Europa League

Marcel Koller sieht beim FC Basel keine Anzeichen einer Baisse

Basels Trainer Marcel Koller sieht vor dem Europa-League-Spiel gegen Getafe keine Baisse seines Teams

Basels Trainer Marcel Koller sieht vor dem Europa-League-Spiel gegen Getafe keine Baisse seines Teams

Vor dem Heimspiel gegen Getafe in der 4. Runde der Europa League befindet sich der FC Basel auf gutem Weg, ein erstes Saisonziel zu erreichen.

Auch die Young Boys sind in ihrer Gruppe in einer guten Position. Lugano hat sich noch nicht aufgegeben.

Er ist etwas aus dem Tritt gekommen, der erstarkte FC Basel. Nach der Rückkehr an die Spitze der Super League und sechs Runden als Leader setzte es für die Mannschaft von Marcel Koller zuletzt in der Liga ein 2:3 beim FC Zürich und ein 1:1 zuhause gegen Xamax ab. Dazu mühte sich Basel im Cup gegen das unterklassige Lausanne-Ouchy (2:1) mit späten Toren in die nächste Runde. Die vielen Spiele der letzten Wochen kosteten Kraft. Es war wohl kein Zufall, dass die Impulse im Vorwärtsgang zuletzt vermehrt von Ergänzungsspielern kamen. Vor dem sechsten von sieben Spielen innert 22 Tagen gegen Getafe wirkten einige Stammkräfte ausgelaugt.

Kritische Zwischentöne räumte Marcel Koller am Tag vor dem zweiten Duell mit Getafe nach dem 1:0-Sieg in Spanien vor zwei Wochen aber mit Nachdruck aus dem Weg: "Ich sehe keine Baisse", sagte er. Zwischen dem FCZ-Match und dem Xamax-Remis habe man im Cup gewonnen, und gegen Xamax sei man dem 2:1 in der Nachspielzeit sehr nahe gewesen. Und: "Die Mannschaft ist stabil und befindet sich auf einem guten Weg."

Mit Sieg praktisch qualifiziert

Dank dem starken Herbst sind die Basler Aussichten in der Europa League rosig. Im Optimalfall qualifiziert sich der FCB bereits am Donnerstag für die K.o.-Phase im nächsten Frühjahr. Mit sieben Punkten aus drei Spielen führt er die Tabelle nach dem halben Pensum an. Gewinnt er gegen Getafe auch zuhause, steht er vorzeitig als Sechzehntel-Finalist fest, falls Krasnodar im Parallelspiel gegen Trabzonspor zuhause Punkte abgibt. Sollten auch die Russen gewinnen, müsste immer noch Aussergewöhnliches passieren, damit die Basler nicht europäisch überwintern. Sie müssten dann am 28. November in Krasnodar mit mehr als fünf Toren Differenz verlieren.

Koller hat also durchaus Grund, die Situation positiv einzuschätzen. Weil das intensive Programm aber auch personelle Auswirkungen hat, muss er am Donnerstag improvisieren, vor allem auf den Aussenbahnen. Mit Noah Okafor, der gegen Xamax wegen eines muskulären Problems früh ausgewechselt werden und für Getafe Forfait erklären musste, sowie den gesperrten Valentin Stocker und Kevin Bua fallen drei Spieler aus, die gegen den aktuellen Siebten der spanischen Liga für die Flügelpositionen infrage gekommen wären. Nutzniesser des Engpasses ist der Anfang Saison kaum zum Zug gekommene Edon Zhegrova. Der 20-jährige Kosovare gehörte in den letzten Spielen zu den auffälligsten Akteuren, bereitete unter anderem das 1:1 gegen Xamax vor und leitete die Wende gegen Lausanne-Ouchy mit einem Assist ein.

YB wieder mit Lustenberger

Bei den Young Boys und beim FC Lugano ist vor Spiel 4 der Gruppenphase noch jedes Szenario realistisch. YB führt seine Tabelle dank den Heimsiegen gegen die Glasgow Rangers und Feyenoord Rotterdam aktuell an, Lugano ist mit einem Punkt Letzter, hat aber in den ersten Partien gegen den FC Kopenhagen, Dynamo Kiew und Malmö erkannt, dass man mit allen Gegnern mithalten kann. Die Tessiner, die am Wochenende beim erfolgreichen Einstand von Trainer Maurizio Jacobacci gegen Luzern Mut schöpften, rechnen sich nach wie vor einiges aus. Mit Siegen in St. Gallen gegen Malmö am Donnerstag und gegen Kopenhagen Ende Monat wollen sie ihre Chancen wahren.

Die personell gebeutelten, aber sportlich weiter auf Kurs liegenden Young Boys treten derweil in der Niederlande als Gruppenerster bei einem Gegner an, der gerade eine turbulente Zeit durchmacht. Der Fall auf Platz 12 in der Eredivisie durch ein 0:4 gegen Ajax erzürnte Teile der Anhängerschaft und kostete Jaap Stam den Trainerjob. Dick Advocaat soll die Situation stabilisieren. Zupass kommt dem 72-jährigen Routinier, dass sich das Lazarett bei den Young Boys nur schleppend lichtet. Zwar überraschten die Berner am Mittwoch mit der Meldung, dass Fabian Lustenberger im Aufgebot für das Feyenoord-Spiel steht. Weil sich am Wochenende aber auch noch Gianluca Gaudino verletzt hat, fehlen nach wie vor sieben potenzielle Stammkräfte.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1