Europa League

Noch 90 Minuten bis zum ersten grünen Haken für den FC Basel

Nimmt der FC Basel (hier Silvan Widmer) auch die letzte Hürde CSKA Sofia auf dem Weg in die Europa League?

Nimmt der FC Basel (hier Silvan Widmer) auch die letzte Hürde CSKA Sofia auf dem Weg in die Europa League?

Der FC Basel spielt heute (20.30 Uhr) in den Playoffs gegen CSKA Sofia um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League.

Ganz genau schaut Ciriaco Sforza hin. Bei jedem Spieler, bei jedem Schritt. Jenem Akteur sagt er, was er von seiner Ausführung der Übung hält, wenn dieser an ihm vorbei trabt. Es läuft erst das Aufwärmen im Abschlusstraining, aber der Trainer zeigt mit seiner positiven Detailversessenheit: Es steht etwas Wichtiges an. Etwas ganz Wichtiges, bei dem jeder einzelne Schritt sitzen muss.

Heute Abend empfängt der FC Basel den Zweiten der vergangenen bulgarischen Meisterschaft, CSKA Sofia. Es ist das Spiel der letzten Hürde, die Playoffs, bevor einer der zwei Vereine den Einzug in die Gruppenphase der Europa League bejubeln kann. Das Erreichen eben dieser Gruppenphase ist eines der drei gesteckten Saisonziele des FC Basel. Mit einem Sieg in diesen 90 Minuten heute Abend könnte ein erstes grünes Häkchen gesetzt werden.

Es ist ein bedeutender Schritt für die Mannschaft von Cheftrainer Ciriaco Sforza. Sie hat zwar bereits zwei dieser Partien mit Finalcharakter überstanden, nie aber ganz überzeugt. In Osijek war es eine schwache zweite Halbzeit, gegen Famagusta fing das Übel bereits nach 30 Minuten an. Hinzu kommt der Mini-Fehlstart in der Liga mit dem Remis gegen Vaduz und der Niederlage in Genf. Sforza und seine Spieler brauchen ein Erfolgserlebnis, um daraus Kraft für die Saison zu ziehen.

Monetärer Segen und Spielerverbleibe

Dass der FCB Energie und Mut aus europäischen Kampagnen ziehen kann, stellt er Jahr für Jahr unter Beweis. Es scheint manchmal, als würden die internationalen Partien die Basler besser machen – der hohen Belastung zum Trotz. Aber nicht nur deswegen ist ein Weiterkommen heute Abend von immenser Bedeutung. An die Qualifikation für die Gruppenphase ist ein kleiner Geldsegen geknüpft. Die Startprämie beläuft sich auf 2,92 Millionen Euro, überdies gibt es für einen Sieg 570000 und für ein Unentschieden 190000 Euro. Ferner winkt eine Million für den Gruppensieg oder eine halbe für den zweiten Rang. Da fliessen weitere Millionen aus der Koeffizientenrangliste sowie dem Marktpool für TV-Rechte.

«Wir wissen alle, dass das ein sehr wichtiges Spiel für uns ist. Für die Mannschaft, den Verein und für den Schweizer Fussball», umschreibt Silvan Widmer die Bedeutung der heutigen Partie. Denn es sind nicht nur die erwähnten monetären Punkte, auf die der FCB schielt, sondern natürlich auch auf das Schaufenster Europa. In diesem will er seine besten Spieler präsentieren und ihren Marktwert steigern. Der Vereinsleitung ist aber auch klar: Scheitert der FCB an Sofia – trotz nomineller Favoritenrolle und dem Heimrecht – dürften eben diese besten Spieler früher weg sein als ihnen lieb ist. Das internationale Transferfenster hat noch bis zum 5. Oktober geöffnet. Es bliebe Zeit, sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen. Einen allenfalls, der international spielt.

Sforza aber wird alles dafür tun, dass dies nicht so kommt. Bereits jetzt spricht er von einem verletzungsbedingt dünnen Kader. Ein Ausverkauf würde ihn seiner Spieler berauben, bevor er sie richtig kennengelernt hat. Viel lieber würde er ihnen noch so lange wie möglich ganz genau auf die Füsse schauen.

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