FC Basel

Strassenfussball auf dem Dach und Training mit den Profis: So fördert der FCB jetzt seine Junioren

Carmine Chiappetta und andere hoffnungsvolle FCB-Junioren trainieren aktuell mit den Profis mit.

Carmine Chiappetta und andere hoffnungsvolle FCB-Junioren trainieren aktuell mit den Profis mit.

Die Ideen von Percy van Lierop sind knapp ein Jahr nach seinem Einstieg langsam sichtbar. Damit die besten eigenen Junioren zu Unterschiedsspielern werden, schickt sie der FC Basel aktuell ins Profitraining und aufs Parkhausdach.

Die FCB-Trainingsgruppe ist aktuell etwas grösser als normal. Weil der Liga-Wettbewerb bei den Junioren ruht und auch das Training im Campus nur kontaktlos durchgeführt werden kann, ­trainieren sieben U21-Spieler und drei U18-Spieler mit den Profis. Meist gibt es zwei Trainingsgruppen. Die eine trainiert Cheftrainer Ciriaco Sforza, die andere – mit den meisten Junioren – wird von Patrick Rahmen und Percy van Lierop angeleitet. Doch der eine oder andere FCB-Junior durfte auch schon die ein oder andere Einheit unter Sforza bei den Profis miterleben. Manchmal messen sich Jung und Alt auch direkt. So zum Beispiel am Donnerstag, als die Jungen gegen die Profis, die am Mittwoch gegen Lausanne nur kurz oder gar nicht zum Einsatz kamen, elf gegen elf spielten.

«Jeder Nachteil kann auch ein Vorteil sein», sagt FCB-Nachwuchschef Percy van Lierop. Er ist aus mehreren Gründen froh über diese Handhabung: «Die Jungen sehen, dass beim FCB nicht nur davon geredet wird, sondern der Weg für gute Junioren, die hart an sich arbeiten, zu den Profis offen ist.» Ausserdem ist sich van Lierop sicher, dass diese Erfahrungen für die weitere Entwicklung sehr wichtig sind.

Immer mehr wollen

Der Holländer moniert, dass sich viele Junioren heute mit zu wenig zufriedengeben. In ihren Jahrgängen gehörten auch die FCB-Talente immer zu den besten. Und trotzdem werden nur diejenigen ein erfolgreicher Profifussballer, die hart an sich arbeiten. Ein Grossteil bleibt irgendwann auf der Strecke. «Das Profitraining ist als Referenz deswegen sehr wertvoll. Da siehst du, was du alles noch lernen musst», sagt van Lierop. Er will «den Willen, die positive Besessenheit eines Arjen Robben oder eines Cristiano Ronaldo» auch den FCB-Junioren einimpfen.

Doch wie schafft man das? «Du musst als Trainer immer die höchsten Ziele setzen», antwortet van Lierop. Mit Sforza hat der FCB einen Trainer gefunden, der diesen Weg gerne mitgeht und den Jungen diese Erfahrung und die damit verbundene Bewährungschance gibt. «Das ist unsere Strategie. Die Talente sollen nah am Eins sein. Denn sie sind unsere Zukunft», sagt Sforza. «Die Zusammenarbeit mit Ciriaco funktioniert wunderbar», sagt van Lierop. Gemeinsam haben die beiden entschieden, welche zehn Spieler in den Genuss der Profitrainings kommen. «Es sind diejenigen, welche unserer Meinung nach das grösste Potenzial haben», sagt van Lierop.

Namen herauspicken möchte er nicht «Das ist gefährlich.» Mit Super-League-Debütant Carmine Chiappetta und Testspiel-Torschütze Liam Chipperfield haben sich allerdings zwei der betroffenen U18-Junioren schon selber ins Rampenlicht gespielt.

Alt gegen Jung in der Dämmerung auf dem Dach

Damit der FCB in Zukunft wieder vermehrt Unterschiedsspieler ausbildet, die auch mal verrückte Dinge machen, setzt Percy van Lierop auf echten Strassenfussball. Auf dem betonierten Parkhausdach im Joggeli wurde vor den Kontaktverboten wegen Corona einmal pro Woche trainiert. Van Lierop bekommt leuchtende Augen, wenn er davon erzählt: «Laternenlicht, der Blick vom Dach auf die Stadt. Das ist schon unglaublich geil.»

So sieht es aus, wenn die FCB-Junioren auf dem Dach trainieren.

So sieht es aus, wenn die FCB-Junioren auf dem Dach trainieren.

Auf dem Dach wird nicht nur gematchelt, auch Technikübungen, Eins-gegen-eins-Duelle und andere Spielformen stehen auf dem Programm. Auch das gute Alt gegen Jung kommt hier regelmässig zum Einsatz. Bis auf eine Verletzung, die gemäss van Lierop auch auf Rasen hätte passieren können, überwiegt bei allen Beteiligten der Spass. «Den Strassenfussballer macht aus, dass er sich von den Älteren schon früh etwas abschaut», sagt van Lierop. Das kann er beim FCB aktuell wegen der Coronamassnahmen zwar kurzfristig nicht auf dem Dach, aber immerhin noch im Mannschaftstraining bei den Profis.

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