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SFV und Vladimir Petkovic verlängern die Zusammenarbeit

Hat gut lachen: Vladimir Petkovic, Trainer der Schweizer Fussball Nationalmannschaft.

Hat gut lachen: Vladimir Petkovic, Trainer der Schweizer Fussball Nationalmannschaft.

Nun ist es offiziell: Vladimir Petkovic bleibt bis 2022 Trainer der Schweizer Nationalmannschaft.

Der SFV und der 56-jährige Tessiner haben den Vertrag bis zur WM 2022 verlängert. Scheitert die Schweiz in der WM-Qualifikation, wird er vorzeitig aufgelöst.

Was der SFV am Dienstag in Bern verkündete, hatten die Medien bereits am Tag zuvor vermeldet. Denn die Vertragsverlängerung mit Vladimir Petkovic hatte sich längst abgezeichnet. Weil beide Seiten schon vor Wochen hatten durchblicken lassen, dass sie die Zusammenarbeit fortsetzen wollen. Und weil die Resultate in Petkovics Amtszeit seit Beginn im Sommer 2014 stets gestimmt haben. "Vladimir hat überzeugende Arbeit abgeliefert. Er hat die Mannschaft im richtigen Moment verjüngt und erneuert. Niemand kennt das Team so gut wie er. Es war klar, dass wir das Ziel hatten, den Vertrag zu verlängern", erklärte der Nationalmannschaftsdirektor Pierluigi Tami.

Petkovic selbst konnte sagen: "Die Mathematik spricht für mich." Er ist mit drei Endrunden-Teilnahmen und einem Schnitt von 1,87 Punkten pro Spiel der erfolgreichste Nationaltrainer in der Geschichte des SFV. Führt er die Schweizer Auswahl an die WM in Katar, wird er bis Turnierende im Spätherbst 2022 acht Jahre und fünf Monate Nationaltrainer gewesen sein. Damit würde er den Rekord von Karl Rappan aus den Vierzigerjahren verbessern, dessen längste von drei Amtszeiten sieben Jahre und zehn Monate gedauert hat.

Nur weichere Faktoren hatten zuletzt nicht immer für Petkovic gesprochen. Die Aussendarstellung wurde kritisiert. Beim SFV nahmen sie diese Kritik ernst. Sie soll in den Gesprächen mit Petkovic thematisiert worden sein. Gegen aussen ein besseres Bild abzugeben, war und ist aber nicht nur eine Forderung an den Nationaltrainer. Die Kommunikationsabteilung ist grösser und professioneller geworden, man wolle sich im SFV allgemein mehr öffnen, so Tami.

Petkovic selbst zeigte sich diesbezüglich auch selbstkritisch. In der Zeit nach der WM in Russland habe er "nicht jeden Schritt richtig gewählt", so Petkovic. Es war eine Zeit, und sie soll fast ein Jahr gedauert haben, in der er offenbar mit dem Gedanken gespielt hat, seine Zeit als Nationaltrainer zu beenden. Noch im letzten Sommer nach dem Finalturnier der Nations League hatte Petkovic den (gedanklichen) Flirt mit der Rückkehr in den Klubfussball nicht dementiert. Nun sagte er: "Ich habe vor allem wegen den Resultaten überlebt."

Es ging am Dienstag in Bern aber nicht darum, zurückzublicken. Auf der Formulierung neuer Ziele, auf der Zukunft lag der Fokus. Nach der Entwicklung in die richtige Richtung sei nun "die Stabilisierung der Mannschaft wichtig", sagte Petkovic. Er ist weiterhin selbstbewusst und traut seinem Team viel zu. "Wir wollen im Kopf so frei sein, dass wir uns unbegrenzte Ziele setzen. Wir wollen Schritt für Schritt gehen, auch mit der Vision und dem Willen, Weltmeister zu werden."

So viel verlangt der SFV von seinem exponiertesten Angestellten nicht. Aber Tami fordert "Qualität und Kontinuität" ein. "Ich will eine Schweizer Mannschaft sehen, die mit Persönlichkeit spielt." Mit der Vertragsverlängerung mehr als drei Monate vor Beginn der EM-Endrunde hat der SFV die Voraussetzungen geschaffen, dass sich der Trainer, die Mannschaft und das Umfeld auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren können. "Ich wollte eine Planung machen können nicht nur für die EM, sondern auch mittel- und langfristig."

Tami und Petkovic sind sich durchaus bewusst, dass die aktuelle Situation der Nationalmannschaft viel Sensibilität, Gesprächsbereitschaft und Arbeit erfordert. Ein zu grosser Teil des Stamms macht im Klub gerade eine schwierige Zeit durch: Manuel Akanji, Haris Seferovic, Breel Embolo oder Xherdan Shaqiri. Es sind viele, die derzeit selten bis nie zum Einsatz kommen. "Damit können wir nicht zufrieden sein", sagte Tami.

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