FC Basel

Von wegen Schlussspurt: Schwere Beine beim FCB und kein Ende in Sicht

Seit dem Liga-Restart des FCB in Luzern gibt’s nur englische Wochen – die Kräfte zehren.

Seit dem Liga-Restart des FCB in Luzern gibt’s nur englische Wochen – die Kräfte zehren.

Nach bereits 51 absolvierten Spielen werden die Beine schwer beim FC Basel. Immerhin ist seit gestern klar: Es gibt eine Winterpause.

Schlussspurt. Unter diesem Motto stehen die finalen beiden Meisterschaftsrunden in der Super League. Noch zwei Mal 90 Minuten also, dann ist Pause. Die Kräfte werden überall langsam weniger, die Beine schwerer. Gepaart mit den höchsten Temperaturen des Jahres zehrt dies an den Spielern der Super League. Aber nach 34 absolvierten Runden ist ein Ende in Sicht. Zumindest für jene, welche nur noch in diesem Wettbewerb mit dabei sind – wie St. Gallen beispielsweise.

Für den FC Basel aber waren die vergangenen Tage nur eine Mini-Periode der Erholung, bevor es in die richtig wichtige Phase geht. In jene, in der um europäischen Prestige und Prämien gespielt wird, um den Einzug in das Finalturnier der Europa League und damit darum, ein weiteres, internationalen Ausrufezeichen zu setzen. Und natürlich darum, auf nationaler Ebene die Chance auf den letzten erreichbaren Titel zu währen: jenen des Cupsiegers. Die Meisterschaft ist für die Basler seit vergangenem Sonntag nicht mehr zu erreichen.

59 Spiele könnten es im Bestfall werden

Während für ein Gros der Liga also Ferien winken, bereitet sich der FC Basel auf mindestens noch zwei Spiele nach Ligaende vor. «Natürlich hoffen wir aber darauf, noch das eine oder andere Spiel mehr zu haben», sagt Marcel Koller am Donnerstag. Schaffen die Basler das Weiterkommen am Donnerstag gegen Frankfurt (3:0-Vorsprung aus dem Hinspiel) steht mindestens eine dritte Partie an. Und gelingt ein Sieg über Winterthur oder Bavois im Cuphalbfinal, steht noch das Finalspiel an. Der Europa-League-Viertelfinal wäre das Spiel Nummer 55 für den FC Basel in dieser Saison. Eine brutale Zahl, die im Bestfall (Finaleinzug Europa League und Cup) auf 59 ansteigen könnte. Ein Wert, den kein anderes Schweizer Team aufweisen kann.

Entsprechend ist bei den Baslern auch eine Müdigkeit zu spüren – das Spiel gegen Lugano war ein eindrücklicher Beleg der physischen und psychischen Strapazen. «Es ist beides eine Belastung. Dann kommen noch die Temperaturen dazu, bei welchen die Spieler an ihre Grenzen müssen», sagt Koller. Er streicht jedoch die mentale Komponente hinaus, «weil du nie Zeit hast, abzuschalten. Es geht immer nur um Fussball, um das nächste Spiel und darum, in diesem wieder die Leistung bringen zu können. Das ist extrem intensiv.»

Ausschliesslich englische Wochen bis Weihnachten

Um zumindest eine kleine Pause zu haben, schenkte Koller seiner Mannschaft zwei freie Tage am Montag und Dienstag. «Wir hatten immer mal wieder einen Tag frei, aber nie zwei. Das war jetzt absolut wichtig und notwendig, um mal etwas anderes zu machen, abzuschalten und sich körperlich zu erholen.» Was seine Spieler gemacht haben, fragte der Trainer nicht nach. Jeder müsse selber wissen, was er für sich brauche. «Der Eine geht im Wald laufen, der Andere liest ein Buch, und wieder ein Anderer macht gar nichts.» Die etwas älteren Spieler sieht der Coach dahin gehend entgegen dem Klischee der längeren Erholungszeit im Vorteil gegenüber den erst 20-Jährigen, «weil das auch eine Erfahrungssache ist. Du weisst dann schon, wie du mental abschalten kannst, oder nimmst es eher lockerer.»

Der beste Beweis dafür ist der 31-jährige Fabian Frei, der seit dem Re-Start kein Spiel verpasst hat. Ausgerechnet er fehlt heute gesperrt. Auf seiner zentralen Position wird Koller also wechseln müssen. Dies als Anlass zu einer Komplett-Rochade zu nehmen, sieht er jedoch nicht. «Thun und Sion spielen noch um die Barrage. Da wäre es nicht korrekt, zehn Spieler zu schonen oder mit der U21 zu spielen.»

Die Hoffnung auf Platz zwei

Und ein kleines bisschen schwingt auch die Hoffnung mit, doch noch auf Platz zwei zu kommen. Dann würde sich der FCB eine Qualifikationsrunde auf dem Weg in die Europa-League sparen. Statt am 17. müsste er dort erst am 24. September antreten. Angesichts der kaum vorhandenen Pause vor der neuen Saison (Start am 12./13. September), weil der FCB die Cup-Spiele erst nach dem Europa-League-Abenteuer (also Mitte/Ende August) absolvieren wird, ein wichtiger Punkt. Zwar ist seit gestern klar, dass die Liga entgegen der Erwartungen doch eine Winterpause einlegen (21. Dezember bis 23. Januar)wird.

Aber bis dann stehen ausschliesslich englische Wochen an, wenn der Einzug in die Europa League gelänge. Da zählt jede einzelne Partie, die weniger zu absolvieren ist.

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