FC Basel

Transfereinnahmen machen es möglich: Der FCB schreibt trotz Corona schwarze Zahlen

Jonas Omlin wechselte in diesem Jahr von Basel nach Montpellier.

Jonas Omlin wechselte in diesem Jahr von Basel nach Montpellier.

Der FC Basel kann dank Transfereinnahmen von 35 Millionen trotz virusbedingter Ausfälle das Jahr 2020 finanziell wohl gut abschliessen.

Nicht nur, weil das Spiel vom vergangenen Sonntag gegen Sion verschoben werden musste und weil aktuell Nati-Pause ist, gibt es beim FC Basel nur ein dominantes Thema zurzeit: die 126. ordentliche Generalversammlung. Angesetzt wäre sie an diesem Montag, dem 9. November, gewesen. Coronabedingt findet sie erstmals schriftlich statt. Etwas, was die ohnehin schon komplexe Angelegenheit noch schwieriger macht.

Um das Prozedere zu erklären, gastierte Präsident Bernhard Burgener am Montag im «FCB Total» bei Telebasel. Dort erklärte er aber nicht nur den Ablauf, sondern auch, «dass über dieses Wochenende die Stimmen, die bis am 13. November abgegeben werden müssen, gezählt werden». Es sei schwierig zu sagen, wann alles ausgezählt sein werde, da man nicht beziffern könne, wie viele Mitglieder effektiv abstimmen würden. «Aber es ist unser Ziel, am 16. oder 17. November die Zahlen zu haben», so Burgener. Also am kommenden Montag oder Dienstag.

Finanzielle Lage überraschend gut

Es waren dies aber nicht die einzigen Zahlen, die Burgener am Montagabend offenlegte. Im Lauf der Sendung gab er Einblick in die finanzielle Lage des Vereins. Und diese sieht – eher überraschend – ziemlich gut aus. «Wir haben jetzt, trotz Pandemie, Spieler verkaufen können. So haben wir nach neun Monaten in diesem 2020 gar einen kleinen Gewinn von ein paar Millionen machen können», sagt Burgener.

Und weiter: «Den Umsatz, was grotesk ist in dieser Coronazeit, konnten wir ebenfalls um fünf Millionen von 45 auf 50 Millionen steigern. Und wir konnten die Kosten massiv senken, von 65 auf 49 Millionen.» Eine Reduktion also um 16 Millionen, zu verdanken sei dies vor allem den gesunkenen Lohnkosten. «Die machen natürlich den grössten Anteil aus.» Bereits vor eineinhalb Wochen rechnete FCB-CEO Roland Heri der «NZZ am Sonntag» vor, dass die Lohnkosten um zehn Millionen gesenkt werden konnten.

35 Millionen aus Transfers – «hätte mehr sein können»

Burgener wird auf Nachfrage sogar noch etwas konkreter. Bis Ende September habe der FCB mit Transfers 27 Millionen eingenommen, aus Deals vom Oktober kommen noch weitere etwa acht dazu. «Diese 35 Millionen klingen jetzt nach viel, aber das wäre wesentlich mehr gewesen, wenn diese Coronasituation im Sommer nicht gewesen wäre», sagt der Präsident.

Natürlich leidet auch der FCB unter dem Einbruch der Transfersummen auf dem internationalen Transfermarkt. «Das Angebot der Spieler ist enorm.» Im Sommer sei es bereits spürbar gewesen, im Herbst noch extremer. Das Überangebot drückt logischerweise die Preise. Der FCB steht dennoch gut da in diesem Jahr. Und nach 2019, in welchem er knapp 19 Millionen Verlust geschrieben hatte.

Für einen Normalzustand aber braucht der Verein – wie alle anderen Schweizer Teams – bald wieder Zuschauer im Stadion. Es würde die Finanzen entlasten und natürlich auch die Zuschauer freuen, die ihre Jahreskarten kaum nutzen konnten seit Februar. Man wolle den Fans daher «irgendwie auch entgegenkommen». Daran arbeitet der FC Basel bereits. Letzte Woche rief er dazu auf, dass sich Fans für einen runden Tisch melden sollen, an dem das weitere Vorgehen bezüglich Jahreskarten im Austausch mit den Fans besprochen wird.

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