Deutschland

Union-Trainer Fischer vor der Barrage: «Man hat etwas zu verlieren»

Der Schweizer Trainer Urs Fischer will seinem Team den Weg in die 1. Bundesliga weisen

Der Schweizer Trainer Urs Fischer will seinem Team den Weg in die 1. Bundesliga weisen

Bundesliga - oder nicht? In der Barrage kämpfen der VfB Stuttgart und Union Berlin um den letzten freien Platz in der höchsten Liga.

Union Berlin mit dem Schweizer Trainer Urs Fischer glaubt an den historischen ersten Aufstieg in die Bundesliga, der VfB Stuttgart mit dem Schweizer Offensivspieler Steven Zuber will den Absturz in die Zweitklassigkeit verhindern. Vor dem Barrage-Hinspiel vom Donnerstag in Stuttgart stehen vor allem die Schwaben am Ende einer für sie desolaten Saison unter enormem Druck. "Es geht um den VfB, es geht um die Region, um das Schwabenland", sagte Trainer Nico Willig. "Wir müssen dankbar sein für diese Chance. Es ist viel schlecht gelaufen, aber jetzt können wir etwas gewinnen."

Während sich der Bundesliga-Drittletzte VfB Stuttgart unbedingt noch retten will, kann sich der Zweitliga-Dritte Union Berlin krönen. Nur um ein Tor hatte der Verein aus Köpenick im Osten der Hauptstadt am Sonntag beim 2:2 in Bochum den direkten Sprung in die Bundesliga verpasst. "Optimal wäre es, wenn wir die negative Energie in eine Trotzreaktion umwandeln könnten", sagte Trainer Urs Fischer, der die Favoritenrolle dem VfB zuteilt. "Ich kann mir vorstellen, dass bei den Stuttgartern der Druck ein bisschen grösser ist als bei uns."

Doch auch für Union geht es um viel. In zehn Jahren in der 2. Bundesliga sind die Ansprüche gestiegen, ist der Verein kontinuierlich gewachsen. Präsident Dirk Zingler träumt seit Jahren vom Aufstieg und will, dass sein Klub zu den 20 besten in Deutschland gehört. Deshalb sagte Fischer auch: "Man hat etwas zu verlieren."

Dem VfB Stuttgart droht gegen die Hauptstädter nach 1975 und 2016 der dritte Abstieg aus der höchsten Spielklasse. Allerdings macht ein Blick in die Statistik Hoffnung: Seit Wiedereinführung der Barrage vor zehn Jahren setzte sich nur zweimal der Zweitligist durch: 2009 der 1. FC Nürnberg gegen Energie Cottbus und 2012 Fortuna Düsseldorf gegen Hertha Berlin.

Dennoch ist Stuttgart gewarnt. "Das ist eine ganz, ganz harte Nuss und das wissen wir", sagte Willig mit Blick auf die starke Berliner Defensive, die so wenige Gegentore zuliess wie kein anderer Zweitligist (33). Stuttgart musste hingegen 70 Gegentreffer hinnehmen. Interimstrainer Willig, der in der kommenden Saison als Coach von Tim Walter abgelöst wird, bleibt trotzdem positiv und glaubt an ein Happy End: "Wenn wir uns in einer Woche in den Armen liegen vor Freude, dann ist das einfach ein gutes Bild."

Dass der VfB Stuttgart überhaupt so lange zittern muss, liegt für den früheren Nationalspieler Matthias Sammer daran, dass er sich von der erfolgreichen Vorsaison blenden liess. "Hauchdünn die internationalen Plätze verpasst zu haben, hat natürlich alles ausgelöst, aber keinen Realitätssinn", sagte der frühere Europameister, der als Spieler mit Stuttgart vor 27 Jahre Meister wurde. Trotzdem sieht Sammer den fünfmaligen deutschen Meister im Vorteil: "Der Erstligist ist Favorit, der VfB hat sich zuletzt stabilisiert."

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