Ist FCB-Stürmer Albian Ajeti schuld, dass am Dienstag nur 18 352 Tickets verkauft wurden und die Schweiz im St. Jakobpark vor halbleeren Rängen spielte? Natürlich nicht, doch es gibt einen kuriosen Zusammenhang. Als Ajeti 2011 als 14-jähriger Balljunge ein erstes Mal live bei einem Nati-Spiel im Joggeli war, wurden beim 3:1-Sieg gegen Bulgarien nur 16 800 Tickets verkauft. Als Ajeti jetzt sieben Jahre später sein Startelfdebüt für die Schweiz feierte, blieben wieder viele Plätze frei. Das 3:3 gegen Dänemark stiess bei den Schweizer Fussballfans nicht auf die gewünschte Begeisterung.

Die Schweizer Tore im Video:

Die Schweizer Tore im Video

     

Der SFV hatte im Vorfeld mit 20'000 bis 25'000 Zuschauern gerechnet und sich deshalb für eine Austragung in Basel, dem grössten Stadion der Schweiz, entschieden. 36 000 Menschen finden bei internationalen Spielen dort Platz.

Wilde Spekulationen um die vielen leeren Plätze

Nach dem Spiel gab es dann schnell wilde Spekulationen, warum so viele Fans zu Hause blieben. Die von der Uefa aus Vermarktungsgründen so festgelegte späte Anspielzeit, die Ticketpreise, die fehlende Attraktivität des Wettbewerbs, der Mangel an dänischen Stars, der fehlende Patriotismus in unserem Land, das Gehabe der heutigen Fussballer-Generation, das Wetter, ja sogar die parallel stattfindenden Eishockeyplayoffs wurden als potenzielle Fernbleibegründe aufgeführt.

Woran es wirklich lag, kann dem FCB herzlich egal sein. Denn dank der Nati ist Rotblau einen Negativrekord los. Zuletzt waren in der Liga gegen Thun nur 20'717 Tickets verkauft worden. Doch da der FCB trotz eines Rückgangs von 8,4 Prozent immer noch 19'467 Jahreskarten verkauft hat, wird er die Nati zumindest in der Liga in diesem Jahr nicht mehr unterbieten können.

So haben sich die Zuschauerzahlen entwickelt:

Sowieso: In Sachen Fans ist der FCB immer noch Liga-Spitze. Anhand der Zuschauerzahlen der SFL und der Drehkreuzzahlen aus den Gästesektoren, die das Fussballmagazin «ZWÖLF» veröffentlicht hat, haben wir ein Fan-Ranking erstellt. Es wird vom FCB angeführt. Insgesamt 453'723 Menschen haben in dieser Saison ein Ticket für ein FCB-Spiel gekauft. Auch der Heimspielzuschauerschnitt der Basler ist top. YB macht dem FCB aber in beiden Kategorien Druck. Der Gästesektor von Xamax ist am besten besucht und die Fans des FC Zürich und auch die von YB sind reiselustiger als die des FCB. Es wird für den FCB nicht einfach sein, den ersten Platz im Fan-Ranking zu behaupten, zumal ja auch ein gewisser Albian Ajeti beim FCB spielt.

Der Zuschauervergleich der Super-League: