Die Meisterfeier des FC Basel? Sie ist schon lange nichts Spezielles mehr, wenn man ehrlich ist. Zu sehr sind sie schon zu Saisonstart zu erwarten und planbar. Selbst, dass es eine «spontane» Feier geben wird, ist jeweils klar. Einzig der Zeitpunkt einer solchen ist noch nicht vor dem ersten Saisonspiel fixiert.

Die Fans auf dem Barfüsserplatz singen «Schwiizr Maischter, glaubed nid an Gaischter».

Die Fans auf dem Barfüsserplatz singen «Schwiizr Maischter, glaubed nid an Gaischter». (Aufnehme von 2016)

Durch die Planbarkeit der Feiern sind ihr in den letzten Jahren die grossen Emotionen etwas abhanden gekommen. Auf dem Balkon genau so wie unten auf dem Barfi. Sogar Marco Streller, FCB-Legende und designierter Sportchef seines Herzensvereins, musste unlängst zugeben, dass die erste Meisterfeier gefühlsmässig unbeschreiblich war, diese Intensität an Glücksgefühlen aber mit den Jahren abnahm. Man gewöhne sich eben daran. Das Feuer war – wie im Stadion auch – etwas erloschen.

Ein Punkt, den man unbedingt wieder ändern will. Auch, weil der abtretenden Führung um Bernhard Heusler und Georg Heitz ein mehr als würdiger Abschied geboten werden soll.

Bernhard Heusler (links) und Georg Heitz geben die FCB-Führung ab.

Bernhard Heusler (links) und Georg Heitz geben die FCB-Führung ab.

Vor allem aber, weil der FCB in diesem Jahr nicht nur den achten Titel in Serie, sondern den 20. insgesamt und damit den zweiten Stern holen wird. Eine historische Marke, die nicht mit einer normalen Meisterfeier zelebriert werden soll.

Den zweiten Stern würdigen

Daher plant der FCB, wie die bz bereits am Donnerstagmorgen vermeldete, die offizielle Meisterfeier in diesem Jahr am Samstagnachmittag statt wie üblich nach dem letzten Saisonspiel durchzuführen. Es soll «eine grosse und besondere offizielle Meisterfeier» werden, schreibt der FCB in einem Communiqué am Donnerstagnachmittag.

Gefeiert wird also am Pfingstsamstag, 3. Juni, ab dem «späten Nachmittag», wie der FCB schreibt. Die Feier findet in der Basler Innenstadt statt. Durch den Zeitpunkt am Nachmittag könnten für einmal auch Familien und Kinder teilnehmen.

Ein schöner Gedanke, der aber nicht von allen geschätzt wird, wie zu hören ist. Schliesslich ist der Samstag, an dem die Feier nun stattfindet, der erste von ohnehin knapp bemessenen Ferientagen für die Mannschaft.

Das entsprechende Fest werde in Zusammenarbeit mit der Stadt Basel und den verschiedenen Behörden geplant. Die Abklärungen seien derzeit am Laufen und die Öffentlichkeit werde über die Details informiert, sobald die Rahmenbedingungen klar definiert sind.

Keine spontane Feier

Ebenfalls klar ist nun, wie der FCB mit einer möglichen Sofa-Meisterschaft umgeht. Denn: der FCB könnte in diesem Jahr Sofa-Meister werden. Heisst: Die Basler stehen nicht unmittelbar dann als Meister fest, wenn sie Vaduz am Samstagabend haben besiegen können. Sondern erst dann, wenn gleichzeitig YB gegen Lugano nicht gewinnen kann. Weil YB aber erst am Sonntag, der FCB hingegen schon am Samstag spielt, würde der FCB vor dem Fernseher als Meister feststehen. Tritt dieser Fall ein, verzichtet der Verein auf eine «spontane» Feier.

«Der FCB hat nach Rücksprache mit Vertretern von Fans und Anhängern entschieden, dass die Mannschaft an einem spielfreien Tag nicht öffentlich auftritt», ist dem Communiqué zu entnehmen.