Schweizer Fussballnationalmannschaft

Spielpraxis in Hülle und Fülle: Die Schweizer Nati-Spieler stehen bei ihren Klubs in der Startformation

Fabian Schär ist bei La Coruña gesetzt.

Fabian Schär ist bei La Coruña gesetzt.

Am Montag trifft sich die Schweizer Nationalmannschaft in Feusisberg zum Vorbereitungscamp. Am Donnerstag kommt es zum Duell gegen Andorra, am Sonntag gegen Lettland. Vladimir Petkovic kann dabei auf ein Kader zurückgreifen mit viel Spielpraxis.

Weihnachten! Vladimir Petkovic muss sich derzeit fühlen, als stünden die Feiertage zum Jahresende vor der Tür − und Ostern und Pfingsten noch dazu.

Wenn sich die verlustpunktlose Schweizer Nati heute Montag in Feusisberg zu ihrem Vorbereitungscamp auf die WM-Qualifikationsspiele sieben und acht gegen Andorra (am Donnerstag in St. Gallen) und Lettland (am Sonntag in Riga) trifft, ist es für den Nationalcoach eine neue, völlig ungewohnte Situation. Oft genug ist ein erheblicher Teil der Nationalspieler direkt vom Platz auf der Tribüne oder der Ersatzbank angereist, und man wunderte sich dann, wie die Akteure in der Nati die mangelnde Spielpraxis zu kaschieren wussten.
Ende August 2017 aber ist alles anders. Sechs Spieler hatten im Sommer den Klub gewechselt und damit, zumindest bis zum jetzigen Zeitpunkt, eine gute Entscheidung getroffen. So kommt ein Schlüsselspieler wie Fabian Schär nach langer Durststrecke in Hoffenheim nun bei La Coruña in Spaniens höchster Liga wieder zum Einsatz.

Unglaublich aber wahr: Bis auf Galatasaray-Stürmer Eren Derdiyok und den mit Verspätung von Watford nach Italien transferierten Udinese-Aufbauer Valon Behrami standen am Wochenende sämtliche der 23 Akteure, die Petkovic am Freitag in sein Aufgebot berufen hatte, in ihren Vereinsmannschaften in der Startformation. Durchgestartet bei ihren neuen Klubs sind insbesondere drei Spieler. Alle haben noch kein Spiel verloren und sich bereits als Torschützen ausgezeichnet.

Denis Zakaria schoss seinen ersten Treffer in der Bundesliga.

Denis Zakaria schoss seinen ersten Treffer in der Bundesliga.

Denis Zakaria (Mönchengladbach)

Selten hat ein Schweizer nach seinem Wechsel in die Bundesliga derart fulminant losgelegt; vor allem nicht im Alter von erst 20 Jahren. Nach seinem starken Debüt gegen den 1.FC Köln ohne jeden Fehlpass bestätigte er diese Leistung gegen Augsburg nicht nur. Er setzte gar noch einen drauf und schoss ein blitzsauberes Tor. Teamkollege Christoph Kramer war voll des Lobes: «Denis ist schon sehr weit. Er macht es wirklich gut.»

Ricardo Rodriguez überzeugt im Trikot der AC Milan.

Ricardo Rodriguez überzeugt im Trikot der AC Milan.

Ricardo Rodriguez (AC Milan)

Der 25-Jährige stagnierte gegen Ende seiner viereinhalb Wolfsburger Jahre. Der Tapetenwechsel nach Italien tut ihm gut. Nach 164 Bundesliga-Spielen hat er erwartungsgemäss auch in der Serie A bei der berühmten, für 200 Millionen Euro aufgerüsteten AC Milan sofort Fuss gefasst. Im Europacup gelang ihm in Craiova gar der 1:0-Siegtreffer.

