzung ist nichts mehr zu spüren.

Shaqiris Einsatz ist selbsterklärend. Er ist, wie eh und je, der Antreiber in der Schweizer Offensive. Es ist erfreulich, dass er mittlerweile vermehrt auch gegen Gegner von überschaubarer Qualität grössten Einsatz und Leidenschaft zeigt.

Der Lohn dafür sind zwei Skorerpunkte. Das 1:0 von Dzemaili bereitet er in typischer Manier vor. Nach einem Antritt folgt der Pass in die Tiefe. Noch schöner ist sein 2:0. Ein Weitschuss, der dem Torwinkel ziemlich nahe kommt. Es spricht vieles dafür, dass Shaqiri die Schweiz auch gegen Litauen zum Sieg führen wird.

Es ist gut möglich, dass die Partie in Vilnius jener von gestern ähneln wird. Der 4:0-Sieg vom letzten November lässt darauf schliessen. Die miserablen Testergebnisse von Litauen (0:4 gegen Ungarn, 0:2 gegen Malta) ebenfalls. Wie auch immer: Aufgrund des gestrigen Spiels ist der Formstand der Schweizer Defensive kaum abschätzbar. Zu harmlos ist Liechtenstein.

Kasami trifft schon nach 53 Sekunden die Latte, Lichtsteiner später mit einer Flanke die Latte. Und Kasami doppelt in der zweiten Halbzeit mit einem Pfostentreffer nach. Der tragische Held heisst aber Admir Mehmedi. Ein ums andere Mal scheitert er. Man kann auf der Tribüne sein fehlendes Selbstvertrauen richtiggehend fühlen. Sturmkollege Drmic ist in seinen 45 Minuten gar ein Fremdkörper.

Fazit: Viele neue Erkenntnisse liefert das Spiel nicht. Die Schweiz schiesst Tore, aber die Chancenauswertung ist weiterhin nicht optimal. So ärgerlich wie die Guggenmusik auf der Tribüne ist das indes bei weitem nicht.

Schweiz - Liechtenstein 3:0 (1:0)

Stockhorn-Arena, Thun. – 8100 Zuschauer. – SR Trutz (Slk). – Tore: 29. Dzemaili (Shaqiri) 1:0. 60. Shaqiri 2:0. 68. Dzemaili (Freistoss) 3:0.

Schweiz: Hitz; Lichtsteiner (46. Widmer), Klose, Von Bergen (46. Djourou), Moubandje; Kasami, Behrami (46. Fernandes), Dzemaili (74. Lang); Drmic (46. Stocker), Shaqiri (63. Embolo), Mehmedi.

Liechtenstein: Jehle (46. Bicer); Yildiz, Frick, Kaufmann, Oehri (67. Wolfinger); Polverino; Christen, Hasler (63. Gubser), Martin Büchel (77. Kieber), Burgmeier (80. Brändle); Kühne (53. Salanovic).

Bemerkungen: Schweiz ohne Bürki (verletzt), Schär, Frei (beide auf der Tribüne), Sommer, Mvogo, Inler, Seferovic, Xhaka, Rodriguez (alle Ersatz). 1. (0:51) Lattenschuss von Kasami. 21. Flanke von Lichtsteiner gegen die Latte. 85. Bicer lenkt Schuss von Kasami gegen den Pfosten.

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