1:12-Initiative
GC, Basel und Co.: Fussballbosse warnen vor 1:12-Initiative

Das Fürchten vor einem Ja zur 1:12-Initiative ist im Schweizer Fussball-Business gross: Clubpräsidenten und Geschäftsführer warnen vor einem Qualitätsverlust des Schweizer Fussballs, wenn den Klubs Lohnbegrenzungen auferlegt werden.

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Spieler wie Gennaro Gattuso würden dann nicht mehr in der Schweiz spielen wollen, glaubt Sion-Präsident Christian Constantin

Spieler wie Gennaro Gattuso würden dann nicht mehr in der Schweiz spielen wollen, glaubt Sion-Präsident Christian Constantin

Keystone

Die Spitzen des Schweizer Fussballs fürchten sich vor einem Ja zur 1:12-Initiative der Jungsozialisten im November.

In der Zeitung «Schweiz am Sonntag» warnen Clubpräsidenten und Geschäftsführer nun vor einem Qualitätsverlust des Schweizer Profifussballs, wenn den Klubs Lohnbegrenzungen auferlegt werden.

GC-Präsident André Dosé sagt: «Die Initiative wäre für den Schweizer Fussball problematisch.»

Er sorgt sich um die Attraktivität der Schweizer Liga für einheimische Talente. «Die Schweiz ist keine Insel, auch unsere Klubs operieren auf einem internationalen Markt. Wenn die Klubs die besten Schweizer Spieler nicht mehr marktgerecht entlöhnen können, wechseln diese noch früher ins Ausland.»

Dort gingen sie das Risiko ein, sich nicht durchzusetzen. «Das würde auch die Nationalmannschaft zu spüren bekommen», sagt Dosé.

Eindringlich warnt auch Christian Constantin, Präsident des FC Sion. «Diese Initiative ist gefährlich für den Profifussball.»

Toptransfers seien so nicht mehr möglich. «Einen Gattuso hätte ich mit dieser Initiative nicht verpflichten können», so Constantin.

Auch der Krösus des Schweizer Fussballs, der FC Basel, befürchtet Nachteile. «Eine Annahme der Initiative würde die Wirtschaftlichkeit und damit die sportliche Wettbewerbsfähigkeit der Profifussballklubs in der Schweiz empfindlich treffen», sagte FCB-Präsident Bernhard Heusler bereits letzte Woche in der «Schweiz am Sonntag».

Juso-Chef David Roth lässt die Einwände der Fussballbosse nicht gelten. «Wenn Leute wie André Dosé, der bei der Swiss Millionen verdiente, Fussballer vorschieben, um Managerlöhne zu verteidigen, dann zeigt das nur den Argumentationsnotstand der Initiativgegner.» (sha)