Blickt man auf die Tabelle der Super League, bildet diese schon nach vier Runden den Courant normal ab. Meister Young Boys liegt auf Platz 1, gefolgt vom FC Basel, dem letztjährigen Zweiten. Dahinter folgen innerhalb von drei Punkten sieben Teams auf den Rängen 3 bis 9, und am Tabellenende ist noch ohne Sieg Neuchâtel Xamax klassiert - der meist genannte Abstiegskandidat.

Geht man jedoch ins Detail, sieht man eine Startphase der Meisterschaft, die durchaus spannend war. Die Young Boys haben nicht derart dominiert wie noch letzte Saison. Sie stehen bei 10 Punkten und 7 Toren. Vor einem Jahre waren es vor der fünften Runde 12 Punkte und 11 Tore. Was auch auffällt: In den letzten drei Runden gab es in der gesamten Super League keinen Sieg mehr, der höher ausfiel als mit zwei Toren Differenz.

Die Young Boys wollen in der 5. Runde die Spiele der Zehnerliga wieder etwas aus dem Gleichgewicht bringen. Zwischen den beiden Partien der Champions-League-Playoffs gegen Roter Stern Belgrad kommt dabei mit dem FC Zürich ein gern gesehener Gast ins Stade de Suisse. In der Super League hat der Meister gegen die Zürcher seit fünfeinhalb Jahren und acht Spielen daheim nicht mehr verloren.

Roter Stern hat Priorität

Die Young Boys befinden sich seit dem erknorzten Saisonstart mit dem 1:1 gegen Servette und dem 1:0 gegen Xamax im Aufwärtstrend. Gegen Lugano (2:0) siegten sie ungefährdet, gegen St. Gallen (3:2) zeigten sie eine starke erste Halbzeit und am Mittwoch im Heimspiel gegen Roter Stern Belgrad stimmte zwar das Resultat nicht (2:2), doch lieferten die Berner über 90 Minuten gesehen "die beste Leistung der Saison" ab, wie Trainer Gerardo Seoane hinterher sagte.

Gegen den FC Zürich wird das Team der Berner im Vergleich zum Mittwoch ein verändertes Gesicht haben. Seoane dürfte drei Tage vor dem Rückspiel gegen Roter Stern rotieren und womöglich die halbe Mannschaft austauschen. "Das Spiel vom Dienstag steht momentan in der Prioritätenliste sicher zuoberst", so Seoane. Zu rechnen ist zum Beispiel damit, dass der von Köln verpflichtete Däne Frederik Sörensen in der Innenverteidigung das Debüt gibt.

Xamax sucht das erste Tor

Der Tabellenletzte Neuchâtel Xamax strebt gegen den FC Basel den ersten Saisonsieg an. Obwohl die Neuenburger vielerorts als erster Abstiegskandidat gehandelt werden, ist rund um die Maladière schon eine gewisse Nervosität spürbar, jetzt, da die Mannschaft auf dem letzten Platz klassiert ist. Einzelne Journalisten redeten schon von einer Krise.

Trainer Joël Magnin verneinte dies jedoch mit Vehemenz. Schliesslich habe man drei von vier Spielen nicht verloren und nur gegen Meister Young Boys habe es eine Niederlage abgesetzt. Spielerisch sei man mit den Gegnern auf Augenhöhe gewesen. "Aber wir brauchen mehr Konstanz. Im Cup gegen Yverdon reichen 15 bis 20 gute Minuten für den Sieg. In der Super League genügt das nicht."

Gegen Basel müssten sie endlich mal wieder das erste Tor schiessen, so Magnin. In den letzten drei Spielen hat Xamax immer einem Rückstand hinterherrennen müssen. Magnin: "Es ist schwer, wenn man immer reagieren muss."