Seine Karriere als schillernd und ihn als erfahren zu bezeichnen, wäre fast schon Blasphemie. Auch wenn der schüchterne Walter Samuel ob dieser Worte rot werden würde. Aber Samuel war ein Spieler von Weltformat. Einer, der die Copa Libertadores und die Champions League gewonnen und die Trikots der Boca Juniors, der AS Roma, von Real Madrid und Inter Mailand getragen hat – und natürlich auch das der argentinischen Nationalmannschaft. Stolze 52 Mal.

Und einer, der sich zum Schluss seiner Karriere für zwei Jahre das Dress des FC Basel überstreifte - und die Herzen der Fans im Sturm eroberte. Er wurde zum Publikumsliebling. Entzückte die Basler Fans mit Zweikämpfen, die man in Basel selten zuvor gesehen hat. Und einem Stellungsspiel sowie einem linken Fuss, welche beide schlicht überragend waren.

Verehrt - und noch immer vermisst

Auch deshalb, aber vor allem auch wegen seiner bescheidenen, zurückhaltenden Art neben dem Platz, wurde "Il Muro" in Basel verehrt - und wird es noch heute. Fast noch mehr, als er auch gut ein Jahr nach dem Ende seiner aktiven Karriere noch immer vermisst wird.

Jetzt kehrt er aber endlich zurück. In die Super League. Aber zum Leidwesen aller Basler Fans kommt er nicht zurück zum FCB. Sondern wird künftig im Tessin zu Hause sein, beim FC Lugano. Am Tag des Trainingsauftakts der Tessiner wurde verkündet, dass Samuel Assistent von Pierluigi Tami wird. 

Es wird für Samuel die erste Station in der Funktion als Assistenztrainer. Zuletzt war er zwar im Trainerstaff bei Inter Mailand, dem Verein, für den er vor seinem Engangement beim FCB neun Jahre spielte, war dort aber "nur" für die Taktik zuständig. Weil bei Inter nun aber Luciano Spalletti übernimmt und ohne Samuel plant, folgt für den 39-Jährigen der zweite Abschied aus Mailand.

Und dafür eine Rückkehr nach Basel. Wenn auch vorerst nur für 90 Minuten. Aber eines ist sicher: In Basel freut man sich jetzt schon auf den 20. August. Wohl so sehr, wie man sich noch nie auf ein Gastspiel des FC Lugano im Joggeli gefreut hat.