Kommentar

Keine Europa League in Basel: Das ist vom Entscheid der Basler Behörden zu halten

Die Behörden nehmen eine Vorreiterrolle ein, scheren sich aber nicht um den Rattenschwanz an Problemen.

Die Behörden nehmen eine Vorreiterrolle ein, scheren sich aber nicht um den Rattenschwanz an Problemen.

Der FCB darf nicht in Basel gegen Eintracht Frankfurt spielen. Eine löbliche Entscheidung der Basler Behörden, durch die die Probleme aber multipliziert und verlagert werden, wie Sportredaktor Jakob Weber findet.

Keine Bewilligung für das FCB-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Die Behörden des Kantons Basel-Stadt haben mit ihrem unerwartet radikalen Entscheid nicht nur den FC Basel überrascht. Auch viele Fans fragen sich, war das wirklich notwendig? Sind die Frankfurter Fans, die sich trotz aller Corona-Warnungen und Verbote am 19. März vor dem Joggeli versammeln könnten, nicht selber schuld, wenn sie sich in Zeiten des Corona-Virus in grossen Menschenmengen aufhalten wollen?

Natürlich wären sie selber schuld, aber manchmal muss man Menschen auch vor sich selber schützen. Das hat der Kanton in diesem Fall gemacht und damit Verantwortung übernommen. Das ist löblich. Vor allem in Zeiten, wo die Verantwortung in heiklen Fällen gerne delegiert wird. Doch in diesem Fall zieht der Entscheid eine lange Schlange an Folgeproblemen mit sich.

Dem FC Basel droht eine Forfait-Niederlage, wenn er das Spiel nicht an einem anderen Ort durchführen kann. Ob und wo in zehn Tagen überhaupt noch Fussball gespielt wird, ist unmöglich vorherzusehen. Fest steht, dass der FCB mit grossen finanziellen Einbussen rechnen muss und damit sowohl sportlich als auch wirtschaftlich am Ende der grosse Verlierer dieses Entscheids ist. Da zeugt es von Grösse, wenn FCB-CEO Roland Heri sagt, es gehe hier nicht um den Sport, sondern um eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Da ist Basel in Sachen Corona seit gestern ein Vorreiter.

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