Schweizer Nationalmannschaft
Shani Tarashaj und Nico Elvedi: Zwei aufstrebende Junge wollen sich ins Nationalteam spielen

Shani Tarashaj und Nico Elvedi kamen bei der EM in Frankreich noch nicht zum Zug. Das soll bei der WM 2018 in Russland anders sein.

Markus Brütsch, Jona
Merken
Drucken
Teilen
Shani Tarashaj während eines Trainings mit der Nationalmannschaft rund um die EM in Frankreich

Shani Tarashaj während eines Trainings mit der Nationalmannschaft rund um die EM in Frankreich

Keystone

Der eine ist schon da, wo der andere nun auch hin will. Die Rede ist von der Bundesliga. Hier Nico Elvedi, der sich in Deutschland schon wie zu Hause fühlt und bei Borussia Mönchengladbach eine vielversprechende Rolle spielt. Da Shani Tarashaj, dessen Wechsel vom FC Everton zu Eintracht Frankfurt gestern, am letzten Tag der Transferperiode, zustande gekommen ist.

Warten auf den Arbeitsbeginn am neuen Ort

Doch Tarashaj braucht noch ein bisschen Geduld, bis er seinen neuen Arbeitsplatz in Frankfurt kennenlernen kann. Wie Elvedi ist er am Montag zur Nati gestossen, um sich mit dieser auf das WM-Qualifikationsspiel gegen Portugal vorzubereiten. Immerhin hat er nun in ihrem Kreis schon mal die Gelegenheit, sich bei Eintracht-Stürmer Haris Seferovic ein paar Informationen zu besorgen.

Andere hat er in Gesprächen mit Trainer Niko Kovac und Manager Bruno Hübner bereits eingeholt und hofft daher, bei Frankfurt jene Spielpraxis zu bekommen, die er bei Everton kaum erhalten hätte. «Ich habe ein gutes Gefühl», sagt Tarashaj, der im vergangenen Winter mit einem Vertrag bis 2020 nach England transferiert worden war, von den «Toffees» aber für die Rückrunde bei GC belassen wurde und jetzt für eine Saison nach Frankfurt ausgeliehen wird.

Gut einen Monat lang ist Tarashaj beim FC Everton im Training gewesen. Weil der 21-Jährige aber nach der EM mit dreiwöchiger Verspätung in die Saisonvorbereitung eingestiegen war und sich zwei kleinere Verletzungen einhandelte, sah er keine Perspektiven, im Premier-League-Team aufzulaufen und bemühte sich um eine Ausleihe. «Natürlich ist es die Absicht, in einem Jahr wieder nach England zurückzukehren», sagt Tarashaj, der lediglich in zwei Testspielen gegen Barnsley und Milton Key Dons zum Einsatz gekommen war.

Schweigen zum Thema Kosovo

Dass sein Transfer etwas damit zu tun haben könnte, dass Roberto Martinez, der ihn zu Everton geholt hatte, nun belgischer Nationaltrainer wurde und mit Ronald Koeman ein anderer Mann Everton trainiert, stellt Tarashaj in Abrede. «Ich hatte ein gutes Gespräch mit Koeman, er ist ein guter Trainer.»

Keinen Kommentar will Tarashaj indes zur Kosovo-Frage abgeben. Granit Xhakas Aussagen zu diesem Thema tags zuvor hatten für Aufregung gesorgt. Dass auch Tarashaj in seiner ursprünglichen Heimat Kosovo angefeindet wurde, weil er für sich entschieden hat, für die Schweiz zu spielen, kann nur vermutet werden.

Elvedi will auch in der Nati den nächsten Schritt

Keine solchen Probleme kennt Elvedi. Beim 19-Jährigen läuft es wie geschmiert. Als Stammspieler bei Mönchengladbach reift bei ihm allerdings der Anspruch, seinem bisher einzigen Länderspiel gegen Belgien weitere folgen zu lassen. In der EM ohne Einsatz, will er sich bis zur WM 2018 in Russland wie Tarashaj (in Frankreich gegen Rumänien mit einer Spielminute) in die Nati spielen.

«Es wird schwer, Djourou und Schär sind gut», sagt Elvedi. Seine Bescheidenheit verbietet ihm zu sagen, dass er sich bei der Borussia gegen ähnliche Kaliber durchgesetzt hat.