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«Mehr Mut im Kampf gegen Hooligans»: Bundesrätin Keller-Sutter fordert härteres Durchgreifen

Einen der Hauptgründe für die Missstände ortet die Justizministerin in der Gewaltbereitschaft der Hooliganszene.

Die Schweizer Justizministerin Karin Keller-Sutter hat Städte und Kantone zu hartem Durchgreifen bei Gewalt rund um Fussballspiele aufgerufen. «Es braucht mehr Mut im Kampf gegen Hooligans», sagte die FDP-Bundesrätin in der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Donnerstag.

"Um den Hooligans beizukommen, müsste man nur die Gesetze anwenden. Alles ist vorhanden: Strafrecht, Strafprozessrecht, Sprengstoffgesetz, Hooligan-Konkordat. Der ganze Werkzeugkasten liegt auf dem Tisch", sagte Keller-Sutter im Interview. "Nun braucht es den Mut, diese Instrumente auch einzusetzen."

Handeln müssten die Kantone mit ihren Polizeikorps und Staatsanwaltschaften, sagte die Magistratin. In der Pflicht seien zum Teil auch die Städte, wo diese die Träger der Polizeihoheit seien.

Einen der Hauptgründe für die Missstände ortet die Justizministerin in der Gewaltbereitschaft der Hooliganszene: "Wer gegen sie vorgeht, wird massiv bedroht und eingeschüchtert. Ich habe das hautnah erlebt." Zudem seien die Verbandelung und die Abhängigkeiten zwischen Klubs und Fans gross. "Es gibt eine grosse Nähe zwischen wirtschaftlichen Interessen, Sport, Kultur und Politik. Das erschwert das Durchgreifen sehr."

Sportministerin Viola Amherd (CVP) hatte sich jüngst ähnlich geäussert. Die Bundesrätin vereinbarte Anfang Juli mit Vertreten des Fussballs, die Zusammenarbeit zwischen Klubs und Behörden zu verbessern und Massnahmen wie etwa Stadionverbote konsequenter umzusetzen.

Derweil kommt es weiter zu Gewalttaten. Für Aufsehen sorgte ein Fall in Zürich nach dem Fussballspiel des FC Zürich gegen den FC St. Gallen. Ein 16-jähriger FCZ-Anhänger hatte letzte Woche am Mittwoch einen 40-jährigen Mann vor den Augen seiner Kinder mit der Faust niedergeschlagen und schwer verletzt, als dieser in einen Bus einsteigen wollte. Die Hintergründe sind unklar. Medien zitierten Augenzeugen, wonach es um einen Platz im Bus gegangen sein soll. Der FC Zürich verurteilte die Attacke in einer Stellungnahme.

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