Fifa-Skandal

Stehen bald Fussballidole im Visier der Bundesanwaltschaft?

Franz Beckenbauer im Visier der Ermittler der Fifa.

Franz Beckenbauer im Visier der Ermittler der Fifa.

Das eingeleitete Strafverfahren im Fall FIfa läuft gegen Unbekannt. Deshalb ist die brisanteste Frage in diesem Fall: Wer gerät ins Visier der Ermittler?

Im Fifa-Fall hat die Bundesanwaltschaft bereits die ersten Funktionäre einvernommen: "Der Prozess der Befragungen begann am Donnerstag", sagt Sprecher André Marty in der "NZZ am Sonntag". Die Ermittler führen ihre Untersuchung wegen mutmasslicher Bestechung bei der Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaften an Russland und Katar seit zweieinhalb Monaten.

Das Strafverfahren läuft noch immer gegen Unbekannt. Deshalb ist die brisanteste Frage in diesem Fall: Wer gerät ins Visier der Ermittler?

Laut "NZZ am Sonntag" sind das die Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees, die vor fünf Jahren für die Vergabe der Weltmeisterschaften nach Russland im Jahr 2018 und Katar im Jahr 2022 gestimmt hatten. Unter ihnen befindet sich einige Prominenz, etwa der deutsche "Fussball-Kaiser" Franz Beckenbauer, der französische Uefa-Präsident Michel Platini oder der russische Sportminister Witali Mutko.

Daneben dürfte sich die Bundesanwaltschaft für den spanischen Verbandspräsidenten Ángel María Villar Llona interessieren. Ins Visier könnte schliesslich auch der katarische Geschäftsmann Mohamed bin Hammam geraten.

Am Vorgehen der Bundesanwaltschaft wird allerdings bereits Kritik laut. Der Grund: Formell ermittelt sie nicht wegen Bestechung, sondern wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. "Es ist sehr fraglich, ob die Bestechungs-Vorgänge, die hier im Raum stehen, mit dem Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung geahndet werden können", sagt dazu Mark Pieth, Professor an der Universität Basel und Spezialist für Korruptionsstrafrecht, in der "NZZ am Sonntag".

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