Drei Tage nach dem Verschwinden von Florijana Ismaili haben die Angehörigen der Schweizer Fussball-Nationalspielerin Gewissheit: Die 24-Jährige ist im Comersee ertrunken. Rettungskräfte bargen Ismailis Leiche am Dienstag nach einer gross angelegten Suchaktion aus 204 Metern Tiefe. Dort wurde sie von einem Tauchroboter geortet.

Ein von der Seeoberfläche aus gesteuerter Roboter hatte sie zuvor in einer Tiefe von 204 Metern geortet. Er brachte sie bis 20 Meter unter die Seeoberfläche, wo dann Taucher übernahmen, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Sportlerin war am Samstag von einem Boot in den See gesprungen und nicht mehr aufgetaucht. Obwohl Ismailis Begleitperson sofort Alarm schlug, konnte die Frau erst am Dienstag gefunden werden.

So berichtete Tele Bärn über die YB-Spielerin am Dienstagabend: 

Florijana Ismailis Leiche im Comersee gefunden

Florijana Ismailis Leiche im Comersee gefunden

Drei Tage nachdem die Berner Nati-Spielerin ins Wasser sprang und nicht mehr auftauchte, fanden Polizeitaucher ihre Leiche.

33 Spiele für die Nati

Ismaili stand seit 2011 bei den Young Boys unter Vertrag und war Captain des Teams. 2014 debütierte die Mittelfeldspielerin in der Nationalmannschaft, mit der sie 2015 an der WM teilnahm. Insgesamt lief sie in 33 Partien für die Schweiz auf. Erst vor zwei Wochen streifte sich die schweizerisch-albanische Doppelbürgerin letztmals das Nationaltrikot über, gegen Serbien stand sie 59 Minuten auf dem Platz.

Nachdem die Bergung der Leiche traurige Gewissheit über Ismailis Schicksal brachte, bekundeten zahlreiche Sportlerinnen und Sportler ihre Anteilnahme. Ihre Club-Kollegen von YB hatten sich mit einem Video an die Familie der Verstorbenen gewandt. In Herzform teilten sie ihre Anteilnahme mit. Später äusserten sich prominente Fussballspieler wie Xherdan Shaqiri und sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus.

Ismaili war nicht nur eine talentierte Fussballerin, sondern äusserte sich wiederholt auch sportpolitisch. Sie setzte sich dafür ein, dass der Frauenfussball eine höhere Anerkennung erhält. In der Zeitung «Bund» erzählte sie einst, wie sie den Frauenfussball mit 10 Jahren entdeckte. Zuvor hatte sie mit Jungs gespielt, danach wechselte sie zu den Juniorinnen des FC Walperswil. «Dann begann ich zu verstehen, dass es diese ganze Fussballwelt mit Profiteams und Nationalmannschaften auch für Frauen gibt.»

Als YB-Spielerin konnte Ismaili nicht nur auf den Fussball setzen, sie arbeitete daneben 30 bis 40 Prozent am Empfang eines Fitnessstudios. Deshalb träumte sie von einem Wechsel nach Deutschland, um nicht noch nebenher arbeiten zu müssen – und ihren Traum vom Profifussball verwirklichen zu können. (sda/rg)