Champions League

Vorne geschlampt, hinten gepennt – YB verliert gegen die AS Monaco 1:3

Die Berner Young Boys verlieren das Hinspiel in der 3. Runde der Champions-League-Qualifikation gegen Monaco mit 1:3 und reisen mit wenig Hoffnung zum Rückspiel ins Fürstentum.

Wer die Tore nicht macht, der kriegt sie – selten hat sich eine alte Fussballweisheit so bestätigt wie gestern Abend im Stade de Suisse. Nach einer erbärmlich schwachen ersten Halbzeit waren die Young Boys wie verwandelt aus der Kabine zurück auf den Kunstrasen des Stade de Suisse gekommen.

Ein Kopfball von Guillaume Hoarau nach einer Flanke von Miralem Sulejmani ging knapp am Tore vorbei (48.), ein Schuss von Yuya Kubo klatschte gegen den Pfosten (51.), eine zweite riesige Kopfballchance wurde von Hoarau erneut nicht verwertet (56.), und schliesslich war es wiederum Kubo, der das offene Tor vor sich hatte, aber ausgerechnet den monegassischen Verteidiger Layvin Kurzawa anschoss (61.).

Gegentore aus dem Nichts

Ja, innerhalb von dreizehn Minuten besassen die Young Boys vier Chancen zum Führungstreffer. Und alle vier waren so hochkarätig, dass es schon richtiggehend kläglich war, keine davon zu nützen. Doch wie es eben so kommt: Drei Minuten später lagen die Gäste in Führung. Sie, die zu diesem Zeitpunkt so aufgetreten waren, als handle es sich noch immer um ein Testspiel, nützten die erste Chance zum 1:0. Kurzawa, der zuvor das 0:1 verhindert hatte, traf nach einer weiten Flanke volley in die nahe Torecke (64.). Goalie Yvon Mvogo sah nicht gut aus.

Wie dann auch beim 0:2 (72.) nicht, als Einwechselspieler Guido Carillo das Kopfballduell gegen YB-Captain Steve von Bergen gewann und der Berner Goalie im Niemandsland stand. Zwar glückte den Gastgebern eine schnelle Reaktion, als Raphael Nuzzolo eine Hereingabe von Scott Sutter zum 1:2 (74.) ins Tor lenkte, doch noch schneller reagierten die Gäste, indem Mario Pasalic, die Leihgabe von Chelsea, aus 16 Metern abzog und Mvogo ein drittes Mal schlecht aussehen liess (75.). 1:3 hiess es, bevor die einst berüchtigte YB-Viertelstunde begann.

Doch weil diese den Young Boys nichts mehr Zählbares einbrachte, reisen diese nun Anfang nächster Woche ohne jede realistische Chance auf die Qualifikation für die Champions-League-Playoffs ins Fürstentum Monaco. Sie werden sich damit begnügen müssen, bei der Auslosung am 7. August zu erfahren, wer ihr Gegner auf dem Weg in die Gruppenphase der Europa-League ist.

Zufriedener Trainer Forte

Bei YB hatten die zuletzt fehlenden Leistungsträger Hoarau und Sekou Sanogo mitspielen können, doch weil der Franzose seine beiden Topchancen liegenliess und der nicht eben formstarke Sanogo wieder verletzt raus musste, brachte deren Rückkehr nicht den gewünschten Effekt. «Wir haben im Abschluss Geschenke gemacht und dann Tore aus dem Nichts erhalten», sagte Uli Forte hinterher. «Ich bin aber sehr zufrieden mit dem Engagement und der spielerischen Leistung», sagte der YB-Trainer.

Ob er wirklich selber glaubte, was er da sagte? Vor der Pause war sein Team ohne jegliches Selbstbewusstsein aufgetreten und hatte gar einen Rhythmus angeschlagen, der tiefer lag als im Challenge-League-Spiel Xamax - Lausanne am Tag zuvor oder in der Begegnung Freiburg – Nürnberg in der zweiten Bundesliga. Nein, die Berner überzeugten auch in ihrem dritten Pflichtspieleinsatz in dieser Saison ganz und gar nicht. Gegen diese bescheidene AS Monaco hätte mehr herausspringen müssen als eine 1:3-Heimniederlage.

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