Es lief bereits die letzte Aktion der Nachspielzeit, als YB doch noch jubeln durfte. Der eingewechselte Mayuka drehte aus dem Gewühl heraus mit links einen Schuss am russischen Goalie vorbei und krönte damit einen Steigerungslauf des Heimteams. Zupass kam den Young Boys, dass Zenits ebenfalls eingewechselter Routinier Wladimir Bystrow in der 69. Minute nach der zweiten (kleinlichen) gelben Karte des Feldes verwiesen worden war.

Den ersten "Magic Moment" der Partie verzeichnete zum Leidwesen der meisten Zuschauer nicht YB, sondern Zenit. Am 4. März 2007 hatten die beiden damaligen Basler Mladen Petric und Ivan Rakitic beim 5:1-Auswärtssieg gegen GC mit dem neuartigen Trick verblüfft, aber nicht reüssiert. Besser machte es die Offensivabteilung von Zenit: Danny tippte beim dritten Eckball der Russen in der 19. Minute den Ball leicht an (und gab ihn damit regelkonform frei), rannte aber zur Mitte. Danko Lazovic lief zur Fahne, sprintete ein paar Meter und schlug den Ball zur Mitte, wo ihn belgische Innenverteidiger Nicolas Lombaerts per Kopf zum 1:0 verwertete. Der einzige, der die drohende Gefahr realisiert hatte, war der völlig chancenlose Goalie Marco Wölfli.

Schockwirkung hatte das relativ frühe Gegentor für den Rest der ersten Halbzeit nicht. Aber es verminderte die Fehlpassquote nicht, und es brachte auch nicht ein höheres Tempo ins Spiel der Young Boys. Dies änderte sich in der zweiten Hälfte schlagartig. Nach 45 Sekunden war das vorher Geschehene mehr oder weniger vergessen. Denn Senad Lulic schuf sich mit einem Spurt und gesundem Einsatz den nötigen Raum gegen zwei Gegenspieler und überlupfte zur Krönung den russischen Keeper. Wenig später (48.) verpasste der bosnische Internationale das sechste Europacup-Tor seiner Karriere nur knapp.

Young Boys - Zenit St. Petersburg 2:1 (0:1).

Stade de Suisse. - 15'026 Zuschauer. - SR Kakos (Grie). - Tore: 19. Lombaerts 0:1. 46. Lulic 1:1. 94. Mayuka 2:1.

Young Boys: Wölfli; Nef, Dudar (59. Raimondi), Affolter; Sutter, Thierry Doubaï, Costanzo (83. Mayuka), Jemal; Degen, Bienvenu, Lulic.

Zenit St. Petersburg: Malafejew; Anjukow, Bruno Alves, Lombaerts (54. Fernando Meira), Hubocan; Denissow, Schirokow (79. Semak); Lazovic (44. Bystrow), Danny, Jonow; Kerschakow.

Bemerkungen: Young Boys ohne Dussin (verletzt) und Spycher (gesperrt) sowie Benito und Farnerud (beide nicht spielberechtigt), Zenit ohne Bucharow (verletzt) und Lukovic (gesperrt). 69. Gelb-Rote Karte gegen Bystrow wegen einerUnsportlichkeit. Verwarnungen: 35. Jemal (Foul). 45. Bystrow (Foul). 53. Danny (Foul). 55. Dudar (Foul). 63. Nef (Foul). 65. Hubocan (Foul). 72. Degen (Foul).