3 Pflichtspiele, 3 Tore - Haris Seferovic fühlt sich bei Benfica Lissabon pudelwohl.

3 Pflichtspiele, 3 Tore - Haris Seferovic fühlt sich bei Benfica Lissabon pudelwohl.

Haris Seferovic (Sporting Lissabon)

Wie Rodriguez hat auch Haris Seferovic an seinem neuen Arbeitsplatz hervorragende erste Wochen hinter sich. Beim 1:1 gegen Rio Ave blieb er am Samstag aber erstmals ohne Tor, nachdem er zuvor in jedem seiner vier Einsätze getroffen hatte. Zu hoffen ist, dass der 25-Jährige, anders als in San Sebastian und Frankfurt nach einem guten Start, sein Niveau halten kann und bei Benfica Lissabon glücklich bleibt.

Auf Yann Sommer ist Verlass.

Auf Yann Sommer ist Verlass.

Yann Sommer (Mönchengladbach)

Es hätte für die Borussia beim 2:2 in Augsburg schlechter kommen können, hätte ihr Torhüter nicht einige Male gut abgewehrt. Auf die Schweizer Nummer 1, die vor einem Jahr eine leichte Formbaisse durchmachte, ist längst wieder Verlass.

Roman Bürki (Borussia Dortmund)

Zwei Spiele, zwei Siege, kein Gegentor. Goalie Roman Bürki hat mit dem BVB einen Superstart in die Bundesligasaison erwischt. Als Alpha-Tier hatte er sich in der Vorbereitung nicht gescheut, sogar Star Dembélé in den Senkel zu stellen.

Marwin Hitz (FC Augsburg)

Trotz einiger Irritationen über seinen Verbleib in Augsburg und der Verpflichtung eines weiteren Torhüters hat er seine Position als Nr. 1 verteidigt. Nach seinem Bock im Startspiel beim HSV war er nun gegen Mönchengladbach in alter Form.

Stephan Lichtsteiner spielt bei Juve regelmässig.

Stephan Lichtsteiner spielt bei Juve regelmässig.

Stephan Lichtsteiner (Juventus Turin)

Der 33-jährige Nati-Captain hat bei Juve seine siebte Spielzeit in Angriff genommen. Bei den Siegen gegen Genua und Cagliari stand er in der Anfangsaufstellung. Ein Hitzkopf ist er jedoch weiterhin: Beide Male wurde er verwarnt.

François Moubandje (Toulouse)

360 Minuten – der Linksverteidiger spielte in allen vier Partien durch, auch am Samstag beim 3:2 gegen Rennes. Im Kalenderjahr 2017 stand der 27-Jährige in sämtlichen 23 Liga-Spielen von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz.

Nico Elvedi feierte seine Bundesliga-Torpremiere.

Nico Elvedi feierte seine Bundesliga-Torpremiere.

Nico Elvedi (Mönchengladbach)

Nachdem sein 47. Bundesligaspiel vor einer Woche sein bisher Bestes gewesen war, stand er in Augsburg in einer Defensive, die nicht immer zu überzeugen wusste. Ihm selber gelang aber eine solide Partie.

Fabian Schär (Deportivo La Coruña)

Erlebt nach einem frustrierenden zweiten Jahr in Hoffenheim ein ganz neues Gefühl: Bei La Coruña wird er gebraucht. Stand in den beiden ersten Ligaspielen während 180 Minuten auf dem Feld und legte sich mit Real-Captain Ramos an.

Johan Djourou (Antalyaspor)

Nach einem endlosen Transfertheater ist der Innenverteidiger schliesslich bei Antalyaspor untergekommen. Am Samstag nun gab er in der Süper Lig beim 1:1 bei Matalyaspor sein Debüt. Viel Spielpraxis hat er nach der langen Pause noch nicht.

Manuel Akanji bereicherte die Super League.

Manuel Akanji bereicherte die Super League.

Manuel Akanji (FC Basel)

Er setzt beim FCB auch unter Trainer Raphael Wicky seinen Weg zum Klasseverteidiger fort. Ob in einer Dreier- oder Viererabwehr, der 22-Jährige ist taktisch bereits reif genug, um problemlos zwischen den Systemen zu switchen.

Michael Lang (FC Basel)

Dasselbe gilt nicht für den Ostschweizer, der auf der rechten Flanke derzeit nicht so unwiderstehlich wie in der letzten Saison agiert. Ihm macht der Systemwechsel mehr zu schaffen. Aber ungenügend ist er deswegen noch lange nicht.

Xhaka ist bei Arsenal nicht weg zu denken.

Xhaka ist bei Arsenal nicht weg zu denken.

Granit Xhaka (Arsenal)

Stand gestern beim 0:4 in Liverpool ohne Einfluss auf dem Platz. Sein Saisonstart ist zwiespältig: Gegen Leicester (4:3) gab er zwei Assists, war aber an zwei Gegentoren direkt beteiligt wie auch am entscheidenden 0:1 bei der Niederlage in Stoke.

Valon Behrami (Udinese Calcio

Ist nun zum dritten Mal in der Serie A gelandet. Nach seinem späten Wechsel vom FC Watford zu Udinese Calcio kam er am 1. Spieltag lediglich zu einem 25-Minuten Einsatz. Gestern Abend sass er zu Beginn gegen Ferrara auf der Bank.

Blerim Dzemaili (Montreal Impact)

Bestritt in der Nacht auf heute das kanadische Derby in der MLS gegen Toronto. Ist in bestechender Form, wurde zuletzt drei Mal ins MLS-Team der Runde gewählt. Schoss in 14 Spielen sechs Tore und gab neun Mal den Assist.

Admir Mehmedi trifft auch in dieser Saison für Leverkusen.

Admir Mehmedi trifft auch in dieser Saison für Leverkusen.

Admir Mehmedi (Bayer Leverkusen)

Neue Saison, neues Glück. Unter dem neuen Trainer Heiko Herrlich stand er beide Male in der Startaufstellung. Nach seinem Tor bei den Bayern konnte er aber gegen Hoffenheim nicht nachlegen und musste nach 77 Minuten raus.

Gelson Fernandes (Eintracht Frankfurt)

20,53 Kilometer hat der defensive Aufbauer in den beiden ersten Liga-Spielen für die Eintracht zurückgelegt. Am Samstag wurde er beim 0:1 gegen Wolfsburg nach einer guten Stunde vom Platz genommen.

Remo Freuler (Atalanta Bergamo)

Nach der starken letzten Saison hat er seinen Platz vorerst auf sicher. In der ersten Partie, beim 1:3 gegen die Roma spielte er durch, gestern Abend hatte er es (nach Redaktionsschluss) in Neapel mit einem weiteren grossen Kaliber zu tun..

Steven Zuber (Hoffenheim)

Er musste hoffen, dass es so weitergeht wie in der letzten ›Saison. Und ja: Trainer Nagelsmann setzt weiterhin auf den Schweizer: Zweimal in der Liga und zweimal im Europacup gegen Liverpool stand er bei Spielbeginn auf dem Platz.

Edimilson Fernandes (West Ham)

Nach seiner sehr ansprechenden Debüt-Saison in der Premier League ist das 21-jährige Mittelfeldtalent bisher in allen drei Partien (drei Niederlagen) der neuen Spielzeit zum Einsatz gekommen. Zwei Mal stand er in der Startformation.

Xherdan Shaqiris Verletzung stellt sich als nicht gravierend heraus.

Xherdan Shaqiris Verletzung stellt sich als nicht gravierend heraus.

Xherdan Shaqiri (Stoke City)

Nicht schon wieder − dachte man, als er sich vor einer Woche frühzeitig mit Muskelproblemen auswechseln liess. Gestern aber, beim 1:1 bei West Bromwich Albion, gibts die Entwarnung: Er stand er während 90 Minuten auf dem Rasen.

Eren Derdiyok (Galatasaray)

4-3-3 − das ist nicht das Spielystem von «Gala», sondern das sind die Einsatzminuten des Schweizers in der neuen Saison in der Süper Lig. Nach der Verpflichtung von Bafétimbi Gomis erhält der Schweizer kaum mehr Einsatzzeit.

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