Schweizer Nati

Start ins Trainings-Camp - Verteidiger Johan Djourou ist mittendrin

Johan Djourou: «Wir sind gewachsen.»

Die Nati beginnt ihr Trainings-Camp. Es gibt Gründe zur Hoffnung. Denn es sind keine Nebenschauplätze auszumachen. Die Stimmung im Team so gut wie selten zuvor. Die Zuversicht für eine erfolgreiche WM ist gross. Bei der Nati und auch bei Verteidiger Johan Djourou.

Es ist der Tag nach dem Cupfinal. Der Schauplatz ist nicht mehr Bern, sondern Lugano. Die Sonne braucht lange Anlaufzeit. Fast so, wie YB am Sonntag. Mit dem Unterschied, dass sie sich am Ende doch noch durchsetzt.

In der wunderbaren «Villa Sassa» von Lugano hat das Nationalteam sein Camp aufgeschlagen. Am Montag bittet Vladimir Petkovic auf dem Nebenrasen des Stadio Cornaredo zur ersten Trainings-Einheit. Auch der Kraftraum wird rege benutzt. Es ist der Beginn einer Reise, an deren Ende die Schweizer am liebsten über sich lesen würden, Geschichte geschrieben zu haben.

Johan Djourou gibt sich pragmatisch

Was das genau bedeutet, darüber lässt sich streiten. Gerne würde das Team endlich, endlich, endlich einmal ein K.-o.-Spiel gewinnen. Aber darf man davon überhaupt reden? Oder sollte man es doch lieber beim Träumen belassen, in einer schwierigen Gruppe eingeteilt mit Brasilien, Serbien und Costa Rica, dazu noch einen möglichen Achtelfinal gegen Deutschland vor Augen?

Der langjährige Schweizer Nationalverteidiger Johan Djourou: ««Manchmal entscheidet das erste Spiel darüber, in welche Bahnen ein Turnier gelenkt wird.»

Der langjährige Schweizer Nationalverteidiger Johan Djourou: ««Manchmal entscheidet das erste Spiel darüber, in welche Bahnen ein Turnier gelenkt wird.»

Johan Djourou wählt eine pragmatische Antwort: «Es liegt an uns, zu zeigen, dass wir diesen grossen Erfolg verdienen. Einen Schritt weiterzukommen, wäre grossartig. Aber es ist uns auch klar, dass die Leute immer mehr von uns erwarten.»

Das erste Spiel kann entscheiden, wie es weitergeht

Wer dem Verteidiger zuhört, merkt: Es ist ihm durchaus bewusst, dass die Ausgangslage auch gefährlich sein könnte. «Manchmal entscheidet das erste Spiel darüber, in welche Bahnen ein Turnier gelenkt wird.» Der erste Gegner der Schweiz heisst am 17. Juni Brasilien.

Und doch sagt Djourou auch: «Seit vier Jahren sind wir mit wenigen Ausnahmen dasselbe Team. Wir haben viele Erfahrungen gesammelt und sind gemeinsam gewachsen.» Will heissen: Das könnte und darf ruhig so weitergehen. Und Früchte tragen.

Vorbereitung in aller Ruhe

Im Gegensatz zu 2016 sind keine Nebenschauplätze auszumachen. Die Schweizer können sich in aller Ruhe auf die Endrunde vorbereiten. Atmosphärische Störungen wie damals im Nachgang zur Balkan-Graben-Affäre gibt es in der Nati-Ausgabe 2018 nicht.

«Es ist immer entscheidend, über die Tage und Wochen, in denen man zusammen ist, einen Teamgeist zu entwickeln», sagt Djourou. «Aber dieses Mal beginnen wir auf einem ganz anderen Niveau.»

Michael Lang hat gut lachen: Er hat als einziger Super-League-Spieler den Cut ins vorläufige WM-Kader geschafft.

Michael Lang hat gut lachen: Er hat als einziger Super-League-Spieler den Cut ins vorläufige WM-Kader geschafft.

Nur ein Spieler aus der Super League

26 Spieler stehen derzeit noch im Kader. Am nächsten Montag, also einen Tag nach dem Testspiel gegen Spanien, entscheidet Petkovic, welche drei Spieler er noch nach Hause schickt. Akteure von Meister YB und Cupsieger FCZ sind keine dabei. Und auch der FCB ist nur durch Rechtsverteidiger Michael Lang vertreten.

Das ist ein Novum. An sieben grossen Turnieren im neuen Jahrtausend waren immer mindestens vier Super-League-Spieler dabei. Wobei die Zahl an Legionären auch stets zugenommen hat – und diese Entwicklung darum den Schweizer Fussball in ein gutes Licht stellt.

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