FC Basel

«Es war mein ausdrücklicher Wunsch» - Noah Okafor beflügelt jetzt RB Salzburg

So begrüsst RB Salzburg den Neuzugang vom FC Basel, Noah Okafor.

So begrüsst RB Salzburg den Neuzugang vom FC Basel, Noah Okafor.

Der FC Basel verliert einen seiner Stars: Noah Okafor wechselt per sofort zu RB Salzburg. Der Jungnationalspieler verlässt den FCB damit nach 13 Jahren, um in Österreich den nächsten Schritt zu machen. Trotz rund 12 Millionen Ablöse bleibt ein fader Beigeschmack.

Wie stolz sie damals beim FC Basel doch waren, im Februar 2019. Frühzeitig hatte man den Vertrag mit Youngster, Nachwuchsstar und Hoffnungsträger Noah Okafor verlängern können. Bis 2023 die neue Laufzeit, zuvor war das Arbeitspapier bis diesen Sommer datiert. Der damalige Sportchef Marco Streller betonte, wie mühsam die Verhandlungen waren, wie begehrt das Eigengewächs sei und wie  bedeutend und beachtlich der Durchbruch und der Verbleib Noah Okafors seien. Verständlich, schliesslich stand Okafor damals noch symbolisch für die noch immer süsse Früchte tragende Nachwuchsarbeit und gleichermassen für die Hoffnungen auf den Aufschwung des FC Basel.

Okafor, mit seinem Speed, seinem Spielwitz, seiner Unberechenbarkeit und Unbekümmertheit sollte dem FCB helfen, wieder dorthin zu kommen, wo er hin gehört. An die Ligaspitze und auf die grosse europäische Bühne. Dass er ein Eigener ist, einer, der sich seit der U9 Tag für Tag das rotblaue Dress überstreift, machte es in Zeiten der Konzeptliebe noch besser. Und schliesslich sollte Okafor irgendwann dem Klub nicht nur auf dem Platz sondern in den Kassen helfen.

Mit diesem Bild verabschiedet sich Noah Okafor auf Instagram von seinen Fans.

Mit diesem Bild verabschiedet sich Noah Okafor auf Instagram von seinen Fans.

Die Unzufriedenheit des Spielers

Bis zu 20 Millionen - davon träumte man, wenn man an einen Verkauf von ihm dachte. Das grösste Talent aus dem eigenen Nachwuchs der letzten Jahre sollte auch einen der grösstmöglichen Erlöse einspielen. Dem Klub finanziell helfen, wenn er fussballerisch längst weiter gezogen ist. Nun sind die zwölf Millionen Franken, die der FC Basel jetzt kassieren soll, nicht wenig. So viel bekommt der Verein laut „Blick“ nämlich dafür, dass er seine aktuell glänzendste Nachwuchsperle ins Nachbarland verkauft. Der Wechsel von Noah Okafor zu RB Salzburg ging am Freitag über die Bühne. Erst verpasste er am Morgen das Training, weil er bereits zu Vertragsverhandlungen in Salzburg weilte. Am Abend verschickte der FCB dann sein Communiqué. Okafor unterschreibt in Salzburg bis zum 31. Mai 2024. Dass der immer noch erst 19-Jährige wechselwillig war, war längst ein offenes Geheimnis. Nur dachte man dabei an Klubs wie Dortmund, bei denen er landen würde. Jetzt ist es Salzburg.

Noah Okafor posiert im RB-Pullover und zeigt sein Können.

Noah Okafor posiert im RB-Pullover und zeigt sein Können.

Okafor selber forcierte den Transfer. In der Medienmittelung lässt er sich wie folgt zitieren: «Es war mein ausdrücklicher Wunsch, mich dem österreichischen Serienmeister anzuschliessen. Der Wechsel nach Salzburg kommt für mich zum richtigen Zeitpunkt.» Der Wunsch, er überrascht nicht. Schliesslich war der Flügelspieler kein Freund des Cheftrainers. Auch das: ein offenes Geheimnis. Und die Abneigung liegt nicht nur an den wenigen Einsatzzeiten. Aber auch. Es geht auch um Punkte wie Spielstil, Freiheit, Entwicklung. Aber die härteste Währung ist die Einsatzzeit. Und die war zuletzt dermassen überschaubar - angesichts seines Potentials auch eher unverständlich - dass Okafor die Schnauze voll hatte. Die Möglichkeit, die nächste Entwicklungsstufe zu erlangen, sah er in Basel nicht mehr. Das Durchkommen an Kevin Bua und Valentin Stocker ist schwer. Zumal Letzterer auch noch Captain ist.

Oberlin und der umgekehrte Weg

In Salzburg sieht Okafor offenbar mehr Chancen. Solche auf Einsatz und solche, noch mehr in den Fokus der Big Player zu rücken. Es ist eine witzige Wende, wenn man etwas bedenkt: Im Sommer 2017, da machte ein gewisser Dimitri Oberlin genau den umgekehrten Weg. Er erhoffte sich vom FCB, was sich Okafor nun bei RB erhofft. Wer hätte damals gedacht, dass die grössten Talente dem FCB den Rücken kehren, um den Durchbruch zu schaffen. In Zeiten der Embolos oder Akanjis undenkbar. Jetzt aber Tatsache. Okafor verlässt seinen Heimatklub nach 12 Jahren, mit 54 Pflichtspielen, 7 Toren, 5 Assist und einem faden Beigeschmack. Denn man wird den Eindruck nicht los, dass mehr möglich gewesen wäre. Für Okafor, aber auch für den FCB.

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