Unsere Runde am Stammtisch war baff. Jubiläum? Adi Hütter rühmen? Gross ist die Heiterkeit. Ausgerechnet der schlimmste YB-Trainer-Kritiker kommt mit dieser Anregung. Ja, ja, der Adi sei jetzt zwei Jahre im Amt. Gut hundert Sonntage. Das sei für YB-Verhältnisse eine lange Zeit und verheisse Gutes.

Und gibt gleich eine Chinesische Weisheit zum Besten: Anfangen ist leicht, beharren ist Kunst.

So, so, chinesische Weisheiten. Die wird er wohl beim letzten Trainerkurs gehört haben. Aber wo er recht hat, da hat er recht: Zwei Jahre bei YB an der Seitenlinie auszuharren, ist in der Tat eine Kunst.

Wir leben in den Zeiten der klugen Hosentelefone. Also kramt einer sein Smartphone hervor, um nachzusehen, ob wir vielleicht noch andere chinesische Weisheiten finden, die unsere YB-Zuversicht stärken. Das bringt uns vorerst nicht weiter.

Kolumne

Manchmal ist der Weg das Ziel. Die vier Berner Autoren Pedro Lenz, Bänz Friedli, Bernhard Giger und Klaus Zaugg begleiten YB auf dem Weg zum Meistertitel. Zumindest bis der Rückstand auf Basel 13 Punkte oder mehr beträgt.

Sogleich folgt nämlich: Der Weg ist das Ziel. Und schon melden sich die Zyniker: Das haben wir wie kein anderer Klub umgesetzt. Wir sind schon seit 1986 auf dem Weg. Aber dann finden wir sie doch noch, die chinesische Weisheit, die unsere Zuversicht stärkt: Beobachte, was früher war, dann weisst du, was kommen wird. Das ist es!

Früher waren wir Serienmeister mit vier Titeln hintereinander: 1957, 1958, 1959 und 1960. Und grandios europäisch! Im Meistercup 1958 (heute Champions League) im Halbfinal.

Wir gewannen vor 60 000 Zuschauern (!) sogar das Hinspiel gegen Stade Reims 1:0 und hätte uns der belgische Schiedsrichter nicht betrogen, hätten wir so hoch gewonnen, dass wir trotz eines 0:3 im Rückspiel in den Final gekommen wären.

Nicht einer, sondern vier Titel und herrliche Zeiten warten auf uns!